Die DIN 8580 teilt alle Fertigungsverfahren in sechs Hauptgruppen ein: Urformen, Umformen, Trennen, Fügen, Beschichten und Stoffeigenschaft ändern. Sortierkriterium ist der Zusammenhalt des Werkstoffs. Er wird geschaffen, beibehalten, vermindert oder vermehrt. Jedes Verfahren bekommt eine Ordnungsnummer, deren erste Ziffer die Hauptgruppe nennt, die zweite die Gruppe und die dritte die Untergruppe. Scherschneiden trägt so die Nummer 3.1.1. Es gilt die Ausgabe DIN 8580:2022-12, sie hat die Ausgabe von 2003 abgelöst.
Auf dieser Seite stehen alle sechs Hauptgruppen mit ihren Gruppen, den Ordnungsnummern und den zugehörigen Folgenormen. Danach zeigen wir, wo die Verfahren eines Betriebs für Elektroisolierstoffe in dieser Systematik landen, mit den realen Zahlen aus unserer Fertigung.
Die sechs Hauptgruppen der Fertigungsverfahren nach DIN 8580
Die sechs Hauptgruppen decken jedes denkbare Fertigungsverfahren ab. Die Reihenfolge ist kein Zufall: Sie folgt dem Weg des Werkstoffs vom formlosen Stoff zum fertigen Bauteil.
| Nr. | Hauptgruppe | Was mit dem Zusammenhalt geschieht | Typische Verfahren | Folgenormen der Gruppen |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Urformen | Zusammenhalt wird geschaffen | Gießen, Spritzgießen, Sintern, Papierherstellung, 3D-Druck | DIN 8580 selbst |
| 2 | Umformen | Zusammenhalt bleibt erhalten | Walzen, Schmieden, Tiefziehen, Biegen, Falzen | DIN 8582 bis DIN 8587 |
| 3 | Trennen | Zusammenhalt wird örtlich aufgehoben | Scherschneiden, Stanzen, Drehen, Fräsen, Schleifen, Laserschneiden | DIN 8588 bis DIN 8592 |
| 4 | Fügen | Zusammenhalt wird vermehrt | Schweißen, Löten, Kleben, Nieten, Schrauben | DIN 8593, Teil 1 bis 9 |
| 5 | Beschichten | Eine festhaftende Schicht kommt hinzu | Lackieren, Pulverbeschichten, Galvanisieren, Bedampfen | DIN 8580 selbst |
| 6 | Stoffeigenschaft ändern | Der Werkstoff selbst wird verändert | Glühen, Härten, Vergüten, Sintern, Magnetisieren | DIN 8580 selbst |
Die Hauptgruppen 5 und 6 fallen aus dem Zusammenhalts-Schema heraus. Beim Beschichten bleibt die Kontur des Werkstücks erhalten, es kommt eine Schicht hinzu. Beim Ändern der Stoffeigenschaften bleibt sogar die Schicht aus, das Gefüge des Werkstoffs wird umgebaut. Beide Hauptgruppen ordnen sich deshalb nach anderen Kriterien: Beschichten nach dem Zustand des Beschichtungsstoffs, Stoffeigenschaft ändern nach der Art der Einwirkung.
Wie die Ordnungsnummern der DIN 8580 aufgebaut sind
Jede Ziffer steht für eine Gliederungsebene. Die erste Ziffer nennt die Hauptgruppe, die zweite die Gruppe, die dritte die Untergruppe, danach folgen Verfahren und Verfahrensvarianten. Ein Beispiel aus unserer Fertigung: Die 3 steht für Trennen, die 1 für die Gruppe Zerteilen, die zweite 1 für die Untergruppe Scherschneiden. Wer 3.1.1 in eine Zeichnung oder einen Arbeitsplan schreibt, meint genau ein Verfahren und nichts anderes.
Die Norm nennt als Zweck der Ordnungsnummern die Kennzeichnung von Verfahren in Fertigungsunterlagen, die Klassifizierung, die Dokumentation und die Datenverarbeitung. In einem ERP-System wird daraus ein Verfahrensschlüssel, der Angebot, Arbeitsplan und Prüfplan zusammenhält.
Die Gruppen und Untergruppen der DIN 8580 im Einzelnen
Hauptgruppe 1: Urformen
Urformen erzeugt aus formlosem Stoff einen festen Körper. Papier und Vliesstoffe entstehen so, und damit auch die Ausgangsbahnen vieler Elektroisolierstoffe.
| Nr. | Gruppe | Beispiele |
|---|---|---|
| 1.1 | Urformen aus dem flüssigen Zustand | Sandguss, Druckguss, Stranggießen |
| 1.2 | Urformen aus dem plastischen Zustand | Spritzgießen, Extrudieren von Folien |
| 1.3 | Urformen aus dem breiigen Zustand | Schlickerguss, Betonguss |
| 1.4 | Urformen aus dem körnigen oder pulverförmigen Zustand | Pulverpressen, Sintern |
| 1.5 | Urformen aus dem span- oder faserförmigen Zustand | Papierherstellung, Faserplatten, Vliesbildung |
| 1.6 | Urformen durch Schweißen (neu in der Ausgabe 2022) | Lichtbogenhandschweißen als Untergruppe 1.6.1 |
| 1.8 | Urformen aus dem gas- oder dampfförmigen Zustand | Abscheiden aus der Gasphase |
| 1.9 | Urformen aus dem ionisierten Zustand | Galvanoformung |
| 1.10 | Urformen durch additive Fertigung | 3D-Druck, Lasersintern |
Die Lücke bei 1.7 hat einen Grund. Die Ausgabe 2003 hielt die Nummern 1.6 und 1.7 frei und begründete das damit, dass Schweißen und Löten beim Urformen anders als beim Beschichten nicht vorkommen. Die Ausgabe 2022 hat diese Einschätzung für das Schweißen korrigiert und die Gruppe 1.6 belegt. Die 1.7 für das Löten bleibt frei.
Hauptgruppe 2: Umformen
Umformen ändert die Form eines festen Körpers, ohne Material wegzunehmen oder hinzuzufügen. Die Rahmennorm DIN 8582 sortiert die fünf Gruppen nach dem Spannungszustand im Werkstück. Wer sich für die Verfahren dieser Hauptgruppe im Detail interessiert, findet sie in unserem Artikel zur Umformtechnik aufgeschlüsselt.
| Nr. | Gruppe | Norm | Beispiele |
|---|---|---|---|
| 2.1 | Druckumformen | DIN 8583 | Walzen, Gesenkschmieden, Strangpressen |
| 2.2 | Zugdruckumformen | DIN 8584 | Tiefziehen, Durchziehen, Drücken |
| 2.3 | Zugumformen | DIN 8585 | Längen, Weiten, Tiefen |
| 2.4 | Biegeumformen | DIN 8586 | Freies Biegen, Schwenkbiegen, Rundwalzen, Falzen |
| 2.5 | Schubumformen | DIN 8587 | Verschieben, Verdrehen |
Hauptgruppe 3: Trennen
Trennen hebt den Zusammenhalt örtlich auf. Die Gruppe 3.1 Zerteilen arbeitet spanlos, die Gruppen 3.2 und 3.3 erzeugen Späne, die Gruppe 3.4 trägt ohne mechanische Schneide ab. Für einen Betrieb, der Bahnware verarbeitet, ist diese Hauptgruppe die wichtigste von allen sechs.
| Nr. | Gruppe | Norm | Beispiele |
|---|---|---|---|
| 3.1 | Zerteilen | DIN 8588 | Scherschneiden (3.1.1), Messerschneiden, Beißschneiden, Spalten, Brechen |
| 3.2 | Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden | DIN 8589 | Drehen, Bohren, Fräsen, Sägen |
| 3.3 | Spanen mit geometrisch unbestimmten Schneiden | DIN 8589 | Schleifen, Honen, Läppen, Strahlspanen |
| 3.4 | Abtragen | DIN 8590 | Funkenerodieren, Laserstrahlschneiden, Brennschneiden, Ätzen |
| 3.5 | Zerlegen | DIN 8591 | Auseinandernehmen von Bauteilen, Entleeren |
| 3.6 | Reinigen | DIN 8592 | Strahlreinigen, Lösemittelreinigen, Entfetten |
Reinigen als Fertigungsverfahren überrascht viele Leser. Die Logik der Norm ist streng: Wer Zunder, Fett oder Staub von einer Oberfläche holt, hebt den Zusammenhalt zwischen Fremdstoff und Werkstück auf. Damit gehört Reinigen zum Trennen und nicht in eine eigene Hauptgruppe.
Hauptgruppe 4: Fügen
Fügen bringt zwei oder mehr Werkstücke dauerhaft oder lösbar zusammen. Die neun Gruppen sind in der DIN 8593 mit Teil 1 bis 9 einzeln ausgeführt, zusammen etwa hundert Einzelverfahren. Der Normenausschuss Technische Grundlagen hat diese Hauptgruppe als nächste zur Überarbeitung vorgesehen. Die Abgrenzung der Verfahren untereinander behandeln wir im Artikel zur Fügetechnik.
| Nr. | Gruppe | Norm | Beispiele |
|---|---|---|---|
| 4.1 | Zusammensetzen | DIN 8593-1 | Einlegen, Einsetzen, Einhängen, Ineinanderschieben |
| 4.2 | Füllen | DIN 8593-2 | Tränken, Imprägnieren, Vergießen von Hohlräumen |
| 4.3 | An- und Einpressen | DIN 8593-3 | Schrauben, Klemmen, Nageln, Pressverband |
| 4.4 | Fügen durch Urformen | DIN 8593-4 | Eingießen, Umspritzen |
| 4.5 | Fügen durch Umformen | DIN 8593-5 | Bördeln, Falzen, Nieten, Durchsetzfügen |
| 4.6 | Schweißen | DIN 8593-6 | Lichtbogenschweißen, Laserschweißen, Ultraschallschweißen |
| 4.7 | Löten | DIN 8593-7 | Weichlöten, Hartlöten |
| 4.8 | Kleben | DIN 8593-8 | Klebstoffkleben, Kleben mit Haftklebebändern |
| 4.9 | Textiles Fügen | DIN 8593-9 | Nähen, Knüpfen |
Hauptgruppe 5: Beschichten
Beschichten bringt eine festhaftende Schicht aus formlosem Stoff auf ein Werkstück. Die Gruppen sind nach dem Zustand des Beschichtungsstoffs geordnet und laufen dadurch parallel zur Hauptgruppe 1.
| Nr. | Gruppe | Beispiele |
|---|---|---|
| 5.1 | Beschichten aus dem flüssigen Zustand | Lackieren, Tauchen, Klebstoffauftrag im Kaschierwerk |
| 5.2 | Beschichten aus dem plastischen Zustand | Spachteln, Extrusionsbeschichten |
| 5.3 | Beschichten aus dem breiigen Zustand | Rakeln von Pasten |
| 5.4 | Beschichten aus dem körnigen oder pulverförmigen Zustand | Pulverbeschichten, Wirbelsintern |
| 5.5 | Beschichten aus dem span- oder faserförmigen Zustand | Beflocken |
| 5.6 | Beschichten durch Schweißen | Auftragschweißen, Plattieren |
| 5.7 | Beschichten durch Löten | Auftraglöten |
| 5.8 | Beschichten aus dem gas- oder dampfförmigen Zustand | Bedampfen, CVD- und PVD-Verfahren |
| 5.9 | Beschichten aus dem ionisierten Zustand | Galvanisieren, elektrolytisches Abscheiden |
Hauptgruppe 6: Stoffeigenschaft ändern
Die sechste Hauptgruppe greift das Gefüge des Werkstoffs an. Form und Oberfläche bleiben, wie sie sind. Sieben Gruppen bilden ab, wodurch diese Änderung ausgelöst wird.
- 6.1 Verfestigen durch Umformen, etwa Verfestigungsstrahlen, Walzen oder Ziehen
- 6.2 Wärmebehandeln, etwa Glühen, Härten, Anlassen, Vergüten
- 6.3 Thermomechanisches Behandeln
- 6.4 Sintern und Brennen
- 6.5 Magnetisieren
- 6.6 Bestrahlen
- 6.7 Photochemische Verfahren
Für Elektroisolierstoffe ist vor allem 6.6 Bestrahlen relevant. Vernetzte Polyethylenfolien bekommen ihre erhöhte Temperaturbeständigkeit durch Elektronenbestrahlung, ohne dass sich Dicke oder Kontur ändern.
Welchen Stand die DIN 8580 heute hat
Es gilt die Ausgabe DIN 8580:2022-12 mit dem Titel Fertigungsverfahren, Begriffe, Einteilung. Sie umfasst 25 Seiten und ersetzt die Ausgabe DIN 8580:2003-09. Gegenüber der Vorgängerausgabe sind die normativen Verweisungen klargestellt und der Begriffsabschnitt überarbeitet, die Untergruppen 1.3 und 5.3 tragen neue Namen, die Gruppe 1.6 Urformen durch Schweißen ist neu aufgenommen und die Gruppe 1.10 Urformen durch additive Fertigung ebenfalls.
Die additive Fertigung hat damit einen festen Platz in der Systematik, statt als Sonderfall zwischen den Hauptgruppen zu hängen. Die Einordnung folgt der Logik der Norm: Ein 3D-Drucker erzeugt aus formlosem Stoff einen zusammenhängenden Körper, das ist Urformen und nichts anderes.
Welche Hauptgruppen GOBA täglich fertigt
Ein Betrieb, der Elektroisolierstoffe verarbeitet, berührt vier der sechs Hauptgruppen. Die Zuordnung ist keine Theorie, sie steht in unseren Arbeitsplänen. Wir fertigen seit 1959 Isolierteile aus Hostaphan, Mylar, Nomex, Pressspan und technischen Laminaten und nutzen dafür genau die folgenden Verfahren.
| Verfahren bei GOBA | Nr. | Einordnung nach DIN 8580 | Kennwert aus unserer Fertigung |
|---|---|---|---|
| Rollenschneiden mit Kreismessern | 3.1.1 | Trennen, Zerteilen, Scherschneiden | Schnittbreiten 5 bis 1.600 mm, Breitentoleranz plus minus 0,1 mm |
| Stanzen mit Bandstahlschnitt oder Vollstahlwerkzeug | 3.1.1 | Trennen, Zerteilen, Scherschneiden | Materialdicke 0,023 bis 3,0 mm, Format bis 1.000 x 2.000 mm |
| Kiss-Cut auf Trägerliner | 3.1.1 | Trennen, auf die obere Lage begrenzt | Schnitt endet im Liner, Teil bleibt entnahmefertig auf der Bahn |
| Rillen, Falzen und Biegen | 2.4 | Umformen, Biegeumformen nach DIN 8586 | Biegelinien werden im selben Stanzhub vorgeprägt |
| Klebebandaufbringung, selbstklebende Ausführungen | 4.8 | Fügen, Kleben nach DIN 8593-8 | Haftklebebänder nach Temperaturklasse der Anwendung |
| Klebstoffauftrag beim Kaschieren | 5.1 | Beschichten aus dem flüssigen Zustand | Vorstufe zu Laminaten wie DMD und NMN |
| Warmverformen komplexer Geometrien | 2 | Umformen unter Wärmeeinwirkung | Einpassung in Blechpakete ohne Schäden an der Oberfläche |
Die Hauptgruppe 3 trägt den größten Teil unserer Fertigung. Beim Rollenschneiden laufen zwei Kreismesser aneinander vorbei und zerteilen die Bahn, das ist Scherschneiden im Sinne der DIN 8588. Beim Stanzen und Formen arbeitet dieselbe Untergruppe, nur mit geschlossener Schneidkontur statt umlaufender Messer. Wer die Verfahrensdetails braucht, findet sie in unseren Artikeln zu Stanzteilen und zum Rollenschneiden.
Ein Fall zeigt die Systematik besonders gut. Beim Kaschieren zweier Bahnen zu einem Laminat greifen zwei Hauptgruppen ineinander: Der Klebstoffauftrag auf die erste Bahn ist Beschichten aus dem flüssigen Zustand, die anschließende Verbindung beider Bahnen ist Kleben nach 4.8. Dieselbe Maschine, zwei Ordnungsnummern. Wer im Angebot nur Kaschieren schreibt, hat die Norm nicht angewendet, sondern umgangen. Genau solche Prozessketten beschreiben wir im Artikel zu den Converting-Verfahren.
Wofür die DIN 8580 im Einkauf und in der Konstruktion taugt
Der praktische Wert der Norm liegt in einem einzigen Punkt: Sie macht die Benennung eines Verfahrens eindeutig. Zuschnitt kann in einer Anfrage alles heißen, von Scherschneiden über Laserschneiden bis Wasserstrahlschneiden. Diese drei Verfahren liegen in unterschiedlichen Gruppen, kosten unterschiedlich viel und hinterlassen völlig verschiedene Schnittkanten. Bei Folien unter 0,1 mm Dicke entscheidet die Wahl darüber, ob die Kante sauber bleibt oder thermisch verzieht.
Drei Stellen im Beschaffungsprozess profitieren davon konkret:
- Die Zeichnung: Ein Verfahrensvermerk mit Ordnungsnummer legt fest, wie eine Kante entstehen soll, und schließt Alternativen aus, die anders aussehen.
- Die Anfrage: Wer Scherschneiden statt Zuschnitt schreibt, bekommt vergleichbare Angebote statt Preise für drei verschiedene Verfahren.
- Der Arbeitsplan und das ERP-System: Die Ordnungsnummer taugt als Verfahrensschlüssel und verbindet Kalkulation, Fertigung und Prüfplanung mit demselben Begriff.
Für die Bemaßung derselben Zeichnung greift eine andere Norm. Die Verfahrensbenennung sagt nichts über zulässige Abweichungen, dafür sorgt der Vermerk nach DIN ISO 2768. Beide Angaben gehören zusammen ins Schriftfeld.
Wo die Norm an ihre Grenzen stößt
Ein häufiger Einwand aus dem Einkauf lautet: Warum eine Ordnungsnummer, wenn gestanzt doch jeder versteht. Die Antwort hängt vom Werkstoff ab. Bei Blech versteht es tatsächlich jeder. Bei einem dreilagigen Laminat mit Trägerliner heißt gestanzt entweder durchgestanzt, angestanzt oder nur die obere Lage geschnitten, und diese drei Varianten ergeben drei verschiedene Bauteile. Die Ordnungsnummer allein löst das noch nicht, sie zwingt aber zu der Frage, welche Lage getrennt werden soll.
Die DIN 8580 ordnet Verfahren, sie spezifiziert kein Ergebnis. Vier Punkte bleiben deshalb offen und müssen anderswo geregelt werden.
- Toleranzen, Kantenqualität und Oberfläche stehen nicht in der Norm. Dafür braucht die Zeichnung eigene Angaben.
- Verfahren mit begrenzter Schnitttiefe wie Kiss-Cut und Anstanzung bildet die Systematik nur grob ab, obwohl sie in der Bahnwarenverarbeitung Alltag sind.
- Prozessketten laufen quer zur Gliederung. Eine Kaschier- und Schneidanlage berührt in einem Durchlauf die Hauptgruppen 5, 4 und 3.
- Die Norm läuft der Technik hinterher. Der 3D-Druck war Jahrzehnte in Serie, bevor ihn die Ausgabe 2022 als Gruppe 1.10 aufgenommen hat.
Unser Rat an Konstrukteure: Nutzen Sie die Ordnungsnummer als Anker im Schriftfeld und ergänzen Sie die Werte, die das Bauteil tatsächlich beschreiben, also Dicke, Toleranz, Kantenanforderung und Lieferform. Schicken Sie uns Ihre Zeichnung, dann ordnen wir die nötigen Verfahren zu und nennen Ihnen die machbaren Toleranzen für Ihren Werkstoff. Aus dieser Zuordnung entstehen bei uns Stanz- und Biegeteile und, wo die Geometrie es verlangt, kundenspezifische Produkte.


