Kaschierfolie: Bedeutungen, Verfahren und technische Verbunde

Verfasst: GOBA Redaktion·1. März 2026·10 Min. Lesezeit

Kaschierfolie ist eine Folie, die flächig mit einem anderen Werkstoff verbunden wird, über einen Klebstoff, über Wärme oder über eine eigene Klebeschicht. Was genau gemeint ist, hängt von der Branche ab. In der Druckveredelung ist es eine 12 bis 30 µm dünne Folie aus PP oder PET, die Papier und Karton schützt (Druckmarkt, Ausgabe 110). Im Grafikbedarf heißt so eine doppelseitig klebende Aufziehfolie für Fotos und Drucke, ohne Liner 0,07 mm stark (igepa, Datenblatt MasterMount KAP). In der Elektrotechnik ist es die Polyesterfolie in einem kaschierten Isolierstoff: Mit 50 µm Aramidpapier verklebt, erreicht der Verbund Wärmeklasse F mit 155 °C (SynFlex, Datenblatt SynTherm NP/50). Dieser Beitrag ordnet die Bedeutungen, erklärt Verfahren und Klebstoffe und zeigt, was eine Kaschierung an einem Isolierstoff leistet und was nicht. Wir verarbeiten kaschierte Folienverbunde aus unseren Isoliermaterialien zu Rollen und Stanzteilen, Aufziehfolien für Fotos und Plakate führen wir nicht.

Kaschierfolie bei GOBA: Lieferformen, Dicken und Anfrage

GOBA liefert Kaschierfolie ab einem Stück, als Material oder als fertiges Teil nach Ihrer Zeichnung.

Lieferformen
Rolle und Schnittrolle, Bogen und Platte, Zuschnitt, Stanzteil nach Zeichnung, Formteil (gefalzt, geprägt oder gebogen)
Dicken
Nach Ihrer Vorgabe. GOBA verarbeitet Werkstoffe von 7 µm bis 3 mm.
Ausführungen
Kaschierte Isolierfolien wie NMN, NKN und DMD aus Polyester- oder Polyimidfolie mit Aramidpapier oder Vlies. Als Stanzteil auch selbstklebend oder als Kiss-Cut auf Trägerliner.
Schnittrollen
Breiten von 5 bis 1.600 mm, Toleranz ±0,1 mm, Kerne mit 25, 55, 76 oder 152 mm
Stanz- und Formteile
Materialdicke 0,023 bis 3,0 mm, Abmessungen bis 1.000 × 2.000 mm
Menge
Ab 1 Stück, vom Muster bis zur Serie
Lieferzeit
Höchstens 2 Wochen, wenn das Material vorrätig ist

Das brauchen wir für Ihr Angebot

  • Zeichnung oder Maße
  • Menge
  • Werkstoff und Dicke

Bei Rollen zusätzlich Breite, Lauflänge, Kerndurchmesser, Kernmaterial (zum Beispiel Kunststoff) und Toleranzen.

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Giuseppe Juliano, Technische Beratung

+49 7153 9439 16 · juliano@goba.de

Kaschieren und Laminieren meinen je nach Branche etwas anderes

Verfahrenstechnisch ist Kaschieren das flächige Verbinden von zwei oder mehr Bahnen mit einem Kaschiermittel, meist einem Klebstoff, und gehört nach DIN 8593-8 zum Kleben (verpackungswirtschaft.de). Wo Kaschieren endet und Laminieren beginnt, beantworten die Fachquellen unterschiedlich. Wer zwei Lieferanten fragt, bekommt deshalb oft zwei Antworten.

QuelleKaschieren heißtLaminieren heißt
Wikipedia, verpackungswirtschaft.deundurchsichtige Lagen verbinden, etwa bedruckten Karton auf Graukartonmindestens eine Lage ist transparent, etwa Glanzfolie auf einem Druck
Druckmarkt (Druckveredelung)Folie auf eine Seite des Druckbogens bringendas Material beidseitig umschließen, ohne offene Schnittkante
Neschen (Hersteller von filmolux und gudy)Sammelbegriff für das Verarbeiten von Selbstklebe- und Heißsiegelfolienmit einseitig klebender Folie schützen; das beidseitige Einsiegeln heißt dort Heißsiegeln
Elektroisolierung (IEC 60626-1)Folie mit Papier, Vlies oder Metall verklebendas Ergebnis heißt Laminat, in der Norm kombinierter flexibler Isolierstoff

Für eine Bestellung taugt keines der beiden Wörter. Schreiben Sie den Aufbau hin: welche Lagen in welcher Reihenfolge, welche Dicke je Lage, ob ein Kleber offen liegt und womit er abgedeckt ist. „PET 50 µm, einseitig Aramidpapier 50 µm“ versteht jeder Hersteller gleich, „kaschierte Folie“ versteht jeder anders.

Sieben Produkte, die als Kaschierfolie verkauft werden

Wer „Kaschierfolie“ sucht, landet in Shops für Künstlerbedarf, Druckveredelung, Bürotechnik und Zahntechnik. Die Tabelle ordnet ein, was dort jeweils gemeint ist.

BedeutungAufbau und KennwertEinsatz
Aufziehfolie, doppelseitig klebend12 µm PET, beidseitig Acrylat, 0,07 mm ohne Liner (igepa)Fotos und Drucke auf Platten aufziehen
Thermokaschierfolie von der Rolle12 bis 15 µm BOPP plus 6 bis 12 µm EVA-Kleber, kaschiert bei 100 bis 130 °C (arrsys)Buchumschläge, Broschüren, Faltschachteln
Laminierfolie und LaminiertaschePET mit EVA, 80 bis 250 µm je Hälfte, verarbeitet bei 60 bis 80 °C (Wikipedia, Laminieren)Ausweise, Speisekarten, Aushänge
Möbel- und DekorfolieFinish- oder Dekorfolie, mit Weißleim, UF-Harz oder Hotmelt bei 20 bis 35 m/min auf die Platte kaschiert (Hymmen)Möbelfronten aus Span- und MDF-Platten, Fußböden
PE-KaschierfolieFlachfolie aus LDPE, HDPE oder EVA (Dürrbeck)Feuchteschutz auf Dämmstoffen, Träger für Bitumenbahnen
Dentale Kaschierfolietransparent, 0,15 mm dick, rund mit 125 mm (Scheu-Dental)Schutzüberzug für Studien- und KFO-Modelle
Kaschierte IsolierfoliePolyesterfolie mit Pressspan, Aramidpapier, Vlies oder Metall verklebt (SynFlex, Müller-Ahlhorn)Nut-, Lagen- und Phasenisolation, Abschirmung

Aufziehfolien für Fotos, Laminiertaschen, Möbel- und Dentalfolien bekommen Sie im Grafik- und Künstlerbedarf, im Bürohandel und im Dentalhandel. Druckereien und Weiterverarbeitern liefern wir Polyester- und PP-Folien für Kaschieranwendungen, als Rolle oder Bogen und passend für gängige Kaschiersysteme, beschrieben auf unserer Seite zur Druckindustrie. Ab hier geht es um die kaschierte Isolierfolie und die Verfahren, die dahinter stehen.

Wie eine Kaschierfolie haftet: sechs Verfahren

Zwei Fragen trennen die Verfahren: Woher kommt der Kleber, und braucht er Wärme? Die folgenden sechs sind die gängigen in Druck, Verpackung und Isoliertechnik.

  • Bei der Nasskaschierung laufen die Bahnen zusammen, solange der Klebstoff noch nass ist. Meist ist es eine wässrige Dispersion, deshalb muss eine Lage das Wasser aufnehmen, in der Regel Papier oder Karton. Industrielle Anlagen schaffen weit über 100 m/min (Druckmarkt).
  • Die Trockenkaschierung nutzt einen lösemittelhaltigen Kleber, dessen Lösemittel im Trockenkanal verdunstet, bevor die Bahnen zusammenkommen. Sie ist das Verfahren für zwei dichte Lagen, Folie auf Folie oder Folie auf Aluminium.
  • Lösemittelfrei kaschiert ein Polyurethan mit 100 % Festkörper, das chemisch aushärtet. Ein Trockenkanal entfällt, und es reichen 1,0 bis 3,0 g/m² Kleber statt 2,5 bis 5 g/m² beim lösemittelhaltigen System (verpackungswirtschaft.de).
  • In der Extrusionskaschierung ist geschmolzenes Polyethylen selbst der Kleber und verbindet die Bahnen beim Erkalten.
  • Thermokaschierfolie ist ab Werk mit einem Schmelzkleber beschichtet, meist EVA. BOPP-EVA-Folie kaschiert bei 100 bis 130 °C (arrsys), Heißsiegelfolien für Grafik bei 85 bis 120 °C (Neschen), Laminiertaschen im Bürogerät bei 60 bis 80 °C (Wikipedia).
  • Kaltkaschierfolie trägt einen Haftklebstoff, meist Acrylat, der unter Druck bei Raumtemperatur haftet. Neschen setzt in seinen Aufziehfolien wässrige Acrylatdispersionen ein.

Thermo ist im Material die günstigere Wahl: Folie und Kleber für die Heißrolle kosten oft nur etwa halb so viel wie Kaltkaschierfolie (Wikipedia, Lamination). Kalt ist richtig, sobald das Trägermaterial die Wärme nicht verträgt. Neschen nennt dafür ein klares Beispiel: Inkjet-Tinten sieden zwischen 70 und 100 °C, die Restfeuchte verdampft unter der Heißsiegelfolie und hinterlässt Blasen. Für Inkjet-Drucke und Fotos rät der Hersteller deshalb ausschließlich zur Kaltkaschierung. In der Isoliertechnik kommt der Verbund aus Folie und Papier fertig kaschiert vom Hersteller. Beim Verarbeiter kommt höchstens eine selbstklebende Ausrüstung dazu.

Der Kaschierklebstoff legt fest, was der Verbund aushält

Folie und Papier haben Datenblätter, der Kleber dazwischen steht oft nur in einer Fußnote. Er bestimmt aber Haftung, Temperaturgrenze und Alterung des ganzen Verbunds.

KlebstoffVerfahrenKennwertWorauf achten
Polyurethan, lösemittelhaltigTrockenkaschierung2,5 bis 5 g/m² trockenTrockenkanal und Lösemittel nötig
Polyurethan, lösemittelfreichemisch härtend1,0 bis 3,0 g/m²aromatische Systeme hydrolysieren ab etwa 105 °C, für Sterilisation deshalb aliphatische, stabil bis 135 °C
Acrylat-HaftklebstoffKaltkaschierung, Aufziehfolien, Klebebänder30 g/m² je Seite, 7 N/25 mm nach 20 min, 9 N/25 mm nach 24 hKlebkraft steigt über 24 Stunden, Obergrenze im Datenblatt um 150 °C
EVA-SchmelzkleberThermokaschierung6 bis 12 µm Schichtthermoplastisch, für warme Einbauorte prüfen
modifizierter Acrylkleber, ausgehärtetflexible Kupferlaminate auf Kapton13 bis 51 µm Schichtwird voll ausgehärtet geliefert

Quellen: verpackungswirtschaft.de für Polyurethan, igepa MasterMount KAP (Prüfung nach AFERA 5001) für Acrylat, arrsys für EVA, DuPont Pyralux LF für das Kupferlaminat. Für Isolierstoffe folgt daraus eine Regel, die wir auch im Beitrag zu Verbundmaterialien begründen: Die Klebeschicht muss dieselbe Wärmeklasse halten wie die Lagen, sonst bestimmt der Kleber die Klasse. Ein Verbund aus PET und Nomex wie SynTherm NP/50 trägt Klasse F mit 155 °C nach IEC 60085 als System, obwohl PET allein in Klasse B mit 130 °C läuft. Fragen Sie deshalb nach der Isolierstoffklasse des fertigen Verbunds, nicht nach der seiner Lagen.

Selbstklebende und doppelseitige Kaschierfolie im Schichtaufbau

Eine doppelseitige Kaschierfolie ist selbst ein Verbund aus vier Lagen. Das Datenblatt der MasterMount KAP von igepa zeigt sie von oben nach unten:

  1. offene Klebeschicht aus Reinacrylat, 30 g/m², permanent
  2. Träger aus transparenter PET-Folie, 12 µm
  3. zweite Klebeschicht, 30 g/m², in dieser Ausführung wieder ablösbar
  4. Liner aus beschichtetem Releasepapier, 90 g/m²

Ohne Liner sind das 0,07 mm. Der Hersteller gibt einen Temperaturbereich von -40 bis +150 °C an, verarbeitet wird ab 10 °C, und die Folie ist zwei Jahre lagerfähig. Ohne Träger kommt ein Transferkleber aus: 3M 467MP besteht nur aus 58 µm Acrylatkleber auf einem Liner und ist von -40 bis 149 °C angegeben (Datenblattwerte über DigiKey). Die Zenith-Aufziehfolie aus dem Künstlerbedarf folgt demselben Aufbau mit 12 µm PET und Reinacrylat.

In der Isoliertechnik heißt dieselbe Idee selbstklebend ausgerüstet. Müller-Ahlhorn führt ein Laminat aus Pressspan, PET-Folie und Pressspan auch als selbstklebendes Stanzteil. Wir liefern Isolierteile als Stanz- und Biegeteile planliegend, vorgebogen, selbstklebend oder mit definierter Klebebandaufbringung, auf Wunsch als Kiss-Cut auf Trägerliner, damit die Montage das Teil direkt abziehen kann. Wählen Sie das Klebeband nach dem Einbauort. Die 150 °C im Datenblatt einer Aufziehfolie beschreiben einen Einsatzbereich, eine Wärmeklasse nach IEC 60085 ist das nicht. Für ein Isolierteil braucht das Band einen Nachweis für die Dauertemperatur am Einbauort, auf einem Teil aus Aramidpapier für Klasse H mit 180 °C erst recht. Deshalb fragen wir bei jeder Anfrage nach der Wärmeklasse.

Kaschierte Isolierstoffe: was die Papierlage leistet und was nicht

In Motoren und Transformatoren ist die Kaschierfolie meist Polyesterfolie, verklebt mit Pressspan, Aramidpapier oder Vlies. Die Folie sperrt die Spannung. Die Papierlage nimmt Tränkharz auf, schützt die Folie an den Kanten des Blechpakets und hebt bei Aramid die Wärmeklasse (SynFlex, Datenblätter SynKraft KP und SynTherm NP/50). Wer die Kilovolt trägt, zeigt die Reihe SynTherm NP/50: Das Aramidpapier bleibt in jeder Dicke bei 50 µm, der Durchschlagwert wächst mit der Folie.

WerkstoffAufbauGesamtdickeDurchschlag laut DatenblattPrüfgrundlageWärmeklasse
SynTherm NP/50PET 23 µm, Nomex 50 µm0,08 mm5 kVIEC 60626-2F (155 °C)
SynTherm NP/50PET 50 µm, Nomex 50 µm0,10 mm7 kVIEC 60626-2F (155 °C)
SynTherm NP/50PET 125 µm, Nomex 50 µm0,18 mm12 kVIEC 60626-2F (155 °C)
SynTherm NP/50PET 250 µm, Nomex 50 µm0,30 mm18 kVIEC 60626-2F (155 °C)
SynKraft KPPET 50 µm, Pressspan0,10 mm10 kVIEC 60626B (130 °C)
Nomex 410, alleinAramidpapier 50 µm0,05 mmrund 0,9 kV (18 kV/mm)ASTM D149bis 220 °C
HOSTAPHAN RN, unkaschiertPET 125 µm0,125 mm23 kVDIN 40634B (130 °C)

Quellen: SynFlex, SynTherm NP/50 (06/24) und SynKraft KP (10/18); DuPont, Nomex 410 Technical Data Sheet; HOSTAPHAN RN nach Mitsubishi im SynFlex-Produktdatenblatt (06/24). Bei konstanter Papierlage steigt der Wert von 5 auf 18 kV, sobald die Folie von 23 auf 250 µm wächst. Die 50 µm Aramidpapier selbst kommen auf knapp 1 kV. Die blanke 125-µm-Folie steht mit 23 kV fast doppelt so hoch im Datenblatt wie der Verbund mit derselben Folie. Eine Schwächung durch die Kaschierung lässt sich daraus nicht ablesen, denn Folie und Verbund werden nach verschiedenen Normen geprüft. Wie stark die Prüfung die Zahl bewegt, zeigt dieselbe 50-µm-Folie: im SynKraft KP 10 kV, im SynTherm NP/50 7 kV, in einem Abschirmlaminat von NEPTCO 7,7 kV. Für die Auslegung heißt das: Die Spannungsfestigkeit kommt aus der Foliendicke. Die Papierlage kaufen Sie für Kantenschutz, Harzaufnahme und, bei Aramid, die Wärmeklasse. Legen Sie einen Verbund nach seinem eigenen Datenblatt aus und rechnen Sie nie aus dem Wert der HOSTAPHAN- oder Mylar-Kernfolie hoch.

Bleibt der Einwand aus dem Einkauf, dass ein Laminat mehr kostet als eine Folie. Er stimmt, und unsere Antwort ist eine Lage, solange sie reicht. Ein Verbund lohnt sich erst, wenn zwei Anforderungen gleichzeitig gelten, etwa Spannungsfestigkeit und Kantenschutz in einer engen Nut oder Klasse F mit einem PET-Kern. Die Laminattypen mit Aufbau und Mindestspannung stehen in den Beiträgen zu DMD-Laminat, NMN-Laminat und zum Isolationspapier für Elektromotoren.

Metallkaschierte Folien schirmen auf einer Seite und isolieren auf der anderen

Aluminium oder Kupfer auf PET kaschiert ergibt eine Folie, die außen leitet und innen isoliert. Das Abschirmlaminat NEPTAPE 973 besteht aus 51 µm Polyesterfolie und 9 µm Aluminium, ist 61 µm dick, hat bei 10 mm Breite einen Widerstand von 350 Ω/km, und die PET-Lage hält 7,7 kV (NEPTCO, Datenblatt). Es umhüllt und schirmt Mehrpaarkabel. Für flexible Leiterplatten kaschiert DuPont Kupfer mit 13 bis 51 µm Acrylkleber auf Kapton von 13 bis 127 µm (Pyralux LF).

PET-Aluminium-Verbundfolie für Kabelummantelungen und Gehäuseauskleidungen verarbeiten wir beim Schneiden von EMV-Abschirmfolie, ebenso Kupferfolie von 6 bis 200 µm, blank oder mit leitfähiger Klebeschicht. Wir achten dabei auf gratfreie Schnittkanten, weil schon kleinste Verformungen die Kontaktierung und damit die Schirmwirkung stören. Die Physik dahinter erklärt der Beitrag zur EMV-Abschirmung, das Metall der Beitrag zur Kupferfolie.

Kaschierte Folie schneiden und stanzen: fünf Fehlerquellen

Ein Verbund verhält sich unter dem Messer anders als eine einzelne Folie, weil der Schnitt genau die Klebefuge trifft. Auf fünf Punkte kommt es an:

  1. Kleber an der Schnittkante. Tritt bei selbstklebender Folie Kleber aus, verkleben die Kanten auf der fertigen Rolle und die Folie lässt sich schwer abrollen. Messereinstellung und Schnittverfahren müssen den Klebstoffübertrag verhindern.
  2. Delamination. Beim Scherschnitt setzen die Kreismesser die Klebeschicht unter Schub. Ist die Kaschierung schwach oder der Messerabstand zu groß, öffnet sich die Kante. Messerabstand und Wickelzug müssen zum Aufbau passen, und am Anschnitt zeigt sich, ob die Fuge geschlossen bleibt.
  3. Schnitttiefe beim Kiss-Cut. Das Werkzeug trennt Deckmaterial und Kleber, der Liner muss ganz bleiben, sonst lösen sich beim Matrixabzug Teile mit dem Gitter.
  4. Gealterte Oberfläche. Eine Coronabehandlung macht Folie klebbar, ihre Wirkung lässt mit der Zeit nach. Frisch behandelte Folie wird deshalb zügig kaschiert, Details im Beitrag zur Koronaentladung.
  5. Planlage. Einseitig kaschiertes dünnes Material rollt sich, Kaschiermaschinen gleichen das mit einer Anti-Curl-Einrichtung aus (Druckmarkt). Bei Bogenware und flachen Stanzteilen gehört die Planlage deshalb in die Erstmusterprüfung.

Laminate und Mehrschichtverbunde schneiden wir im Lohnschneiden auf Schnittrollen von 5 bis 1.600 mm Breite mit ±0,1 mm Toleranz, gewickelt auf Kerne mit 25, 55, 76 oder 152 mm. Mutterrollen bis 1.000 kg heben wir hydraulisch ein, geschnitten wird je nach Material mit bis zu 400 m/min. Beim Stanzen und Formen verarbeiten wir Material von 0,023 bis 3,0 mm zu Teilen bis 1.000 x 2.000 mm, mit Bandstahlschnitt für Muster und Kleinserien und mit Vollstahlwerkzeugen für Serien.

Kaschierte Folie bei GOBA anfragen

Wir liefern kaschierte Isolierfolien wie NMN, NKN und DMD, selbstklebend ausgerüstete Isolierteile und geschnittene metallkaschierte Folien. Lieferformen sind Rolle, Bogen, Zuschnitt, Stanzteil und Formteil, ab einem Stück und bei vorrätigem Material innerhalb von höchstens zwei Wochen. Damit das Angebot im ersten Durchgang passt, brauchen wir:

  • Zeichnung und Menge, bei Serien den Jahresbedarf
  • den Aufbau mit allen Lagen, der Dicke je Lage und der Gesamtdicke
  • die Wärmeklasse am Einbauort, damit Laminat und Kleber zusammenpassen
  • ob das Teil selbstklebend sein soll, mit welchem Liner, als Kiss-Cut oder durchgestanzt
  • bei Rollen zusätzlich Breite, Lauflänge, Kerndurchmesser, Kernmaterial und Toleranzen

Bei der Wahl von Laminat, Wärmeklasse und Kleber hilft Ihnen unsere technische Beratung. Steht auf der Zeichnung nur „kaschiert“, fragen wir nach, welche Lagen gemeint sind.

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Kontaktieren Sie uns gerne, um die optimale Lösung für Ihre Anforderungen zu finden.

Verwandte Glossar-Begriffe

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  • Verbundmaterialien

    Verbundmaterialien sind Werkstoffe aus zwei oder mehr Bestandteilen, die im fertigen Material getrennt erkennbar bleiben und zusammen Eigenschaften erreichen, die keiner der Bestandteile allein hat.

  • Polyesterfolie

    Polyesterfolie ist biaxial orientierte PET-Folie (BOPET) aus Polyethylenterephthalat, die in der Elektroisolierung als Isolierstoffklasse B mit 130 °C Dauertemperatur eingesetzt wird.

  • NMN-Laminat

    NMN-Laminat ist ein dreilagiger Isolierverbund aus zwei Außenlagen Nomex-Aramidpapier und einer Kernlage Polyesterfolie, verklebt für die Nut- und Lagenisolation in Elektromotoren und Transformatoren.

  • DMD-Laminat

    DMD-Laminat ist ein dreischichtiger Isolierstoff aus Polyestervlies und Polyesterfolie mit hoher Durchschlagsfestigkeit für Motoren und Transformatoren.

  • Kiss-Cut

    Kiss-Cut ist ein Halbschnittverfahren, bei dem Deckmaterial und Klebstoff getrennt werden, während der Liner als Träger intakt bleibt.

  • EMV-Abschirmung

    EMV-Abschirmung bezeichnet Maßnahmen zur Reduzierung elektromagnetischer Störungen und Sicherstellung der elektromagnetischen Verträglichkeit.

Häufig gestellte Fragen zur Kaschierfolie

Was ist der Unterschied zwischen Kaschierfolie und Laminierfolie?

Im Handel ist Laminierfolie meist eine Tasche oder Rolle aus PET mit EVA-Kleber, die ein Dokument bei 60 bis 80 °C von beiden Seiten einschließt. Kaschierfolie liegt auf einer Seite oder klebt als Aufziehfolie zwei Teile zusammen. Die Fachquellen ziehen die Grenze unterschiedlich, deshalb gehört in jede Anfrage der Aufbau statt des Begriffs.

Ist Kaltkaschieren oder Heißkaschieren besser?

Für Inkjet-Drucke, Fotos und alles, was Wärme nicht verträgt, ist Kaltkaschieren richtig, weil Restfeuchte unter einer Heißsiegelfolie Blasen bildet. Im Material ist Heißkaschieren günstiger: Thermokaschierfolie kostet oft nur etwa halb so viel wie Kaltkaschierfolie. Heißsiegelfolien laufen bei 85 bis 120 °C, BOPP-EVA-Folie bei 100 bis 130 °C.

Wie dick ist eine doppelseitige Kaschierfolie?

Mit 12 µm PET-Träger und je 30 g/m² Acrylat auf beiden Seiten kommt sie auf 0,07 mm ohne Liner. Transferkleber ohne Träger liegen bei rund 58 µm. Matte und glänzende Kaschierfolien mit UV-Schutz bietet der Grafikhandel dagegen mit 80 µm an (copyright-shop).

Welche Wärmeklasse hat eine kaschierte Isolierfolie?

Das hängt von Papier, Kernfolie und Kleber ab. Pressspan mit PET läuft in Klasse B mit 130 °C, PET mit Aramidpapier wie NMN in Klasse F mit 155 °C, Aramidpapier mit Polyimidkern (NKN) in Klasse H mit 180 °C. Der Kleber muss dieselbe Klasse halten, sonst begrenzt er den Verbund.

Lassen sich kaschierte Folien recyceln?

Nur mit Mühe, weil verklebte Lagen sich kaum sortenrein trennen lassen. Aluminiumkaschierte Verbunde gehen meist in die thermische Verwertung (verpackungswirtschaft.de). Bei Isolierteilen entscheidet eher die Lebensdauer der Wicklung, mehr dazu im Beitrag zur Nachhaltigkeit von Folien.