Mylar

Verfasst: GOBA Redaktion·1. März 2026·3 Min. Lesezeit

Mylar ist der Markenname für biaxial orientierte Polyesterfolie (BOPET) von Mylar Specialty Films, dem Nachfolgeunternehmen von DuPont Teijin Films. Chemisch handelt es sich um Polyethylenterephthalat, gereckt in Längs- und Querrichtung, wodurch die Folie ihre Reißfestigkeit, Formstabilität und elektrische Durchschlagsfestigkeit erhält. GOBA verarbeitet Mylar als Elektroisolierstoff: als Rollenware, zugeschnittene Formate und Stanzteile für Transformatoren, Motoren und Kondensatoren.

Mylar und HOSTAPHAN: zwei Marken, ein Werkstoff, unterschiedliche Hersteller

Mylar und HOSTAPHANsind beide biaxial orientierte PET-Folien und in der Praxis technisch nahezu austauschbar. Der Unterschied liegt im Hersteller, nicht im Grundmaterial: Mylar stammt von Mylar Specialty Films, HOSTAPHAN von der Mitsubishi Polyester Film GmbH. Viele Wettbewerberseiten werfen beide Namen und zusätzlich Melinex (Hersteller: DuPont Teijin Films in Luxemburg) in einen Topf und nennen sie synonym. Für die Beschaffung macht das einen Unterschied: Typenreihen, verfügbare Beschichtungen und Lieferzeiten unterscheiden sich je Hersteller, auch wenn das Grundmaterial dasselbe ist. Für eine Zeichnung, die konkret „Mylar“ oder konkret „HOSTAPHAN“ fordert, liefert GOBA die Herstellermarke, nicht ein austauschbares BOPET-Äquivalent.

Welche technischen Eigenschaften hat Mylar?

KennwertWert
Dauertemperaturbis 130 °C, Isolierstoffklasse B nach IEC 60085
Kurzzeitige Spitzentemperaturbis etwa 150 °C
Elektrische Durchschlagsfestigkeitrund 180 V/µm
Wasseraufnahmerund 0,3 %
UV-Beständigkeitnicht gegeben, für Außenanwendungen ungeeignet
Optik ab etwa 190 µmzunehmend milchig-trüb statt klar

Die Dauertemperatur von 130 °C und die kurzzeitige Spitzentemperatur von 150 °C werden in vielen Quellen ohne Trennung genannt. Für die Auslegung einer Isolierung zählt aber die Dauertemperatur nach Isolierstoffklasse, nicht der kurzzeitig erreichbare Spitzenwert.

Wofür wird Mylar in der Elektrotechnik eingesetzt?

In der Isoliertechnik läuft Mylar dort, wo eine dünne, formstabile und elektrisch isolierende Folie gebraucht wird: als Lagenisolation und Nutauskleidung in Elektromotoren, als Wickelfolie in Transformatoren und als Dielektrikum in Folienkondensatoren. Außerhalb der Elektrotechnik taucht der Name Mylar auch bei Rettungsdecken, Ballons oder als generische Bezeichnung für Kartenhüllen-Beutel im Sammlerbereich auf. Diese Anwendungen nutzen dasselbe Grundmaterial, haben mit GOBAs Kerngeschäft als Isolierstoff-Converter aber nichts zu tun.

Wie liefert GOBA Mylar?

GOBA konfektioniert Mylar und vergleichbare BOPET-Folien in Dicken von 12 bis 350 µm, als Schnittrollen ab 5 mm Breite mit einer Breitentoleranz von ±0,1 mm oder als gestanzte Formteile nach Zeichnung. Die Grundlage dafür ist die Polyesterfolien-Fertigung von GOBA, in der Mylar neben HOSTAPHAN als eine von mehreren Herstellermarken geführt wird.

Ein häufiger Einwand: Wenn Mylar und HOSTAPHAN technisch nahezu gleich sind, warum nicht einfach die verfügbare Marke nehmen? Für die meisten Anwendungen ist das tatsächlich möglich, GOBA berät hier offen zur wirtschaftlicheren Option. Sobald aber eine Zeichnung, eine UL-Zulassung oder eine Kundenspezifikation explizit eine Marke fordert, liefert GOBA exakt diese, ohne stillschweigenden Austausch.

GOBA Fazit

Mylar ist eine von zwei marktführenden BOPET-Marken, die GOBA als Elektroisolierstoff verarbeitet. Wer nach Mylar sucht, meint in den meisten Fällen austauschbares BOPET, in manchen Fällen jedoch explizit die Herstellermarke von Mylar Specialty Films. GOBA liefert beides und benennt den Unterschied, statt ihn zu verwischen.

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Verwandte Glossar-Begriffe

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  • Polyesterfolie

    Polyesterfolie ist biaxial orientierte PET-Folie (BOPET) aus Polyethylenterephthalat, die in der Elektroisolierung als Isolierstoffklasse B mit 130 °C Dauertemperatur eingesetzt wird.

  • HOSTAPHAN

    HOSTAPHAN ist eine Marke der Mitsubishi Polyester GmbH für hochwertige biaxial orientierte Polyesterfolien (BOPET) mit hoher Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit.

  • Elektroisolierfolien

    Elektroisolierfolien sind speziell entwickelte Folien zur elektrischen Isolation in Transformatoren, Motoren und elektronischen Geräten.

  • Elektrischer Transformator

    Ein Transformator ändert die Spannung von Wechselstrom durch elektromagnetische Induktion. Aufbau, Funktionsweise, Bauarten und das Isoliersystem im Überblick.

  • Isolierstoffklassen

    Isolierstoffklassen klassifizieren Isoliermaterialien nach ihrer maximalen Betriebstemperatur gemäß DIN EN 60085.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Mylar

Was ist Mylar?

Mylar ist der Markenname von Mylar Specialty Films (vormals DuPont Teijin Films) für biaxial orientierte Polyesterfolie (BOPET) aus Polyethylenterephthalat, mit hoher Reißfestigkeit, thermischer Stabilität und elektrischer Durchschlagsfestigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Mylar und HOSTAPHAN?

Beide sind BOPET-Folien und technisch nahezu gleichwertig. Der Unterschied liegt im Hersteller: Mylar kommt von Mylar Specialty Films, HOSTAPHAN von der Mitsubishi Polyester Film GmbH. Typenreihen, Beschichtungsoptionen und Verfügbarkeit unterscheiden sich je Marke.

Ist Mylar dasselbe wie Polyesterfolie oder PET-Folie?

Mylar ist eine Marke, Polyesterfolie (PET-Folie) der Gattungsbegriff. Jede Mylar-Folie ist eine Polyesterfolie, aber nicht jede Polyesterfolie ist Mylar.

Ist Mylar hitzebeständig?

Mylar ist dauerhaft bis 130 °C einsetzbar (Isolierstoffklasse B nach IEC 60085) und verträgt kurzzeitige Spitzen bis etwa 150 °C. Es ist nicht feuerfest und schmilzt bei deutlich höheren Temperaturen.

Ist Mylar UV-beständig?

Nein. Mylar ist nicht UV-stabilisiert und für dauerhafte Außenanwendungen ungeeignet.

Welche Dicken liefert GOBA bei Mylar?

GOBA konfektioniert Mylar in Dicken von 12 bis 350 µm, als Schnittrollen ab 5 mm Breite oder als gestanzte Formteile nach Zeichnung.