DIN 8580: Einteilung der Fertigungsverfahren

Verfasst: GOBA Redaktion·1. März 2026·9 Min. Lesezeit

Die DIN 8580 teilt alle Fertigungsverfahren in sechs Hauptgruppen ein: Urformen, Umformen, Trennen, Fügen, Beschichten und Stoffeigenschaft ändern. Sortierkriterium ist der Zusammenhalt des Werkstoffs. Er wird geschaffen, beibehalten, vermindert oder vermehrt. Jedes Verfahren bekommt eine Ordnungsnummer, deren erste Ziffer die Hauptgruppe nennt, die zweite die Gruppe und die dritte die Untergruppe. Scherschneiden trägt so die Nummer 3.1.1. Es gilt die Ausgabe DIN 8580:2022-12, sie hat die Ausgabe von 2003 abgelöst.

Auf dieser Seite stehen alle sechs Hauptgruppen mit ihren Gruppen, den Ordnungsnummern und den zugehörigen Folgenormen. Danach zeigen wir, wo die Verfahren eines Betriebs für Elektroisolierstoffe in dieser Systematik landen, mit den realen Zahlen aus unserer Fertigung.

Die sechs Hauptgruppen der Fertigungsverfahren nach DIN 8580

Die sechs Hauptgruppen decken jedes denkbare Fertigungsverfahren ab. Die Reihenfolge ist kein Zufall: Sie folgt dem Weg des Werkstoffs vom formlosen Stoff zum fertigen Bauteil.

Nr.HauptgruppeWas mit dem Zusammenhalt geschiehtTypische VerfahrenFolgenormen der Gruppen
1UrformenZusammenhalt wird geschaffenGießen, Spritzgießen, Sintern, Papierherstellung, 3D-DruckDIN 8580 selbst
2UmformenZusammenhalt bleibt erhaltenWalzen, Schmieden, Tiefziehen, Biegen, FalzenDIN 8582 bis DIN 8587
3TrennenZusammenhalt wird örtlich aufgehobenScherschneiden, Stanzen, Drehen, Fräsen, Schleifen, LaserschneidenDIN 8588 bis DIN 8592
4FügenZusammenhalt wird vermehrtSchweißen, Löten, Kleben, Nieten, SchraubenDIN 8593, Teil 1 bis 9
5BeschichtenEine festhaftende Schicht kommt hinzuLackieren, Pulverbeschichten, Galvanisieren, BedampfenDIN 8580 selbst
6Stoffeigenschaft ändernDer Werkstoff selbst wird verändertGlühen, Härten, Vergüten, Sintern, MagnetisierenDIN 8580 selbst

Die Hauptgruppen 5 und 6 fallen aus dem Zusammenhalts-Schema heraus. Beim Beschichten bleibt die Kontur des Werkstücks erhalten, es kommt eine Schicht hinzu. Beim Ändern der Stoffeigenschaften bleibt sogar die Schicht aus, das Gefüge des Werkstoffs wird umgebaut. Beide Hauptgruppen ordnen sich deshalb nach anderen Kriterien: Beschichten nach dem Zustand des Beschichtungsstoffs, Stoffeigenschaft ändern nach der Art der Einwirkung.

Wie die Ordnungsnummern der DIN 8580 aufgebaut sind

Jede Ziffer steht für eine Gliederungsebene. Die erste Ziffer nennt die Hauptgruppe, die zweite die Gruppe, die dritte die Untergruppe, danach folgen Verfahren und Verfahrensvarianten. Ein Beispiel aus unserer Fertigung: Die 3 steht für Trennen, die 1 für die Gruppe Zerteilen, die zweite 1 für die Untergruppe Scherschneiden. Wer 3.1.1 in eine Zeichnung oder einen Arbeitsplan schreibt, meint genau ein Verfahren und nichts anderes.

Die Norm nennt als Zweck der Ordnungsnummern die Kennzeichnung von Verfahren in Fertigungsunterlagen, die Klassifizierung, die Dokumentation und die Datenverarbeitung. In einem ERP-System wird daraus ein Verfahrensschlüssel, der Angebot, Arbeitsplan und Prüfplan zusammenhält.

Die Gruppen und Untergruppen der DIN 8580 im Einzelnen

Hauptgruppe 1: Urformen

Urformen erzeugt aus formlosem Stoff einen festen Körper. Papier und Vliesstoffe entstehen so, und damit auch die Ausgangsbahnen vieler Elektroisolierstoffe.

Nr.GruppeBeispiele
1.1Urformen aus dem flüssigen ZustandSandguss, Druckguss, Stranggießen
1.2Urformen aus dem plastischen ZustandSpritzgießen, Extrudieren von Folien
1.3Urformen aus dem breiigen ZustandSchlickerguss, Betonguss
1.4Urformen aus dem körnigen oder pulverförmigen ZustandPulverpressen, Sintern
1.5Urformen aus dem span- oder faserförmigen ZustandPapierherstellung, Faserplatten, Vliesbildung
1.6Urformen durch Schweißen (neu in der Ausgabe 2022)Lichtbogenhandschweißen als Untergruppe 1.6.1
1.8Urformen aus dem gas- oder dampfförmigen ZustandAbscheiden aus der Gasphase
1.9Urformen aus dem ionisierten ZustandGalvanoformung
1.10Urformen durch additive Fertigung3D-Druck, Lasersintern

Die Lücke bei 1.7 hat einen Grund. Die Ausgabe 2003 hielt die Nummern 1.6 und 1.7 frei und begründete das damit, dass Schweißen und Löten beim Urformen anders als beim Beschichten nicht vorkommen. Die Ausgabe 2022 hat diese Einschätzung für das Schweißen korrigiert und die Gruppe 1.6 belegt. Die 1.7 für das Löten bleibt frei.

Hauptgruppe 2: Umformen

Umformen ändert die Form eines festen Körpers, ohne Material wegzunehmen oder hinzuzufügen. Die Rahmennorm DIN 8582 sortiert die fünf Gruppen nach dem Spannungszustand im Werkstück. Wer sich für die Verfahren dieser Hauptgruppe im Detail interessiert, findet sie in unserem Artikel zur Umformtechnik aufgeschlüsselt.

Nr.GruppeNormBeispiele
2.1DruckumformenDIN 8583Walzen, Gesenkschmieden, Strangpressen
2.2ZugdruckumformenDIN 8584Tiefziehen, Durchziehen, Drücken
2.3ZugumformenDIN 8585Längen, Weiten, Tiefen
2.4BiegeumformenDIN 8586Freies Biegen, Schwenkbiegen, Rundwalzen, Falzen
2.5SchubumformenDIN 8587Verschieben, Verdrehen

Hauptgruppe 3: Trennen

Trennen hebt den Zusammenhalt örtlich auf. Die Gruppe 3.1 Zerteilen arbeitet spanlos, die Gruppen 3.2 und 3.3 erzeugen Späne, die Gruppe 3.4 trägt ohne mechanische Schneide ab. Für einen Betrieb, der Bahnware verarbeitet, ist diese Hauptgruppe die wichtigste von allen sechs.

Nr.GruppeNormBeispiele
3.1ZerteilenDIN 8588Scherschneiden (3.1.1), Messerschneiden, Beißschneiden, Spalten, Brechen
3.2Spanen mit geometrisch bestimmten SchneidenDIN 8589Drehen, Bohren, Fräsen, Sägen
3.3Spanen mit geometrisch unbestimmten SchneidenDIN 8589Schleifen, Honen, Läppen, Strahlspanen
3.4AbtragenDIN 8590Funkenerodieren, Laserstrahlschneiden, Brennschneiden, Ätzen
3.5ZerlegenDIN 8591Auseinandernehmen von Bauteilen, Entleeren
3.6ReinigenDIN 8592Strahlreinigen, Lösemittelreinigen, Entfetten

Reinigen als Fertigungsverfahren überrascht viele Leser. Die Logik der Norm ist streng: Wer Zunder, Fett oder Staub von einer Oberfläche holt, hebt den Zusammenhalt zwischen Fremdstoff und Werkstück auf. Damit gehört Reinigen zum Trennen und nicht in eine eigene Hauptgruppe.

Hauptgruppe 4: Fügen

Fügen bringt zwei oder mehr Werkstücke dauerhaft oder lösbar zusammen. Die neun Gruppen sind in der DIN 8593 mit Teil 1 bis 9 einzeln ausgeführt, zusammen etwa hundert Einzelverfahren. Der Normenausschuss Technische Grundlagen hat diese Hauptgruppe als nächste zur Überarbeitung vorgesehen. Die Abgrenzung der Verfahren untereinander behandeln wir im Artikel zur Fügetechnik.

Nr.GruppeNormBeispiele
4.1ZusammensetzenDIN 8593-1Einlegen, Einsetzen, Einhängen, Ineinanderschieben
4.2FüllenDIN 8593-2Tränken, Imprägnieren, Vergießen von Hohlräumen
4.3An- und EinpressenDIN 8593-3Schrauben, Klemmen, Nageln, Pressverband
4.4Fügen durch UrformenDIN 8593-4Eingießen, Umspritzen
4.5Fügen durch UmformenDIN 8593-5Bördeln, Falzen, Nieten, Durchsetzfügen
4.6SchweißenDIN 8593-6Lichtbogenschweißen, Laserschweißen, Ultraschallschweißen
4.7LötenDIN 8593-7Weichlöten, Hartlöten
4.8KlebenDIN 8593-8Klebstoffkleben, Kleben mit Haftklebebändern
4.9Textiles FügenDIN 8593-9Nähen, Knüpfen

Hauptgruppe 5: Beschichten

Beschichten bringt eine festhaftende Schicht aus formlosem Stoff auf ein Werkstück. Die Gruppen sind nach dem Zustand des Beschichtungsstoffs geordnet und laufen dadurch parallel zur Hauptgruppe 1.

Nr.GruppeBeispiele
5.1Beschichten aus dem flüssigen ZustandLackieren, Tauchen, Klebstoffauftrag im Kaschierwerk
5.2Beschichten aus dem plastischen ZustandSpachteln, Extrusionsbeschichten
5.3Beschichten aus dem breiigen ZustandRakeln von Pasten
5.4Beschichten aus dem körnigen oder pulverförmigen ZustandPulverbeschichten, Wirbelsintern
5.5Beschichten aus dem span- oder faserförmigen ZustandBeflocken
5.6Beschichten durch SchweißenAuftragschweißen, Plattieren
5.7Beschichten durch LötenAuftraglöten
5.8Beschichten aus dem gas- oder dampfförmigen ZustandBedampfen, CVD- und PVD-Verfahren
5.9Beschichten aus dem ionisierten ZustandGalvanisieren, elektrolytisches Abscheiden

Hauptgruppe 6: Stoffeigenschaft ändern

Die sechste Hauptgruppe greift das Gefüge des Werkstoffs an. Form und Oberfläche bleiben, wie sie sind. Sieben Gruppen bilden ab, wodurch diese Änderung ausgelöst wird.

  • 6.1 Verfestigen durch Umformen, etwa Verfestigungsstrahlen, Walzen oder Ziehen
  • 6.2 Wärmebehandeln, etwa Glühen, Härten, Anlassen, Vergüten
  • 6.3 Thermomechanisches Behandeln
  • 6.4 Sintern und Brennen
  • 6.5 Magnetisieren
  • 6.6 Bestrahlen
  • 6.7 Photochemische Verfahren

Für Elektroisolierstoffe ist vor allem 6.6 Bestrahlen relevant. Vernetzte Polyethylenfolien bekommen ihre erhöhte Temperaturbeständigkeit durch Elektronenbestrahlung, ohne dass sich Dicke oder Kontur ändern.

Welchen Stand die DIN 8580 heute hat

Es gilt die Ausgabe DIN 8580:2022-12 mit dem Titel Fertigungsverfahren, Begriffe, Einteilung. Sie umfasst 25 Seiten und ersetzt die Ausgabe DIN 8580:2003-09. Gegenüber der Vorgängerausgabe sind die normativen Verweisungen klargestellt und der Begriffsabschnitt überarbeitet, die Untergruppen 1.3 und 5.3 tragen neue Namen, die Gruppe 1.6 Urformen durch Schweißen ist neu aufgenommen und die Gruppe 1.10 Urformen durch additive Fertigung ebenfalls.

Die additive Fertigung hat damit einen festen Platz in der Systematik, statt als Sonderfall zwischen den Hauptgruppen zu hängen. Die Einordnung folgt der Logik der Norm: Ein 3D-Drucker erzeugt aus formlosem Stoff einen zusammenhängenden Körper, das ist Urformen und nichts anderes.

Welche Hauptgruppen GOBA täglich fertigt

Ein Betrieb, der Elektroisolierstoffe verarbeitet, berührt vier der sechs Hauptgruppen. Die Zuordnung ist keine Theorie, sie steht in unseren Arbeitsplänen. Wir fertigen seit 1959 Isolierteile aus Hostaphan, Mylar, Nomex, Pressspan und technischen Laminaten und nutzen dafür genau die folgenden Verfahren.

Verfahren bei GOBANr.Einordnung nach DIN 8580Kennwert aus unserer Fertigung
Rollenschneiden mit Kreismessern3.1.1Trennen, Zerteilen, ScherschneidenSchnittbreiten 5 bis 1.600 mm, Breitentoleranz plus minus 0,1 mm
Stanzen mit Bandstahlschnitt oder Vollstahlwerkzeug3.1.1Trennen, Zerteilen, ScherschneidenMaterialdicke 0,023 bis 3,0 mm, Format bis 1.000 x 2.000 mm
Kiss-Cut auf Trägerliner3.1.1Trennen, auf die obere Lage begrenztSchnitt endet im Liner, Teil bleibt entnahmefertig auf der Bahn
Rillen, Falzen und Biegen2.4Umformen, Biegeumformen nach DIN 8586Biegelinien werden im selben Stanzhub vorgeprägt
Klebebandaufbringung, selbstklebende Ausführungen4.8Fügen, Kleben nach DIN 8593-8Haftklebebänder nach Temperaturklasse der Anwendung
Klebstoffauftrag beim Kaschieren5.1Beschichten aus dem flüssigen ZustandVorstufe zu Laminaten wie DMD und NMN
Warmverformen komplexer Geometrien2Umformen unter WärmeeinwirkungEinpassung in Blechpakete ohne Schäden an der Oberfläche

Die Hauptgruppe 3 trägt den größten Teil unserer Fertigung. Beim Rollenschneiden laufen zwei Kreismesser aneinander vorbei und zerteilen die Bahn, das ist Scherschneiden im Sinne der DIN 8588. Beim Stanzen und Formen arbeitet dieselbe Untergruppe, nur mit geschlossener Schneidkontur statt umlaufender Messer. Wer die Verfahrensdetails braucht, findet sie in unseren Artikeln zu Stanzteilen und zum Rollenschneiden.

Ein Fall zeigt die Systematik besonders gut. Beim Kaschieren zweier Bahnen zu einem Laminat greifen zwei Hauptgruppen ineinander: Der Klebstoffauftrag auf die erste Bahn ist Beschichten aus dem flüssigen Zustand, die anschließende Verbindung beider Bahnen ist Kleben nach 4.8. Dieselbe Maschine, zwei Ordnungsnummern. Wer im Angebot nur Kaschieren schreibt, hat die Norm nicht angewendet, sondern umgangen. Genau solche Prozessketten beschreiben wir im Artikel zu den Converting-Verfahren.

Wofür die DIN 8580 im Einkauf und in der Konstruktion taugt

Der praktische Wert der Norm liegt in einem einzigen Punkt: Sie macht die Benennung eines Verfahrens eindeutig. Zuschnitt kann in einer Anfrage alles heißen, von Scherschneiden über Laserschneiden bis Wasserstrahlschneiden. Diese drei Verfahren liegen in unterschiedlichen Gruppen, kosten unterschiedlich viel und hinterlassen völlig verschiedene Schnittkanten. Bei Folien unter 0,1 mm Dicke entscheidet die Wahl darüber, ob die Kante sauber bleibt oder thermisch verzieht.

Drei Stellen im Beschaffungsprozess profitieren davon konkret:

  1. Die Zeichnung: Ein Verfahrensvermerk mit Ordnungsnummer legt fest, wie eine Kante entstehen soll, und schließt Alternativen aus, die anders aussehen.
  2. Die Anfrage: Wer Scherschneiden statt Zuschnitt schreibt, bekommt vergleichbare Angebote statt Preise für drei verschiedene Verfahren.
  3. Der Arbeitsplan und das ERP-System: Die Ordnungsnummer taugt als Verfahrensschlüssel und verbindet Kalkulation, Fertigung und Prüfplanung mit demselben Begriff.

Für die Bemaßung derselben Zeichnung greift eine andere Norm. Die Verfahrensbenennung sagt nichts über zulässige Abweichungen, dafür sorgt der Vermerk nach DIN ISO 2768. Beide Angaben gehören zusammen ins Schriftfeld.

Wo die Norm an ihre Grenzen stößt

Ein häufiger Einwand aus dem Einkauf lautet: Warum eine Ordnungsnummer, wenn gestanzt doch jeder versteht. Die Antwort hängt vom Werkstoff ab. Bei Blech versteht es tatsächlich jeder. Bei einem dreilagigen Laminat mit Trägerliner heißt gestanzt entweder durchgestanzt, angestanzt oder nur die obere Lage geschnitten, und diese drei Varianten ergeben drei verschiedene Bauteile. Die Ordnungsnummer allein löst das noch nicht, sie zwingt aber zu der Frage, welche Lage getrennt werden soll.

Die DIN 8580 ordnet Verfahren, sie spezifiziert kein Ergebnis. Vier Punkte bleiben deshalb offen und müssen anderswo geregelt werden.

  • Toleranzen, Kantenqualität und Oberfläche stehen nicht in der Norm. Dafür braucht die Zeichnung eigene Angaben.
  • Verfahren mit begrenzter Schnitttiefe wie Kiss-Cut und Anstanzung bildet die Systematik nur grob ab, obwohl sie in der Bahnwarenverarbeitung Alltag sind.
  • Prozessketten laufen quer zur Gliederung. Eine Kaschier- und Schneidanlage berührt in einem Durchlauf die Hauptgruppen 5, 4 und 3.
  • Die Norm läuft der Technik hinterher. Der 3D-Druck war Jahrzehnte in Serie, bevor ihn die Ausgabe 2022 als Gruppe 1.10 aufgenommen hat.

Unser Rat an Konstrukteure: Nutzen Sie die Ordnungsnummer als Anker im Schriftfeld und ergänzen Sie die Werte, die das Bauteil tatsächlich beschreiben, also Dicke, Toleranz, Kantenanforderung und Lieferform. Schicken Sie uns Ihre Zeichnung, dann ordnen wir die nötigen Verfahren zu und nennen Ihnen die machbaren Toleranzen für Ihren Werkstoff. Aus dieser Zuordnung entstehen bei uns Stanz- und Biegeteile und, wo die Geometrie es verlangt, kundenspezifische Produkte.

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Kontaktieren Sie uns gerne, um die optimale Lösung für Ihre Anforderungen zu finden.

Verwandte Glossar-Begriffe

Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit thematisch verbundenen Artikeln.

  • Umformtechnik

    Umformtechnik umfasst die Fertigungsverfahren, die einen festen Körper durch plastisches Verformen in eine neue Form bringen, wobei Masse und Stoffzusammenhalt erhalten bleiben. Bei GOBA heißt das Rillen, Falzen, Prägen und Warmformen von Isolierstoffen.

  • Fügetechnik

    Fügetechnik umfasst alle Verfahren, mit denen Bauteile dauerhaft oder lösbar verbunden werden, z. B. Schweißen, Kleben, Schrauben und Nieten.

  • Stanzteile

    Stanzteile sind flache Bauteile, die ein Werkzeug in einem Hub aus bahnförmigem Material trennt. Bei GOBA entstehen sie aus Elektroisolierstoffen von 0,023 bis 3,0 mm Dicke.

  • Biegeteile

    Biegeteile sind Bauteile, die nach dem Zuschnitt entlang definierter Linien in Form gebracht werden. Aus Isolierstoffen entstehen sie durch Rillen, Falzen oder Warmverformen.

  • Converting-Verfahren

    Converting-Verfahren bezeichnen alle Prozesse, mit denen bahnförmige Materialien wie Folien, Papiere und Laminate zugeschnitten und weiterverarbeitet werden.

  • Rollenschneiden

    Rollenschneiden ist ein Verfahren zum präzisen Zuschnitt bahnförmiger Materialien von Mutterrollen in spezifische Breiten und Lauflängen.

FAQ zur DIN 8580

Welche sechs Hauptgruppen kennt die DIN 8580?

Die DIN 8580 kennt sechs Hauptgruppen: 1 Urformen, 2 Umformen, 3 Trennen, 4 Fügen, 5 Beschichten und 6 Stoffeigenschaft ändern. Geordnet sind sie danach, was mit dem Zusammenhalt des Werkstoffs geschieht. Urformen schafft ihn, Umformen erhält ihn, Trennen vermindert ihn, Fügen vermehrt ihn.

Was bedeutet eine Ordnungsnummer wie 3.1.1?

Die erste Ziffer nennt die Hauptgruppe, die zweite die Gruppe, die dritte die Untergruppe. Die 3.1.1 steht für Hauptgruppe 3 Trennen, Gruppe 3.1 Zerteilen, Untergruppe 3.1.1 Scherschneiden. Dieses Verfahren nutzen wir sowohl beim Rollenschneiden als auch beim Stanzen von Isolierteilen.

Welche Ausgabe der DIN 8580 gilt aktuell?

Es gilt die Ausgabe DIN 8580:2022-12 mit 25 Seiten. Sie ersetzt die Ausgabe DIN 8580:2003-09 und bringt unter anderem die neuen Gruppen 1.6 Urformen durch Schweißen und 1.10 Urformen durch additive Fertigung sowie neue Namen für die Untergruppen 1.3 und 5.3.

Wo ist die additive Fertigung in der DIN 8580 eingeordnet?

Die additive Fertigung steht seit der Ausgabe 2022 als Gruppe 1.10 in der Hauptgruppe 1 Urformen. Der Grund liegt in der Definition: Ein 3D-Drucker erzeugt aus formlosem Stoff einen zusammenhängenden Körper und schafft damit den Zusammenhalt neu.

In welche Hauptgruppe gehört das Stanzen?

Stanzen gehört zur Hauptgruppe 3 Trennen, genauer zur Gruppe 3.1 Zerteilen und dort zur Untergruppe 3.1.1 Scherschneiden nach DIN 8588. Werden im selben Werkzeug Falzkanten vorgeprägt, kommt zusätzlich das Biegeumformen der Gruppe 2.4 nach DIN 8586 ins Spiel.

Gilt die DIN 8580 auch für Kunststoffe und Isolierstoffe?

Die Norm ist werkstoffneutral formuliert und gilt für Folien, Papiere und Laminate genauso wie für Metall. Bei dünnen und mehrlagigen Werkstoffen reicht die Verfahrensbenennung allein aber nicht aus, weil sie offen lässt, welche Lage getrennt wird und welche Kantenqualität gefordert ist.

Welche Normen gehören zur DIN 8580?

Die Gruppenebene ist in eigenen Normen ausgeführt: DIN 8582 bis DIN 8587 für das Umformen, DIN 8588 bis DIN 8592 für das Trennen und DIN 8593 mit den Teilen 1 bis 9 für das Fügen. Die Hauptgruppen 1, 5 und 6 sind in der DIN 8580 selbst gegliedert.