Mylar ist der Markenname für biaxial orientierte Polyesterfolie (BOPET) von Mylar Specialty Films, dem Nachfolgeunternehmen von DuPont Teijin Films. Chemisch handelt es sich um Polyethylenterephthalat, gereckt in Längs- und Querrichtung, wodurch die Folie ihre Reißfestigkeit, Formstabilität und elektrische Durchschlagsfestigkeit erhält. GOBA verarbeitet Mylar als Elektroisolierstoff: als Rollenware, zugeschnittene Formate und Stanzteile für Transformatoren, Motoren und Kondensatoren.
Mylar und HOSTAPHAN: zwei Marken, ein Werkstoff, unterschiedliche Hersteller
Mylar und HOSTAPHANsind beide biaxial orientierte PET-Folien und in der Praxis technisch nahezu austauschbar. Der Unterschied liegt im Hersteller, nicht im Grundmaterial: Mylar stammt von Mylar Specialty Films, HOSTAPHAN von der Mitsubishi Polyester Film GmbH. Viele Wettbewerberseiten werfen beide Namen und zusätzlich Melinex (Hersteller: DuPont Teijin Films in Luxemburg) in einen Topf und nennen sie synonym. Für die Beschaffung macht das einen Unterschied: Typenreihen, verfügbare Beschichtungen und Lieferzeiten unterscheiden sich je Hersteller, auch wenn das Grundmaterial dasselbe ist. Für eine Zeichnung, die konkret „Mylar“ oder konkret „HOSTAPHAN“ fordert, liefert GOBA die Herstellermarke, nicht ein austauschbares BOPET-Äquivalent.
Welche technischen Eigenschaften hat Mylar?
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Dauertemperatur | bis 130 °C, Isolierstoffklasse B nach IEC 60085 |
| Kurzzeitige Spitzentemperatur | bis etwa 150 °C |
| Elektrische Durchschlagsfestigkeit | rund 180 V/µm |
| Wasseraufnahme | rund 0,3 % |
| UV-Beständigkeit | nicht gegeben, für Außenanwendungen ungeeignet |
| Optik ab etwa 190 µm | zunehmend milchig-trüb statt klar |
Die Dauertemperatur von 130 °C und die kurzzeitige Spitzentemperatur von 150 °C werden in vielen Quellen ohne Trennung genannt. Für die Auslegung einer Isolierung zählt aber die Dauertemperatur nach Isolierstoffklasse, nicht der kurzzeitig erreichbare Spitzenwert.
Wofür wird Mylar in der Elektrotechnik eingesetzt?
In der Isoliertechnik läuft Mylar dort, wo eine dünne, formstabile und elektrisch isolierende Folie gebraucht wird: als Lagenisolation und Nutauskleidung in Elektromotoren, als Wickelfolie in Transformatoren und als Dielektrikum in Folienkondensatoren. Außerhalb der Elektrotechnik taucht der Name Mylar auch bei Rettungsdecken, Ballons oder als generische Bezeichnung für Kartenhüllen-Beutel im Sammlerbereich auf. Diese Anwendungen nutzen dasselbe Grundmaterial, haben mit GOBAs Kerngeschäft als Isolierstoff-Converter aber nichts zu tun.
Wie liefert GOBA Mylar?
GOBA konfektioniert Mylar und vergleichbare BOPET-Folien in Dicken von 12 bis 350 µm, als Schnittrollen ab 5 mm Breite mit einer Breitentoleranz von ±0,1 mm oder als gestanzte Formteile nach Zeichnung. Die Grundlage dafür ist die Polyesterfolien-Fertigung von GOBA, in der Mylar neben HOSTAPHAN als eine von mehreren Herstellermarken geführt wird.
Ein häufiger Einwand: Wenn Mylar und HOSTAPHAN technisch nahezu gleich sind, warum nicht einfach die verfügbare Marke nehmen? Für die meisten Anwendungen ist das tatsächlich möglich, GOBA berät hier offen zur wirtschaftlicheren Option. Sobald aber eine Zeichnung, eine UL-Zulassung oder eine Kundenspezifikation explizit eine Marke fordert, liefert GOBA exakt diese, ohne stillschweigenden Austausch.
GOBA Fazit
Mylar ist eine von zwei marktführenden BOPET-Marken, die GOBA als Elektroisolierstoff verarbeitet. Wer nach Mylar sucht, meint in den meisten Fällen austauschbares BOPET, in manchen Fällen jedoch explizit die Herstellermarke von Mylar Specialty Films. GOBA liefert beides und benennt den Unterschied, statt ihn zu verwischen.


