PTFE-Folie (Teflon)

Verfasst: GOBA Redaktion·12. Oktober 2026·4 Min. Lesezeit

PTFE-Folie ist eine Folie aus Polytetrafluorethylen, im Sprachgebrauch nach dem Markennamen von Chemours meist Teflon genannt. Sie hält Dauertemperaturen bis 260 Grad aus, ist gegen nahezu alle Chemikalien beständig und hat eine der niedrigsten Reibwerte aller Kunststoffe. Als Isoliermaterial wird sie dort gewählt, wo Standardfolien wie Polyester an ihre Temperatur- oder Medienbeständigkeit stoßen: in Heizungen, in aggressiven Chemieumgebungen und als Gleit- und Trennlage.

PTFE-Folie bei GOBA: Lieferformen, Dicken und Anfrage

GOBA liefert PTFE-Folie ab einem Stück, als Material oder als fertiges Teil nach Ihrer Zeichnung.

Lieferformen
Rolle und Schnittrolle, Zuschnitt, Stanzteil nach Zeichnung
Dicken
Nach Ihrer Vorgabe. GOBA verarbeitet Werkstoffe von 7 µm bis 3 mm.
Ausführungen
Geschälte und gegossene PTFE-Folie, je nach Dicke und Anwendung.
Schnittrollen
Breiten von 5 bis 1.600 mm, Toleranz ±0,1 mm, Kerne mit 25, 55, 76 oder 152 mm
Stanz- und Formteile
Materialdicke 0,023 bis 3,0 mm, Abmessungen bis 1.000 × 2.000 mm
Menge
Ab 1 Stück, vom Muster bis zur Serie
Lieferzeit
Höchstens 2 Wochen, wenn das Material vorrätig ist

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Bei Rollen zusätzlich Breite, Lauflänge, Kerndurchmesser, Kernmaterial (zum Beispiel Kunststoff) und Toleranzen.

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Giuseppe Juliano, Technische Beratung

+49 7153 9439 16 · juliano@goba.de

Was ist PTFE-Folie

PTFE ist ein vollfluoriertes Polymer, jedes Kohlenstoffatom trägt zwei Fluoratome. Diese dichte Fluorhülle macht das Material chemisch träge und temperaturfest, verhindert aber auch, dass es sich wie andere Thermoplaste schmelzverarbeiten lässt. Die übliche Extrusion aus der Schmelze scheidet aus. PTFE-Folie entsteht deshalb auf zwei Umwegen: durch Schälen von einem gepressten und gesinterten Block oder durch Gießen aus Dispersion. Sie gehört damit zu den Elektroisolierfolien, unterscheidet sich in der Herstellung aber grundlegend von der Polyesterfolie.

Diese Fluorhülle hat eine unbequeme Kehrseite: Auf PTFE haftet nichts, auch kein Klebstoff. Soll die Folie kaschiert oder verklebt werden, wird eine Seite chemisch geätzt, meist mit einer Natrium-Naphthalin-Lösung. Erst die geätzte, angeraute Oberfläche lässt sich bedrucken, kaschieren oder auf einen Träger kleben. Für reine Trenn- und Gleitlagen bleibt die Folie unbehandelt, gerade weil nichts an ihr haften soll.

Eigenschaften

Die Kombination aus Temperatur, Chemie und niedriger Reibung macht PTFE besonders. Kein anderer gängiger Folienwerkstoff deckt diese drei Punkte zugleich ab.

  • Dauertemperatur minus 200 bis plus 260 Grad, kurzzeitig höher.
  • Beständig gegen Säuren, Laugen und Lösungsmittel, angreifbar nur durch geschmolzene Alkalimetalle und Fluor.
  • Reibwert um 0,05 bis 0,10, das Material gleitet und klebt nicht.
  • Durchschlagfestigkeit rund 20 bis 60 kV pro Millimeter, je nach Dicke und Herstellung.
  • Dielektrizitätszahl etwa 2,1, unter allen Kunststoffen mit einer der niedrigsten und über Frequenz und Temperatur sehr stabil.
  • Wasseraufnahme praktisch null, dazu witterungs- und UV-fest.

Mechanisch ist PTFE weicher und weniger zugfest als Polyester oder Polyimid. Es neigt zum Kriechen unter Dauerlast. Wo die Folie tragend belastet wird, ist das einzuplanen.

Reine PTFE-Folie ist elektrisch weiß, also transluzent bis milchig. Für manche Anwendungen wird PTFE mit Füllstoffen wie Glasfaser, Bronze oder Kohle gemischt, das steigert die Druckfestigkeit und senkt das Kriechen, kostet aber einen Teil der chemischen Beständigkeit und der dielektrischen Güte. Für die elektrische Isolation greift man deshalb zur ungefüllten Folie, gefüllte Typen gehören in die mechanisch belastete Gleitanwendung.

Herstellung

Zwei Wege sind üblich, und sie liefern unterschiedliche Folien. Geschälte Folie wird von einem rotierenden, gesinterten Rundling wie von einer Rolle abgeschält. Sie ist dicker verfügbar, hat eine etwas rauere Oberfläche und geht bis in den Millimeterbereich. Gegossene Folie entsteht aus wässriger PTFE-Dispersion, die schichtweise aufgetragen, getrocknet und gesintert wird. Sie ist dünner, gleichmäßiger und glatter, typisch ab etwa 25 Mikrometer. Für die dünnen dielektrischen Lagen ist die gegossene Folie die Regel, für dickere Gleit- und Trennlagen die geschälte.

Abgrenzung zu PET und Polyimid

PTFE ist nicht immer die richtige Folie. Die Polyesterfolie (PET) ist mechanisch fester, deutlich günstiger und mit rund 130 bis 155 Grad für die meisten Standardanwendungen ausreichend. Wo nur die Temperatur zählt und die Chemie unkritisch ist, schlägt Polyimid, bekannt als Kapton, das PTFE oft: Es hält ebenfalls bis rund 240 bis 400 Grad, ist aber viel zugfester und formstabiler und in dünnen Lagen ab 12 Mikrometer verfügbar. PTFE spielt seine Stärke aus, wenn Chemikalienangriff, niedrige Reibung oder Antihaftverhalten hinzukommen. Als Faustregel: PET für den Standard, Polyimid für dünn und formstabil bei Hitze, PTFE für Chemie und Gleiten.

Anwendungen

PTFE-Folie sitzt dort, wo Hitze und aggressive Medien zusammenkommen. In der Chemie- und Halbleiterfertigung dient sie als chemisch beständige Isolier- und Auskleidungsschicht. Im Anlagenbau wird sie als Trenn- und Gleitlage, als Dichtung und als Antihaftbelag genutzt, etwa an beheizten Walzen und Schweißbalken. In der Elektrotechnik isoliert sie Hochtemperatur- und Hochfrequenzbaugruppen, weil die niedrige Dielektrizitätszahl die Signalverluste klein hält. Dazu Kabelumwicklung, Kondensatoren und Trennfolien in der Verbundfertigung.

Ein typischer Fall aus unserer Fertigung ist die Trennlage an beheizten Werkzeugen. Wo Kunststoff verschweißt, verpresst oder geformt wird, verhindert die PTFE-Folie, dass das Werkstück am heißen Balken oder an der Platte klebt, und sie hält die Temperatur über Tausende von Zyklen aus. In der Elektrotechnik dient sie als dünne Isolierlage zwischen Leitern, die im Dauerbetrieb heiß werden, dort ist die niedrige Dielektrizitätszahl und die thermische Reserve ausschlaggebend, nicht der Preis.

Zuschnitt bei GOBA

PTFE-Folie kommt als Rollenware und lässt sich schneiden, stanzen und konfektionieren. Die niedrige Reibung und die Weichheit stellen beim Zuschnitt eigene Anforderungen: Das Material rutscht, es dehnt sich unter Zug und es franst bei stumpfem Werkzeug. Wir schneiden schmale Streifen in enger Breitentoleranz und stanzen Formteile, Dichtungen und Trennlagen nach Zeichnung.

  • Rollenschnitt in schmalen Breiten mit gerader, sauberer Kante.
  • Stanzteile wie Scheiben, Dichtungen und Trennlagen nach Ihrer Zeichnung.
  • Konfektion aus geschälter und gegossener Folie, je nach Dicke und Anwendung.

GOBA Fazit

PTFE-Folie ist die Wahl, wenn Hitze und Chemie oder Gleiteigenschaften zusammenkommen. Wo nur Temperatur zählt, ist Polyimid oft formstabiler, wo der Standard reicht, ist Polyester günstiger. Wir helfen bei der Abgrenzung und beim passenden Aufbau. GOBA schneidet und stanzt PTFE und viele weitere Folien seit 1959. Fragen Sie die passenden Isoliermaterialien an, oder schicken Sie Ihre Zeichnung für den Zuschnitt aus Polyesterfolien und anderen Werkstoffen. Sie erhalten ein technisches Angebot.

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Verwandte Glossar-Begriffe

Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit thematisch verbundenen Artikeln.

  • Polyesterfolie

    Polyesterfolie ist biaxial orientierte PET-Folie (BOPET) aus Polyethylenterephthalat, die in der Elektroisolierung als Isolierstoffklasse B mit 130 °C Dauertemperatur eingesetzt wird.

  • Polyimid

    Polyimid ist eine Klasse aromatischer Hochleistungskunststoffe mit Imidgruppen in der Hauptkette, die keinen Schmelzpunkt hat, dauerhaft 220 bis 240 °C aushält und als Folie bei 25 µm rund 300 kV/mm erreicht.

  • Elektroisolierfolien

    Elektroisolierfolien sind speziell entwickelte Folien zur elektrischen Isolation in Transformatoren, Motoren und elektronischen Geräten.

  • Isoliermaterial

    Isoliermaterial ist ein Werkstoff mit sehr geringer elektrischer Leitfähigkeit, der spannungsführende Teile trennt und den Strom auf seinem vorgesehenen Weg hält.

  • Kapton

    Kapton ist das eingetragene Warenzeichen von DuPont für Polyimidfolie, die dauerhaft bis 240 °C einsetzbar ist und bei 25 µm Dicke eine Durchschlagfestigkeit von 303 kV/mm erreicht.

FAQ zu PTFE-Folie

Wie hitzebeständig ist PTFE-Folie?

PTFE-Folie hält Dauertemperaturen bis 260 Grad aus und bleibt bis minus 200 Grad flexibel. Kurzzeitig verträgt sie noch mehr. Damit liegt sie über Polyesterfolie, die etwa bei 130 bis 155 Grad endet.

Was ist der Unterschied zwischen PTFE und Polyimid?

Beide sind hochtemperaturfest. Polyimid (Kapton) ist zugfester, formstabiler und schon ab 12 Mikrometer verfügbar, es punktet dort, wo es dünn und stabil bei Hitze sein muss. PTFE ist chemisch beständiger, gleitfähiger und antihaftend, aber weicher und teurer. Chemie und Reibung sprechen für PTFE, dünne formstabile Isolation für Polyimid.

Ist PTFE ein guter elektrischer Isolator?

Ja. PTFE hat eine hohe Durchschlagfestigkeit und mit rund 2,1 eine der niedrigsten Dielektrizitätszahlen aller Kunststoffe, dazu sehr stabil über Frequenz und Temperatur. Gerade für Hochfrequenzanwendungen ist das ein Vorteil, weil die Signalverluste klein bleiben.

Welche Dicken gibt es?

Gegossene Folie beginnt bei etwa 25 Mikrometer und eignet sich für dünne dielektrische Lagen. Geschälte Folie deckt den dickeren Bereich ab, bis in den Millimeterbereich, und dient als Gleit-, Trenn- und Dichtlage. Die Wahl richtet sich nach Anwendung und geforderter Oberfläche.