Stanzteile für die Elektroindustrie sind gestanzte Isolierteile, die in Motoren, Trafos, Schaltanlagen und Steckverbindern Strom führende Teile sicher voneinander trennen. Typisch sind Nutisolation, Deckschieber, Phasenisolation, Unterlegteile und Abdeckungen aus Isolierstoffen wie Nomex, Pressspan, PET-Folie, Mica oder Vulkanfiber. Die Auswahl richtet sich nach Wärmeklasse, Durchschlagsfestigkeit, Toleranz und Kriechstromfestigkeit. GOBA stanzt diese Teile seit 1959 nach Zeichnung, vom Erstmuster bis zur Großserie.
Welche Isolier-Stanzteile die Elektroindustrie braucht
Jede elektrische Maschine mit einer Wicklung braucht Isolierteile, die die Spannung zwischen Kupfer und Blechpaket, zwischen den Phasen und gegen das Gehäuse halten. Die gängigsten gestanzten Teile:
- Nutisolation, die das Blechpaket gegen die Wicklung in der Nut isoliert.
- Deckschieber, die die Wicklung in der Nut fixieren und nach oben abschließen.
- Phasenisolation, die benachbarte Phasen im Wickelkopf trennt.
- Unterlegteile und Distanzstücke für definierte Abstände und Kriechstrecken.
- Abdeckungen und Isolierscheiben an Anschlüssen, Klemmen und Durchführungen.
Ein Beispiel: In einem Elektromotor wird die Nutisolation oft aus einem NMN-Laminat gestanzt, einem Verbund aus Nomex, Polyesterfolie und Nomex. Das Teil bekommt an den Enden Umschläge, die das Blechpaket überragen und Kriechwege verlängern. Ob diese Umschläge gefaltet oder angestanzt werden, entscheidet die Fertigung mit Ihnen zusammen.
Die Stückzahlen reichen dabei weit auseinander. Ein Prototypen-Motor braucht ein paar Dutzend Nutauskleidungen, eine Pumpenserie in der weißen Ware mehrere hunderttausend im Jahr. Dieselbe Kontur läuft mal werkzeuglos geschnitten, mal aus dem Vollschnittwerkzeug. Die Geometrie bleibt gleich, das Verfahren richtet sich nach der Menge.
Typische Materialien
Der Werkstoff entscheidet über Wärmeklasse, Durchschlagsfestigkeit und Stanzverhalten. Die in der Elektroindustrie am häufigsten gestanzten Isolierstoffe:
- Nomex, ein Aramidpapier von DuPont der Wärmeklasse H bis 220 Grad, für Nut- und Phasenisolation in höher belasteten Maschinen.
- Pressspan, ein verdichteter Zellstoffkarton, wirtschaftlich für Trafos und Motoren im Bereich Klasse A bis E, gut in Öl.
- PET-Folien wie Mylar oder Hostaphan, dünn, reißfest und günstig, oft im Laminat mit Vlies als DMD.
- Mica-Produkte für hohe Spannungen und Temperaturen, unempfindlich gegen Teilentladungen.
- Vulkanfiber für mechanisch belastete Unterlegteile und Abdeckungen mit guter Festigkeit.
Für Nut- und Lagenisolation in Motoren ist Nomex der Standard, wo die Wärmeklasse zählt. Wo Öl und Preis entscheiden, greift GOBA zu Pressspan. Welches Papier in welchen Motor gehört, ist im Detail unter Isolationspapier für Elektromotoren beschrieben.
Anforderungen an Isolier-Stanzteile
Ein Stanzteil in der Elektroindustrie muss mehr als passen. Es trägt eine elektrische und eine thermische Funktion. Diese Kennwerte legen Konstruktion und Einkauf gemeinsam fest:
- Wärmeklasse nach IEC 60085, von A 105 Grad über F 155 Grad bis H 180 Grad, passend zur Übertemperatur der Wicklung.
- Durchschlagsfestigkeit, die zur Betriebs- und Prüfspannung passt, mit Reserve für Alterung.
- Toleranz der Kontur, damit das Teil sicher in die Nut oder den Wickelkopf sitzt.
- Kriechstrom- und Luftstrecken, die Verschmutzung und Feuchte standhalten.
Die Wärmeklasse ist der erste Filter. Ein Teil aus PET-Folie versagt in einer Maschine der Klasse H, egal wie sauber es gestanzt ist. Deshalb legt GOBA den Werkstoff nach der Wärmeklasse fest, bevor die Geometrie ins Spiel kommt. Welche Klasse zu welchem Werkstoff gehört, zeigt die Übersicht der Isolierstoffklassen.
Beim Stanzen selbst zählt die Kante. Ein Grat oder eine ausgefranste Schnittkante verkürzt die Kriechstrecke und wird an der Nut zur Schwachstelle. GOBA hält die Schneidwerkzeuge scharf und stimmt den Schnittspalt auf die Werkstoffdicke ab, damit die Kante sauber trennt und das Laminat nicht delaminiert. Bei dünnen Folien läuft die Presse langsamer an, sonst reißt das Material an der Bohrung ein.
Branchen und Anwendungen
Gestanzte Isolierteile stecken in fast jedem elektrischen Gerät mit einer Wicklung. Die Anwendungsfelder unterscheiden sich in Spannung, Temperatur und Umgebung:
- Elektromotoren vom Kleinantrieb bis zum Industriemotor, Nutisolation und Deckschieber.
- Transformatoren und Drosseln, Lagen- und Phasenisolation, oft in Pressspan und im Öl.
- Schaltanlagen und Schaltgeräte, Abdeckungen, Barrieren und Unterlegteile.
- E-Mobility, Traktionsmotoren und Ladeelektronik mit hoher thermischer Last.
- Weiße Ware, Motoren in Waschmaschinen, Pumpen und Kompressoren in großer Stückzahl.
Gerade in der Elektromobilität steigen die Anforderungen: höhere Spannungen, engere Bauräume, höhere Dauertemperaturen. Für diese Bauteile fertigt GOBA Isolier-Stanzteile aus Nomex und Mica in engen Toleranzen. In der weißen Ware zählt dagegen der Stückpreis. Ein Waschmaschinenmotor braucht dieselbe Funktion, aber in Millionenstückzahl, hier stanzt GOBA aus dem Vollschnittwerkzeug und liefert reproduzierbar Los für Los.
Vom Muster zur Serie
GOBA begleitet ein Isolier-Stanzteil von der ersten Zeichnung bis zur laufenden Serie. Der Ablauf:
- Zeichnung oder Muster mit Werkstoff, Wärmeklasse, Toleranzen und Stückzahl schicken.
- GOBA prüft Werkstoff und Verfahren und erstellt ein technisches Angebot.
- Erstmuster fertigen und in Ihrer Maschine prüfen, danach schriftliche Freigabe.
- Serienstart mit dokumentierter Erstmusterprüfung und Rückverfolgbarkeit der Chargen.
Für die ersten Muster schneidet GOBA werkzeuglos, für die Serie kommt bei hohen Mengen ein Stanzwerkzeug dazu. Die Grundlagen dieser Teile stehen unter Stanzteile. Ob sich ein eigenes Werkzeug lohnt oder die Vergabe an GOBA günstiger ist, klärt der Vergleich unter Make or Buy bei Isolierteilen.
GOBA als Partner
Ein Isolier-Stanzteil steht und fällt mit dem richtigen Werkstoff. Wer die Wärmeklasse sauber trifft, die Durchschlagsfestigkeit mit Reserve auslegt und nur die funktionskritischen Maße eng toleriert, bekommt ein Teil, das über die Lebensdauer der Maschine hält. GOBA stanzt seit 1959 Nutisolation, Deckschieber, Phasenisolation und Abdeckungen aus Nomex, Pressspan, PET, Mica und Vulkanfiber, vom Erstmuster bis zur Großserie. Schicken Sie Ihre Zeichnung an unser Stanzen und Formen, lassen Sie Isolierteile und Formteile fertigen oder besprechen Sie Ihre Antriebe mit unserem Team für Elektromobilität und Automotive. Sie erhalten ein technisches Angebot, meist am selben Tag.
