NMN-Laminat (Nomex-Mylar-Nomex)

Verfasst: GOBA Redaktion·28. September 2026·4 Min. Lesezeit

NMN-Laminat ist ein dreilagiger Isolierverbund aus zwei Außenlagen Nomex-Aramidpapier und einer Kernlage aus Mylar, also biaxial gereckter Polyesterfolie. Die drei Bahnen sind flächig miteinander verklebt. Das Kürzel steht für die Reihenfolge der Schichten: Nomex, Mylar, Nomex. Der Verbund kombiniert die Wärmebeständigkeit des Aramidpapiers mit der hohen Durchschlagfestigkeit der Polyesterfolie und wird vor allem als Nut-, Lagen- und Phasenisolation in Elektromotoren, Generatoren und Trockentransformatoren eingesetzt.

Was ist NMN-Laminat

NMN gehört zur Familie der flexiblen Laminatverbunde, die ein dünnes, mechanisch empfindliches Foliensubstrat zwischen zwei robuste Papierlagen legen. Das Aramidpapier schützt die Folie beim Einziehen in die Nut vor Riss und Abrieb und trägt die Wärmeklasse. Die Folie im Kern liefert den großen Teil der elektrischen Festigkeit. Allein wäre das dünne Nomex mechanisch belastbar, aber teuer in der nötigen Dicke, und die blanke Polyesterfolie wäre zu temperaturempfindlich und zu leicht verletzbar. Der Verbund löst beides. Welche Verbundtypen es neben diesem Schichtverbund gibt und warum CFK trotz Faserverstärkung kein Isolierstoff ist, erklärt der Beitrag zu Verbundmaterialien.

Zusammengehalten werden die drei Bahnen durch einen Klebstoff, der ebenfalls die Wärmeklasse halten muss, meist ein temperaturfester Kleber auf Acryl- oder Epoxidbasis; mehr zu den Klebstoffarten im Beitrag zur Kaschierfolie. Die Klebeschicht ist der schwächste Punkt im Aufbau, deshalb entscheidet die Verklebung über Delamination und Lebensdauer. Ein guter Verbund lässt sich nicht von Hand aufspalten und zeigt am Schnitt keine offene Fuge zwischen Papier und Folie.

NMN-Laminat bei GOBA: Lieferformen, Dicken und Anfrage

GOBA liefert NMN-Laminat ab einem Stück, als Material oder als fertiges Teil nach Ihrer Zeichnung.

Lieferformen
Rolle und Schnittrolle, Bogen und Platte, Zuschnitt, Stanzteil nach Zeichnung, Formteil (gefalzt, geprägt oder gebogen)
Dicken
Nach Ihrer Vorgabe. GOBA verarbeitet Werkstoffe von 7 µm bis 3 mm.
Ausführungen
Nomex, Polyesterfolie, Nomex in verschiedenen Aufbauten und Dickenverhältnissen. Mit Polyimid-Kernlage als NKN.
Schnittrollen
Breiten von 5 bis 1.600 mm, Toleranz ±0,1 mm, Kerne mit 25, 55, 76 oder 152 mm
Stanz- und Formteile
Materialdicke 0,023 bis 3,0 mm, Abmessungen bis 1.000 × 2.000 mm
Menge
Ab 1 Stück, vom Muster bis zur Serie
Lieferzeit
Höchstens 2 Wochen, wenn das Material vorrätig ist

Das brauchen wir für Ihr Angebot

  • Zeichnung oder Maße
  • Menge
  • Werkstoff und Dicke

Bei Rollen zusätzlich Breite, Lauflänge, Kerndurchmesser, Kernmaterial (zum Beispiel Kunststoff) und Toleranzen.

Anfrage senden
Giuseppe Juliano

Ihr Ansprechpartner

Giuseppe Juliano, Technische Beratung

+49 7153 9439 16 · juliano@goba.de

Schichtaufbau und Varianten

Der Verbund wird über das Verhältnis der drei Einzeldicken beschrieben, angegeben in Millimeter für Nomex, Polyesterfolie, Nomex. Gängige Gesamtdicken liegen zwischen etwa 0,15 und 0,50 mm. Ein typischer Aufbau ist 0,05 / 0,10 / 0,05, ein dünnerer 0,03 / 0,05 / 0,03. Symmetrische Aufbauten mit gleichen Außenlagen sind die Regel, weil sich das Material dann beim Stanzen und Falzen nicht wirft.

  • Dünne Aufbauten ab rund 0,15 mm für die Lagenisolation kleiner Wickel.
  • Mittlere Aufbauten um 0,20 bis 0,30 mm für die klassische Nutisolation.
  • Dicke Aufbauten bis 0,50 mm für Nutverschluss und mechanisch hoch belastete Stellen.

Die Außenlagen bestehen meist aus kalandriertem Nomex 410. Der Kern ist eine Polyester- oder in Sonderfällen eine Polyethylennaphthalat-Folie, wenn eine höhere Dauertemperatur gefragt ist.

Eigenschaften und Wärmeklasse

NMN erreicht die Wärmeklasse F, also 155 Grad Dauertemperatur. Das Nomex allein hält mehr aus, begrenzend ist der Polyesterkern. Wer die Wärmeklasse H mit 180 Grad braucht, greift zu einem Aufbau mit temperaturfesterer Folie oder zu einem reinen Aramid-Aramid-Verbund. Die Durchschlagfestigkeit eines mittleren Aufbaus liegt je nach Dicke im Bereich von 8 bis über 15 kV, gemessen im Verbund. Dazu kommen gute Reißfestigkeit, Kantenstabilität beim Einziehen und Beständigkeit gegen die Imprägnierlacke und Tränkharze, die im Motorenbau üblich sind.

Die Aramidaußenlage bringt zwei Vorteile, die im Betrieb zählen. Sie nimmt kaum Feuchtigkeit auf und behält ihre Isolationswirkung auch in feuchter Umgebung, und sie altert thermisch langsam, weshalb NMN am oberen Rand der Wärmeklasse F noch Reserve hat. Beim Handling ist das Material formstabil und lässt sich falzen, ohne dass die Kante bricht. Anders als reines Nomex nimmt der Verbund wegen des Folienkerns nur wenig Tränkharz auf, was bei vergussintensiven Wickeln zu beachten ist.

Abgrenzung zu DMD

DMD-Laminat ist der günstigere Verwandte. Statt Nomex nutzt es Polyestervlies als Außenlage, Kern bleibt die Polyesterfolie: Dacron, Mylar, Dacron. DMD erreicht ebenfalls Wärmeklasse F, ist aber saugfähiger und nimmt Tränkharz besser auf. NMN punktet mit der besseren mechanischen Festigkeit des Aramidpapiers und der höheren Reserve gegen thermische Alterung. Als Faustregel: Für preissensible Standardmotoren in Serie ist DMD gesetzt, für höher beanspruchte Antriebe, Traktionsmotoren und Trafos, wo die Nut eng und die Kantenbelastung hoch ist, empfehlen wir NMN.

Anwendungen

Im Motor übernimmt NMN drei klassische Aufgaben. Als Nutisolation kleidet es die Statornut aus und trennt die Wicklung vom Blechpaket. Als Lagenisolation trennt es die Windungslagen innerhalb der Spule. Als Phasenisolation liegt es zwischen den Wicklungen unterschiedlicher Phasen. Details zur Materialauswahl für diese Aufgaben stehen im Beitrag zur Isolationspapier für Elektromotoren. Außerhalb des Motors findet sich NMN in Trockentransformatoren, in Generatoren und als allgemeine Barriereisolation, wo Wärme und mechanische Beanspruchung zusammenkommen.

Die Wahl der Dicke folgt der Aufgabe. Für die Nutisolation richtet sie sich nach der Spannung und dem Platz in der Nut, denn jede Zehntelmillimeter Isolation fehlt am Kupferfüllgrad. Für die Lagenisolation zählt vor allem die Durchschlagfestigkeit zwischen zwei Windungslagen, hier reichen oft dünne Aufbauten. Für den Nutverschluss und mechanisch belastete Deckstreifen greift man zur dickeren Variante, weil dort die Kraft beim Einlegen und im Betrieb wirkt. Wer unsicher ist, gibt Spannung, Nutmaße und Wärmeklasse an, dann lässt sich der Aufbau sauber auslegen.

Zuschnitt und Stanzen bei GOBA

NMN kommt als Rollenware und wird bei uns geschnitten, gestanzt und konfektioniert. Beim Zuschnitt kommt es auf die Kante an: Ein sauberer Schnitt verhindert, dass sich die Außenlage vom Kern löst. Wir schneiden Nutstreifen in enger Breitentoleranz, stanzen Nutverschlusskeile und Phasenpapiere und falzen Manschetten, wo die Nutgeometrie es verlangt.

  • Rollenschnitt in Breiten ab wenigen Millimetern, mit sauberer, delaminationsfreier Kante.
  • Stanzteile für Nutverschluss, Phasen- und Deckelisolation nach Ihrer Zeichnung.
  • Manschetten und gefalzte Formteile für die Statornut.

GOBA Fazit

NMN-Laminat ist die robustere Wahl, wenn die Nut eng ist, die Kante beim Einziehen leidet oder die thermische Reserve zählt. Für preissensible Serienmotoren reicht oft DMD, für Traktion, Generatoren und Trafos raten wir zu NMN. GOBA schneidet und stanzt NMN seit Jahrzehnten und berät Sie bei der Wahl von Aufbau und Dickenverhältnis. Schicken Sie uns Ihre Zeichnung über unsere Isolierteile und Formteile, oder fragen Sie die passenden Isoliermaterialien direkt an. Sie erhalten ein technisches Angebot.

Haben Sie eine konkrete Anforderung?

Kontaktieren Sie uns gerne, um die optimale Lösung für Ihre Anforderungen zu finden.

Verwandte Glossar-Begriffe

Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit thematisch verbundenen Artikeln.

  • Nomex

    Nomex ist der Markenname für ein von DuPont entwickeltes Meta-Aramid, seit 2026 eine Marke von Arclin, als Elektroisolierpapier Typ 410 von 50 bis 760 µm lieferbar, Isolierstoffklasse H (180 °C), von UL als 220-°C-Werkstoff gelistet und kurzzeitig mit 18 bis 34 kV/mm belastbar.

  • Mylar

    Mylar ist der Markenname von Mylar Specialty Films (vormals DuPont Teijin Films) für biaxial orientierte Polyesterfolie (BOPET) mit hoher Durchschlagsfestigkeit und geringer Feuchtigkeitsaufnahme.

  • DMD-Laminat

    DMD-Laminat ist ein dreischichtiger Isolierstoff aus Polyestervlies und Polyesterfolie mit hoher Durchschlagsfestigkeit für Motoren und Transformatoren.

  • Laminatverbunde

    Laminatverbunde sind mehrschichtige Werkstoffe, die durch Zusammenfügen unterschiedlicher Schichten hohe Isolation, Festigkeit und Temperaturbeständigkeit bieten.

  • Isolierpapier

    Isolierpapier ist ein flächiger Elektroisolierstoff aus Zellulose- oder Aramidfasern, allein oder als Laminat mit Folie, der in Motoren und Transformatoren Wicklung und Blechpaket trennt und je nach Typ von 105 °C (Pressspan) bis 220 °C (Aramidpapier Nomex 410) dauerhaft isoliert.

FAQ zu NMN-Laminat

Wofür steht NMN?

NMN steht für die Schichtreihenfolge Nomex, Mylar, Nomex. Zwei Außenlagen aus Nomex-Aramidpapier umschließen einen Kern aus Polyesterfolie. Mylar ist ein Markenname für diese Folie, deshalb wird der Verbund auch Nomex-Polyester-Nomex genannt.

Was ist der Unterschied zwischen NMN und DMD?

Beide haben einen Polyesterfolienkern und erreichen Wärmeklasse F. Der Unterschied liegt in der Außenlage: NMN nutzt Nomex-Aramidpapier, DMD nutzt Polyestervlies. NMN ist mechanisch fester und thermisch stabiler, DMD ist günstiger und nimmt Tränkharz besser auf.

Welche Wärmeklasse hat NMN?

Standard-NMN erreicht Wärmeklasse F mit 155 Grad Dauertemperatur. Begrenzend ist der Polyesterkern, nicht das Nomex. Für 180 Grad und Wärmeklasse H braucht es einen Aufbau mit temperaturfesterer Kernfolie oder einen reinen Aramidverbund.

Wo wird NMN eingesetzt?

Vor allem als Nut-, Lagen- und Phasenisolation in Elektromotoren und Generatoren, dazu in Trockentransformatoren. Überall dort, wo die Isolation Hitze, hohe Spannung und mechanische Beanspruchung beim Einziehen aushalten muss.