DIN ISO 2768

Verfasst: GOBA Redaktion·1. März 2026·10 Min. Lesezeit

Die DIN ISO 2768 legt Allgemeintoleranzen für alle Maße fest, die in einer technischen Zeichnung keine einzelne Toleranzangabe tragen. Teil 1 regelt Längen- und Winkelmaße in den Toleranzklassen f, m, c und v, Teil 2 regelt Form- und Lagetoleranzen in den Klassen H, K und L. Der häufigste Zeichnungsvermerk lautet DIN ISO 2768-mK und bedeutet: Maßtoleranzen nach Klasse m (mittel), Form- und Lagetoleranzen nach Klasse K. Auf dieser Seite finden Sie alle Toleranztabellen beider Normteile und einen Rechner, der die zulässigen Grenzabmaße für Ihr Nennmaß direkt ermittelt.

Allgemeintoleranzen berechnen: Interaktiver Toleranzrechner nach DIN ISO 2768

Geben Sie Ihr Nennmaß ein und wählen Sie Maßtyp und Toleranzklasse. Der Rechner zeigt sofort die zulässige Abweichung, das Mindestmaß und das Höchstmaß. Er deckt beide Teile der Norm ab: Längenmaße, Rundungen, Fasen und Winkel nach DIN ISO 2768-1 sowie Geradheit, Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Symmetrie und Lauf nach DIN ISO 2768-2.

Toleranzrechner nach DIN ISO 2768

Grenzabmaße für Längen-, Winkel-, Form- und Lagetoleranzen direkt berechnen. Werte nach DIN ISO 2768-1 und DIN ISO 2768-2.

Dieser Toleranzrechner basiert auf den geprüften Werten der DIN ISO 2768-1 und DIN ISO 2768-2.

In der Praxis wird meist die Toleranzklasse m (mittel) verwendet, die für die meisten Standardbauteile ausreicht. Für höhere Anforderungen, etwa im Werkzeugbau oder bei Passungen, empfiehlt sich die Klasse f (fein). Die Klassen c (grob) und v (sehr grob) kommen bei geringeren Genauigkeitsanforderungen zum Einsatz, etwa im Stahlbau oder bei der Gussteilbearbeitung.

Was sind Allgemeintoleranzen nach ISO 2768?

Definition und Bedeutung von ISO 2768

Die ISO 2768 ist eine internationale Norm, die die zulässigen Abweichungen von Maß-, Form- und Lagetoleranzen festlegt. Sie dient dazu, Konstruktionszeichnungen zu vereinfachen, indem sie für bestimmte Maße keine individuellen Toleranzangaben mehr erfordert: die entsprechenden Abweichungen sind durch die Norm pauschal geregelt. Allgemeintoleranzen sind besonders wichtig, wenn es um Bauteile geht, bei denen eine gewisse Maßabweichung technisch unkritisch ist. Damit wird der Produktionsprozess erleichtert, Kosten werden gesenkt und gleichzeitig die Qualitätssicherung verbessert.

Bei GOBA fertigen wir Stanz- und Biegeteile sowie kundenspezifische Produkte zuverlässig nach DIN ISO 2768.

Unterschied zwischen ISO 2768 und DIN ISO 2768

Während sich die Bezeichnung DIN ISO 2768 auf die deutsche Fassung der internationalen Norm bezieht, handelt es sich bei der ISO 2768 um die internationale Originalfassung. Inhaltlich sind beide identisch.

Anwendungsbereiche der Allgemeintoleranzen

Die ISO 2768 findet Anwendung in der Metallbearbeitung, im Maschinenbau und überall dort, wo technische Zeichnungen erstellt werden, etwa bei Formteilen aus Isolierstoffen. Sie vereinfacht die Bemaßung, indem nicht für jedes Maß eine spezifische Toleranz angegeben werden muss.

Was bedeutet DIN ISO 2768-mK?

Der Vermerk DIN ISO 2768-mK kombiniert je eine Toleranzklasse aus beiden Teilen der Norm. Der kleine Buchstabe steht für die Maßtoleranzen nach Teil 1, der große Buchstabe für die Form- und Lagetoleranzen nach Teil 2:

  • m steht für die Toleranzklasse mittel bei Längen- und Winkelmaßen. Ein Maß von 100 mm darf damit um ±0,3 mm abweichen.
  • K steht für die mittlere Klasse der Form- und Lagetoleranzen, also für Geradheit, Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Symmetrie und Lauf. Eine Fläche mit 200 mm Kantenlänge darf damit eine Ebenheitsabweichung von 0,4 mm aufweisen.

Beide Angaben gelten unabhängig voneinander. Wer eine Zeichnung mit dem Vermerk 2768-mK prüft, braucht deshalb beide Tabellenwerke: die Maßtoleranzen aus Teil 1 und die Form- und Lagetoleranzen aus Teil 2. Sie finden beide vollständig weiter unten auf dieser Seite. Andere gängige Kombinationen sind 2768-fH für Präzisionsteile und 2768-cL für grobe Schweißkonstruktionen.

Wie ist die ISO 2768 Norm aufgebaut?

Die Norm ist in zwei Teile gegliedert:

ISO 2768-1: Toleranzen für Längen- und Winkelmaße

Dieser Teil regelt die Toleranzen für lineare Maße (z. B. Längen, Breiten), für gebrochene Kanten (Rundungshalbmesser und Fasenhöhen) und für Winkelmaße. Die Toleranzen sind abhängig vom Nennmaßbereich und werden in vier Klassen eingeteilt:

  • f (fein)
  • m (mittel)
  • c (grob)
  • v (sehr grob)

Je nach Anwendung und gewünschter Präzision wird die passende Toleranzklasse ausgewählt.

ISO 2768-2: Geometrische Toleranzen

Dieser Teil definiert die Toleranzen für geometrische Eigenschaften wie Geradheit, Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Symmetrie und Lauf in den drei Klassen H, K und L. International wurde Teil 2 im Jahr 2021 zurückgezogen und durch die ISO 22081 ersetzt, in bestehenden Zeichnungen bleibt er aber verbindlich. Details dazu weiter unten im Abschnitt zur ISO 22081.

Welche Toleranzklassen gibt es in der ISO 2768?

Toleranztabelle für Längenmaße nach DIN ISO 2768-1

Die Grenzabmaße gelten für alle Längenmaße ohne einzelne Toleranzangabe, jeweils in mm:

Nennmaßbereich (mm)f (fein)m (mittel)c (grob)v (sehr grob)
0,5 bis 3±0,05±0,1±0,2-
über 3 bis 6±0,05±0,1±0,3±0,5
über 6 bis 30±0,1±0,2±0,5±1,0
über 30 bis 120±0,15±0,3±0,8±1,5
über 120 bis 400±0,2±0,5±1,2±2,5
über 400 bis 1000±0,3±0,8±2,0±4,0
über 1000 bis 2000±0,5±1,2±3,0±6,0
über 2000 bis 4000-±2,0±4,0±8,0

Für Nennmaße unter 0,5 mm sieht die Norm keine Allgemeintoleranz vor, diese Maße sind direkt am Maß zu tolerieren.

Toleranztabelle für Rundungshalbmesser und Fasenhöhen

Für gebrochene Kanten, also Rundungen und Fasen, gelten eigene, deutlich weitere Grenzabmaße. Die Klassen f und m sowie c und v teilen sich jeweils dieselben Werte:

Nennmaßbereich (mm)f und mc und v
0,5 bis 3±0,2±0,4
über 3 bis 6±0,5±1,0
über 6±1,0±2,0

Toleranztabelle für Winkelmaße

Bei Winkelmaßen richtet sich die zulässige Abweichung nach der Länge des kürzeren Schenkels. Die Klassen f und m teilen sich dieselben Werte:

Kürzerer Schenkel (mm)f und mc (grob)v (sehr grob)
bis 10±1°±1°30'±3°
über 10 bis 50±0°30'±1°±2°
über 50 bis 120±0°20'±0°30'±1°
über 120 bis 400±0°10'±0°15'±0°30'
über 400±0°5'±0°10'±0°20'

Auswahl der richtigen Toleranzklasse

Die Wahl der Toleranzklasse hängt von der Funktion des Bauteils ab. Wer pauschal zu fein toleriert, bezahlt Fertigungs- und Prüfaufwand, den das Bauteil nicht braucht. Diese Zuordnung hat sich in der Praxis bewährt:

AnwendungsfallEmpfohlene KlasseBegründung
Standardbauteile im Maschinenbau, Gehäuse, Halterungenm (mittel)Ausgewogenes Verhältnis von Fertigungsaufwand und Genauigkeit
Passungen, Werkzeugbau, Lehrenf (fein)Enge Grenzabmaße für Funktionsflächen, höherer Prüfaufwand
Schweißkonstruktionen, Stahlbauc (grob)Große Bauteile mit thermischem Verzug, enge Toleranzen unwirtschaftlich
Gussrohteile, grobe Zuschnittev (sehr grob)Rohteile werden nachbearbeitet, das Endmaß entsteht später

Toleranztabellen nach DIN ISO 2768-2: Form- und Lagetoleranzen

Teil 2 der Norm legt Allgemeintoleranzen für Geradheit, Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Symmetrie und Lauf fest, jeweils in den Klassen H, K und L. Wer den Zeichnungsvermerk 2768-mK prüft, findet hier die Werte für das K. Alle Angaben in mm.

Geradheit und Ebenheit

Maßgebend ist bei Geradheit die Länge der Linie, bei Ebenheit die längere Seite der Fläche oder der Durchmesser:

Nennmaßbereich (mm)HKL
bis 100,020,050,1
über 10 bis 300,050,10,2
über 30 bis 1000,10,20,4
über 100 bis 3000,20,40,8
über 300 bis 10000,30,61,2
über 1000 bis 30000,40,81,6

Rechtwinkligkeit

Maßgebend ist die Länge des kürzeren Schenkels:

Kürzerer Schenkel (mm)HKL
bis 1000,20,40,6
über 100 bis 3000,30,61,0
über 300 bis 10000,40,81,5
über 1000 bis 30000,51,02,0

Symmetrie

Maßgebend ist das größere der beiden zueinander symmetrischen Maße:

Nennmaßbereich (mm)HKL
bis 1000,50,60,6
über 100 bis 3000,50,61,0
über 300 bis 10000,50,81,5
über 1000 bis 30000,51,02,0

Rundlauf und Planlauf

Für Lauftoleranzen gilt je Klasse ein fester Wert, unabhängig vom Nennmaß:

ToleranzklasseLauftoleranz (mm)
H0,1
K0,2
L0,5

Für Rundheit und Parallelität definiert die Norm keine eigenen Tabellen. Die Rundheitstoleranz entspricht dem Zahlenwert der Durchmessertoleranz, die Parallelität ist durch die Maßtoleranz und die Ebenheits- bzw. Geradheitstoleranz begrenzt.

Wie werden Toleranzen nach ISO 2768 in technischen Zeichnungen angegeben?

Korrekte Angabe von Allgemeintoleranzen

Allgemeintoleranzen werden in technischen Zeichnungen durch einen Hinweis wie folgt angegeben: Allgemeintoleranzen nach DIN ISO 2768-mK

Hier steht:

  • m für die Toleranzklasse der Maßabweichung nach Teil 1
  • K für die Klasse der Form- und Lagetoleranzen nach Teil 2

Beispiele für Toleranzangaben in Zeichnungen

Ein typischer Hinweis in einer Zeichnung lautet: Maßangaben in mm. Toleranzen nach DIN ISO 2768-mK. Der Vermerk steht üblicherweise im Schriftfeld der Zeichnung und gilt für alle Maße ohne eigene Toleranzangabe. Einzeln tolerierte Maße gehen der Allgemeintoleranz immer vor.

Allgemeintoleranzen bei Isolierstoffen und Stanzteilen

Die ISO 2768 ist werkstoffneutral formuliert, entstanden ist sie aber in der spanenden Metallbearbeitung. Bei flexiblen Elektroisolierstoffen wie Polyesterfolie, Aramidpapier, Pressspan oder Vulkanfiber stößt eine unreflektierte Übernahme der Norm an Grenzen. Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

  1. Weiche und biegeschlaffe Materialien verformen sich unter der Messkraft. Das Messmittel und das Messverfahren gehören deshalb zur Toleranzvereinbarung dazu, sonst messen Lieferant und Abnehmer unterschiedliche Werte am selben Teil.
  2. Hygroskopische Werkstoffe wie Pressspan und Vulkanfiber ändern ihre Maße mit der Luftfeuchte, Kunststofffolien dehnen sich mit der Temperatur. Enge Toleranzklassen sind bei diesen Materialien nur mit Bezug auf ein Referenzklima sinnvoll prüfbar.
  3. Form- und Lagetoleranzen nach Teil 2, etwa die Ebenheit, setzen formstabile Werkstücke voraus. Bei einer 0,19 mm dünnen Isolierfolie ist eine Ebenheitsprüfung nach 2768-2 nicht aussagekräftig.

In der Fertigung bei GOBA heißt das konkret: Beim Lohnschneiden halten wir Breitentoleranzen von ±0,1 mm bei Bahnbreiten von 5 bis 1.600 mm, also deutlich enger als die Klasse f der Allgemeintoleranz. Stanz- und Biegeteile fertigen wir nach DIN ISO 2768, für Funktionsmaße wie Lochabstände oder Passungen vereinbaren wir engere Einzeltoleranzen direkt an der Zeichnungsposition. Unsere Empfehlung für Zeichnungen von Isolierteilen: Klasse m als Basis, Klasse f nur dort, wo die Funktion es verlangt, und bei weichen Materialien die Messmethode gleich mit festlegen. Bei der Auslegung unterstützen wir Sie im Rahmen unserer Beratung.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 2768 und der neuen ISO 22081?

Status der beiden Normteile

Die beiden Teile der ISO 2768 haben heute einen unterschiedlichen Status. Teil 1 mit den Maßtoleranzen ist weiterhin gültig. Teil 2 mit den Form- und Lagetoleranzen wurde international im Jahr 2021 zurückgezogen und durch die ISO 22081 ersetzt, die im deutschen Normenwerk seit Oktober 2022 als DIN EN ISO 22081 vorliegt.

Was die ISO 22081 anders macht

Die ISO 22081 enthält im Gegensatz zur ISO 2768-2 keine Zahlenwerte-Tabellen. Der Konstrukteur legt die allgemeinen geometrischen Spezifikationen selbst fest und gibt sie auf der Zeichnung an. Weil der deutschen Industrie damit die gewohnten Tabellenwerte fehlten, hat der DIN-Normenausschuss die DIN 2769 als nationale Ergänzung veröffentlicht, deren Werte auf der alten DIN ISO 2768 basieren.

Für die Praxis gilt: Bestandszeichnungen mit dem Vermerk DIN ISO 2768 bleiben verbindlich, denn der Zeichnungsvermerk legt die anzuwendende Norm fest. Bei Neukonstruktionen empfiehlt sich entweder der Umstieg auf ISO 22081 mit DIN 2769 oder eine datierte Angabe der alten Norm, damit die Bezugsversion eindeutig bleibt.

Wie wendet man die Toleranztabellen nach ISO 2768 in der Praxis an?

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Zeichnung prüfen: Gibt es spezifische Toleranzangaben? Falls nicht, gelten die Allgemeintoleranzen.
  2. Nennmaß bestimmen: Welche Abmessung hat das Bauteil?
  3. Toleranzklasse aus dem Zeichnungsvermerk ablesen, zum Beispiel m und K bei 2768-mK.
  4. Zulässige Abweichung aus der passenden Tabelle ablesen oder mit dem Rechner oben ermitteln.

Häufige Fehler bei der Anwendung vermeiden

  • Die Klasse pauschal zu fein wählen und damit unnötige Fertigungskosten erzeugen
  • 2768-mK angeben, aber nur die Maßtoleranzen prüfen und das K vergessen
  • Funktionsmaße über die Allgemeintoleranz laufen lassen statt sie einzeln zu tolerieren
  • Missachtung von besonderen Anforderungen an die Form- und Lagetoleranz
  • Falsche Übertragung der Toleranzen auf Fertigungszeichnungen

Welche Vorteile bietet die Verwendung von Allgemeintoleranzen nach ISO 2768?

  • Konstrukteure sparen Zeit, weil sie unkritische Maße nicht einzeln tolerieren müssen
  • Angemessene Toleranzvergabe verhindert unnötig enge Maßanforderungen und senkt die Produktionskosten
  • Standardisierte Toleranzen erleichtern die Herstellung, die Kommunikation mit Lieferanten und die Endkontrolle von Bauteilen

GOBA Fazit: Klasse m als Basis, Funktionsmaße einzeln tolerieren

Für Isolierteile trägt in den meisten Zeichnungen der Vermerk DIN ISO 2768-mK. Klasse m erlaubt bei einem Nennmaß von 100 mm eine Abweichung von ±0,3 mm, das genügt für jede Kontur, die keine Passung bildet. Eng toleriert gehören nur die Maße mit Funktion: das Passmaß, mit dem das Teil greift, und der Lochabstand für Schraube oder Niet. Bei weichen Isolierstoffen gehören zwei weitere Angaben auf die Zeichnung, weil Papiere und Laminate Feuchte aufnehmen und ihr Maß damit ändern: das Messverfahren und das Referenzklima. Eine Ebenheitsprüfung nach 2768-2 an einer 0,19 mm dünnen Folie liefert keine belastbare Aussage. Wer Stanz- und Biegeteile nach Zeichnung vergibt, klärt beides vor der Bemusterung. Teil 2 der Norm ist international seit 2021 zurückgezogen und durch die ISO 22081 ersetzt, in laufenden Zeichnungen bleibt der Vermerk 2768-mK trotzdem verbreitet.

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  • Werkstoffdicke

    Die Werkstoffdicke beschreibt das Maß zwischen den beiden gegenüberliegenden Oberflächen eines Materials und beeinflusst elektrische, mechanische und thermische Eigenschaften.

  • Mindestbiegeradius

    Der Mindestbiegeradius ist die kleinste zulässige Krümmung, die ein Werkstoff beim Biegen ohne Risse, Falten oder bleibende Schäden erträgt.

  • Biegeteile

    Biegeteile sind Bauteile, die nach dem Zuschnitt entlang definierter Linien in Form gebracht werden. Aus Isolierstoffen entstehen sie durch Rillen, Falzen oder Warmverformen.

  • Stanzteile

    Stanzteile sind flache Bauteile, die ein Werkzeug in einem Hub aus bahnförmigem Material trennt. Bei GOBA entstehen sie aus Elektroisolierstoffen von 0,023 bis 3,0 mm Dicke.

  • DIN 8580: Einteilung der Fertigungsverfahren

    Die DIN 8580 ordnet jedes Fertigungsverfahren einer von sechs Hauptgruppen zu. Mit allen Gruppen, Ordnungsnummern, Folgenormen und dem Stand der Ausgabe 2022.

  • Umformtechnik

    Umformtechnik umfasst die Fertigungsverfahren, die einen festen Körper durch plastisches Verformen in eine neue Form bringen, wobei Masse und Stoffzusammenhalt erhalten bleiben. Bei GOBA heißt das Rillen, Falzen, Prägen und Warmformen von Isolierstoffen.

FAQ zur DIN ISO 2768

Was ist die ISO 2768?

Die ISO 2768 ist eine internationale Norm, die Allgemeintoleranzen für Maße, Formen und Lagen von Bauteilen definiert. Sie gilt für alle Maße einer Zeichnung, die keine eigene Toleranzangabe tragen.

Was bedeutet die Angabe DIN ISO 2768-mK?

Das m steht für die mittlere Toleranzklasse bei Längen- und Winkelmaßen nach Teil 1 der Norm, das K für die mittlere Klasse der Form- und Lagetoleranzen nach Teil 2. Beide Angaben gelten unabhängig voneinander und erfordern jeweils eine eigene Toleranztabelle.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 2768 und DIN ISO 2768?

Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. DIN ISO 2768 ist lediglich die deutsche Version der internationalen Norm.

Was bedeutet die Toleranzklasse m?

Die Toleranzklasse m steht für "mittel" und wird in den meisten technischen Anwendungen verwendet. Sie bietet einen guten Kompromiss zwischen Fertigungsaufwand und Maßgenauigkeit.

Welche Toleranz gilt nach DIN ISO 2768-m für ein Maß von 100 mm?

Ein Nennmaß von 100 mm liegt im Bereich über 30 bis 120 mm. In der Toleranzklasse m beträgt die zulässige Abweichung ±0,3 mm, das Maß darf also zwischen 99,7 mm und 100,3 mm liegen.

Wann wird die ISO 2768 angewendet?

Immer dann, wenn keine spezifischen Toleranzen angegeben sind, greifen die Allgemeinen Toleranzen nach ISO 2768. Einzeln tolerierte Maße gehen der Allgemeintoleranz vor.

Ist die DIN ISO 2768 noch gültig?

Teil 1 mit den Maßtoleranzen ist weiterhin gültig. Teil 2 mit den Form- und Lagetoleranzen wurde 2021 international zurückgezogen und durch die ISO 22081 ersetzt, ergänzt um die DIN 2769 mit Zahlenwerten. Bestandszeichnungen mit dem Vermerk DIN ISO 2768 bleiben verbindlich, weil der Zeichnungsvermerk die anzuwendende Norm festlegt.

Was ist die ISO 22081?

Die ISO 22081 ist die Nachfolgenorm der ISO 2768-2 für allgemeine geometrische Spezifikationen. Sie enthält keine Zahlenwerte-Tabellen, der Konstrukteur legt die Werte selbst fest. Als nationale Ergänzung mit Tabellenwerten dient die DIN 2769.

Gilt die ISO 2768 auch für Kunststoffe und Isolierstoffe?

Die Norm ist werkstoffneutral formuliert und wird auch für Isolierteile verwendet. Bei weichen, feuchteempfindlichen oder biegeschlaffen Materialien wie Folien, Pressspan oder Vulkanfiber sollten aber das Messverfahren und gegebenenfalls ein Referenzklima mit vereinbart werden, weil sich diese Werkstoffe unter Messkraft und Klimaeinfluss anders verhalten als Metall.