Aramidpapier

Verfasst: GOBA Redaktion·1. März 2026·12 Min. Lesezeit

Aramidpapier ist ein hochleistungsfähiges Material, das in vielen Industrien für seine außergewöhnlichen Eigenschaften geschätzt wird. Es ist leicht, hitzebeständig und bietet herausragende elektrische Isolationsfähigkeiten.

Definition von Aramidpapier

Aramidpapier ist ein spezielles Isolationsmaterial, das aus Aramidfasern hergestellt wird. Diese synthetischen Fasern gehören zur Familie der Polyamide und zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche thermische und mechanische Stabilität aus.

Die Struktur von Aramidpapier ermöglicht den Einsatz in Anwendungen, bei denen hohe Temperaturen, mechanische Belastungen oder elektrische Isolation erforderlich sind. Ein bekanntes Beispiel für hochwertiges Aramidpapier ist Nomex, das weltweit als Standard in der Elektrotechnik gilt.

Aramidpapier bei GOBA: Lieferformen, Dicken und Anfrage

GOBA liefert Aramidpapier ab einem Stück, als Material oder als fertiges Teil nach Ihrer Zeichnung.

Lieferformen
Rolle und Schnittrolle, Bogen und Platte, Zuschnitt, Stanzteil nach Zeichnung, Formteil (gefalzt, geprägt oder gebogen)
Dicken
Nach Ihrer Vorgabe. GOBA verarbeitet Werkstoffe von 7 µm bis 3 mm.
Ausführungen
Nomex als Standard. Andere Aramidpapiere beschaffen wir auf Kundenwunsch.
Schnittrollen
Breiten von 5 bis 1.600 mm, Toleranz ±0,1 mm, Kerne mit 25, 55, 76 oder 152 mm
Stanz- und Formteile
Materialdicke 0,023 bis 3,0 mm, Abmessungen bis 1.000 × 2.000 mm
Menge
Ab 1 Stück, vom Muster bis zur Serie
Lieferzeit
Höchstens 2 Wochen, wenn das Material vorrätig ist

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Wo wird Aramidpapier am häufigsten eingesetzt?

Aramidpapier sitzt meist dort, wo eine Kupferwicklung warm wird und gegen das Blechpaket oder gegen die Nachbarphase isoliert werden muss. Die Datenblätter von Arclin, das seit dem 1. April 2026 das Nomex-Geschäft von DuPont führt (Textile World), nennen Motoren, Generatoren und Transformatoren als Hauptanwendung.

1. Elektromotoren und Generatoren

Im Stator kleidet das Papier die Nut aus, als Nutisolation. Im Wickelkopf trennt es die Phasen gegeneinander (Phasenisolation) und verschließt als Deckschieber die Nut nach oben. Typische Nutisolationen sind 0,18 bis 0,35 mm stark. Kalandriertes Nomex 410 trägt dabei die Last beim Einziehen der Wicklung, unkalandriertes Nomex 411 nimmt mit einer Dichte von nur 0,3 g/cm³ viel Tränkharz auf und füllt Hohlräume (Synflex, Datenblatt Nomex 411).

2. Transformatoren

Im Trockentransformator isoliert Aramidpapier die Lagen der Wicklung gegeneinander und den Kern gegen die Spule (Lagenisolation). In ölgefüllten Transformatoren steckt Aramid als Pressboard Nomex 994 in Abstandshaltern und Leisten. Die Platte nimmt 8 bis 10 % ihres Gewichts an Öl auf, was für einen steifen Isolierstoff selten ist (DuPont, Datenblatt Nomex 994). Arclin bestätigt die Verträglichkeit mit Mineral- und Silikonöl sowie mit natürlichen und synthetischen Estern. Welche Isolierstoffe in welcher Bauart sitzen, zeigt der Beitrag zum elektrischen Transformator.

3. Automobilindustrie und Elektromobilität

Für Traktionsmotoren von Elektrofahrzeugen nennt Arclin Nomex-Papier inzwischen den Werkstoff der Wahl, vor allem weil es mit Automatikgetriebeöl (ATF) verträglich ist. In Batteriepacks dient Aramidpapier als leichte Flammbarriere (CMC Klebetechnik). Welche Isolierteile wir für Antrieb und Batterie fertigen, steht unter Elektromobilität und Automotive, die Besonderheiten der Statoren mit Formdraht im Beitrag zur Hairpin-Wicklung.

4. Weitere Anwendungen

Außerhalb der Elektrotechnik begegnet Aramid vor allem als Faser und als Wabenkern. Nomex-Papier bildet die Wabenkerne von Sandwichplatten im Flugzeugbau, feuerfeste Schutzkleidung entsteht aus Meta-Aramidfasern im Gewebe, und beschusshemmende Westen bestehen aus Para-Aramid wie Kevlar und Twaron (Wikipedia, Aramide; chemie-schule.de). Diese Produkte teilen mit dem Isolierpapier die Chemie. Form, Dichte und Prüfwerte sind andere, und dieser Beitrag bleibt beim Papier für die Elektroisolation.

Die Haupteigenschaften von Aramidpapier

Die Kennwerte unten stammen aus dem Datenblatt Nomex 410 (Arclin, Ausgabe 04/2026), dem am häufigsten verbauten Aramidpapier. Gemessen wurde bei 23 °C und 50 % relativer Feuchte. Arclin nennt sie typische Werte, keine Spezifikationsgrenzen.

Kennwert0,05 mm0,13 mm0,25 mm0,51 mm0,76 mmPrüfnorm
Flächengewicht41 g/m²115 g/m²249 g/m²549 g/m²839 g/m²ASTM D646
Dichte0,72 g/cm³0,88 g/cm³0,96 g/cm³1,06 g/cm³1,08 g/cm³berechnet
Durchschlagsfestigkeit AC, kurzzeitig18 kV/mm28 kV/mm33 kV/mm32 kV/mm27 kV/mmASTM D1491
Stoßspannungsfestigkeit39 kV/mm55 kV/mm63 kV/mm55 kV/mm49 kV/mmASTM D3426
Dielektrizitätszahl bei 60 Hz1,62,42,73,43,7ASTM D150
Zugfestigkeit längs (MD)43 N/cm141 N/cm296 N/cm610 N/cm816 N/cmASTM D828
Zugfestigkeit quer (XD)19 N/cm71 N/cm161 N/cm374 N/cm592 N/cmASTM D828

Thermisch trägt Nomex 410 in allen Dicken von 0,05 bis 0,76 mm die UL-Einstufung RTI 220 °C, elektrisch wie mechanisch. Grundlage sind Alterungskurven nach Arrhenius, die seit über 50 Jahren im Einsatz bestätigt werden (Arclin). Kurzzeitig geht mehr: Bei 400 °C hält das Papier einige Stunden lang noch 12 kV/mm. Ab 0,13 mm Dicke erreicht es UL 94 V-0, und sein Sauerstoffindex sinkt erst zwischen 240 und 350 °C unter die Schwelle, ab der es in Luft weiterbrennt.

Drei Eigenschaften werden in Anfragen regelmäßig falsch eingeschätzt:

  • Der Tabellenwert für die Durchschlagsfestigkeit ist ein Kurzzeitwert. Die Spannung steigt, bis das Papier nach 10 bis 20 Sekunden durchschlägt. Für den Dauerbetrieb im Trockentransformator empfiehlt Arclin höchstens 1,6 kV/mm, damit keine Teilentladungen einsetzen. Das ist rund ein Zwanzigstel des Tabellenwerts.
  • Dicker heißt nicht proportional fester. Bis 0,18 mm steigt die Festigkeit je Millimeter von 18 auf 34 kV/mm, darüber bleibt sie stehen und fällt bei 0,76 mm auf 27 kV/mm. Wie der Kennwert gemessen wird und warum er von der Dicke abhängt, erklärt der Beitrag zur elektrischen Durchschlagsfestigkeit.
  • Feuchte kostet wenig Spannung, aber Maß. Bei 96 % relativer Feuchte sinkt die Durchschlagsfestigkeit von 0,25-mm-Papier nur von 33,5 auf 30,7 kV/mm. Die Abmessungen ändern sich stärker, dazu mehr im Abschnitt zur Verarbeitung.

Chemisch verträgt Aramidpapier die gängigen Tränklacke und Harze auf Basis von Polyimid, Silikon, Epoxid, Polyester, Acryl und Phenol, dazu Transformatorenöle und Kältemittel. Alkohole, Ketone, Aceton, Toluol und Xylol lassen es leicht quellen, ähnlich wie Wasser, und das bildet sich nach dem Trocknen weitgehend zurück (Arclin). Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei 150 °C zwischen 0,10 und 0,18 W/(m·K) und damit auf dem Niveau von Zellulosepapier. In der Kälte wird das Papier fester: Bei -196 °C liegt die Zugfestigkeit 30 bis 60 % über dem Wert bei Raumtemperatur.

Verschiedene Typen von Aramidpapier

Die Norm IEC 60819-3-3, in Deutschland DIN EN 60819-3-3 (VDE 0309-3-3), beschreibt vier Typen ungefüllter Aramidpapiere:

  1. Typ 1, kalandriert, also zwischen Walzen verdichtet.
  2. Typ 2, kalandriert, mit höherer Weiterreißfestigkeit und besserer Anschmiegsamkeit.
  3. Typ 3, unkalandriert.
  4. Typ 4, kalandriert mit geringerer Dichte, gedacht zum Laminieren.

Im Handel tragen die Papiere Markennamen. Nomex ist der bekannteste, es gibt aber weitere Hersteller: metastar YT564 zum Beispiel ist ein kalandriertes Aramidpapier der Wärmeklasse H mit UL-RTI 210 °C in Dicken von 40 bis 130 µm (Synflex, Datenblatt). Die Nomex-Familie im Überblick, die Einzelheiten zu jedem Typ stehen im Beitrag zu Nomex:

TypAufbauDickenDurchschlagsfestigkeitEinsatz
Nomex 410kalandriert, 0,72 bis 1,13 g/cm³0,05 bis 0,76 mm18 bis 34 kV/mmNut-, Phasen- und Lagenisolation, Deckschieber (Arclin)
Nomex 411unkalandriert, 0,30 bis 0,31 g/cm³0,13 bis 0,58 mm9 kV/mmPhasenisolation, saugfähiges Füllmaterial (Synflex, Schweizer)
Nomex 414kalandriert, flexibler und anschmiegsamer als 4100,18 bis 0,38 mmelektrisch wie 410Phasen-, Nut- und Lagenisolation (Coveme, Schweizer)
Nomex 818, früher 418kalandriert, 50 % Glimmer, 1,13 bis 1,18 g/cm³0,08 bis 0,25 mm28 bis 39 kV/mm, dauernd bis 3,2 kV/mmStatorspulen bis zur 13,6-kV-Klasse, Nut- und Lagenisolation (Arclin)
Nomex 356 (E56)kalandriert, leichter als 4100,08 bis 0,51 mmunter 410wie 410 bei geringerer Belastung (Schweizer, CMC)
Nomex 992, 993, 994Pressboard, 994 mit 1,15 g/cm³1,0 bis 9,6 mm994 in Öl 27 kV/mm (3,2 mm)Abstandshalter, Leisten, Wickelkerne (DuPont, Schweizer)

Für Isolierteile verarbeiten wir in der Regel Nomex 410. Die anderen Typen und Aramidpapiere anderer Hersteller kommen dazu, wenn das Isoliersystem sie vorschreibt.

Wie wird Aramidpapier hergestellt?

Aramidpapier entsteht auf einer Papiermaschine aus zwei Formen desselben Kunststoffs: kurz geschnittenen Aramidfasern, dem Floc, und Fibriden, feinen flächigen Aramidteilchen (Coveme). Das Polymer ist ein Meta-Aramid, ein aromatisches Polyamid mit einer Dichte von 1,38 g/cm³, das DuPont seit 1966 industriell herstellt und seit 1967 Nomex nennt (Wikipedia, Aramide). Ohne weitere Behandlung bleibt ein lockeres, saugfähiges Papier mit rund 0,3 g/cm³, so wie Nomex 411. Erst der Kalander verdichtet es zum glatten Papier vom Typ 410 mit 0,72 bis 1,13 g/cm³. Für Nomex 818 kommen 50 % Glimmerplättchen in die Mischung.

Weil Aramidpapier ein Produkt der Papiertechnik ist, hat es eine Laufrichtung. In Maschinenrichtung (MD) trägt ein 0,25-mm-Papier 296 N/cm, quer dazu (XD) 161 N/cm (Arclin). Diese Richtung gehört bei jedem Zuschnitt und jedem Stanzteil in die Planung.

Vorteile von Aramidpapier

Für die Konstruktion zählen vier Punkte, jeder mit einem Wert aus dem Datenblatt belegt:

  • Temperaturreserve: 220 °C für das Papier, während PET-Folie für Klasse B mit 130 °C und Elektropressspan für Klasse A mit 105 °C ausgelegt sind (Synflex, Müller-Ahlhorn).
  • Zähigkeit: Ein 0,25-mm-Papier dehnt sich längs um 22 %, bevor es reißt. Es übersteht das Einziehen der Wicklung und das Falzen an der Nutkante.
  • Harzaufnahme: Die Faserstruktur saugt Tränklack, die Wicklung verklebt dadurch mit der Nutauskleidung. Synflex nennt diese Aufnahme bei Laminaten mit Aramid-Außenlage als Grund für den guten Verbund aller Wickelteile.
  • Brandverhalten: UL 94 V-0 ab 0,13 mm und eine Zertifizierung nach EN 45545-2 für Schienenfahrzeuge in der Gefährdungsstufe HL2 (Arclin).

Der übliche Einwand ist der Preis. Er trifft zu, solange die Maschine in Klasse A oder B läuft: Dort erledigen Pressspan oder PET-Folie die Aufgabe, und wir raten auch dazu. Ab Klasse F rechnet sich Aramid, und zwar meist als dünne Außenlage. Im Laminat SynTherm APA/80 liegt beidseitig nur 80 µm Aramidpapier auf einer PET-Folie von 50 bis 300 µm (Synflex).

Welche Alternativen gibt es zu Aramidpapier?

Welche Alternative passt, entscheidet die Wärmeklasse. Die Tabelle stellt die Werkstoffe nebeneinander, die bei Nut-, Phasen- und Lagenisolation zur Wahl stehen:

WerkstoffWärmeklasseDurchschlagStärkeQuelle
Elektropressspan (Zellulose)A, 105 °Cmindestens 9 bis 12 kV/mmgünstig, gut stanzbar, nimmt Öl aufMüller-Ahlhorn, IEC 60641
PET-Folie (Mylar A)B, 130 °C19 kV bei 0,25 mm, rund 76 kV/mmhöchste Spannung je DickeSynflex, ASTM D149
NMN-Laminat (Aramid, PET, Aramid)F, 155 °Cmindestens 10 kV bei 0,17 mm, 23 kV bei 0,47 mmFolie trägt die Spannung, Papier die MechanikMaier, Trivoltherm N
Aramidpapier Nomex 410RTI 220 °C, im System meist H, 180 °C33 kV/mm bei 0,25 mm, rund 8 kVTemperatur, Zähigkeit, HarzaufnahmeArclin
NKN-Laminat (Aramid, Polyimid, Aramid)H, 180 °Cmindestens 8 kV bei 0,20 mm, 11 kV bei 0,40 mmKlasse H mit FolienkernMaier, Trivoltherm NKN

Die Tabelle zeigt die Arbeitsteilung. Je Millimeter sperrt PET-Folie gut doppelt so viel wie Aramidpapier. Aramidpapier kauft man deshalb selten wegen der Spannung, und deshalb liegt es in Laminaten außen: Die Folie im Kern hält die Spannung, das Papier schützt sie beim Einziehen und nimmt das Harz auf. Wie sich das Papier mit seinen Nachbarn verbindet, zeigen die Beiträge zu Pressspan, Polyesterfolien, zum NMN-Laminat und zu Trivoltherm.

Die Temperaturklasse eines fertigen Isoliersystems bestimmt der schwächste Bestandteil. Deshalb steht Nomex 410 mit RTI 220 °C in Händlerlisten oft unter Klasse H mit 180 °C, und ein NMN mit PET-Kern endet bei Klasse F. Oberhalb von 220 °C übernimmt Polyimidfolie wie Kapton, ab 300 °C nur noch Glimmer als Mikanit. Die ganze Temperaturleiter ordnet der Beitrag zur Hochtemperatur-Isolierung ein.

Wie wählt man das richtige Aramidpapier?

Wir wählen in drei Schritten, und die Reihenfolge zählt:

  1. Wärmeklasse des Isoliersystems festlegen. Sie entscheidet, ob überhaupt Aramid nötig ist. Unsere Zuordnung: Klasse A Pressspan 3010 oder 3020, Klasse B PET-Folie oder DMD, Klasse F NMN oder getränktes DMD, Klasse H Nomex 410, 411, 414 oder NKN, ab 220 °C Polyimidfolie. Den Hintergrund liefert der Beitrag zu den Isolierstoffklassen.
  2. Spannung und Dicke bestimmen. Rechnen Sie mit der Dauerfeldstärke, nicht mit dem Tabellenwert: 1,6 kV/mm für Nomex 410 im Trockenbetrieb, 1,2 kV/mm für das lockere Nomex 411, 3,2 kV/mm für das glimmerhaltige Nomex 818. Reicht das nicht, kommt eine Folie dazu.
  3. Typ nach Verarbeitung wählen. Kalandriert (410) für Teile, die gestanzt, gefalzt und eingeschoben werden. Unkalandriert (411), wo Harz eindringen und Hohlräume füllen soll. Glimmerhaltig (818), wo Teilentladungen nicht auszuschließen sind.

Zur Marke: Nomex wird seit über 50 Jahren eingesetzt und steht in vielen UL-anerkannten Isoliersystemen (Arclin). Andere Aramidpapiere wie metastar haben eigene UL-Einträge. Ist Ihr Isoliersystem mit einem bestimmten Papier gelistet, prüfen Sie vor einem Wechsel, ob die Listung das andere Papier abdeckt.

Aramidpapier verarbeiten: schneiden, stanzen, falzen

Im Werkzeug verhält sich Aramidpapier wie ein zähes technisches Papier. Zwei Datenblattwerte bestimmen, wie wir es verarbeiten. Der erste ist die Laufrichtung: Längs trägt das Papier fast doppelt so viel Zug wie quer, deshalb legen wir die Maschinenrichtung dorthin, wo am Bauteil die Zugkraft wirkt. Der zweite ist die Feuchte: Ofentrockenes Papier wächst bei 95 % Luftfeuchte um bis zu 1 % in Maschinenrichtung und um bis zu 2 % quer dazu. Bei normalen Schwankungen im Raum bleibt die Änderung unter 1 %, aber ungleichmäßige Feuchte wirft die Bahn auf. Arclin rät, Rollen bis kurz vor der Verarbeitung in ihrer PE-Hülle zu lassen.

  • Bänder aus der Mutterrolle schneiden wir im Lohnschneiden auf Breiten von 5 bis 1.600 mm mit ±0,1 mm.
  • Stanzteile fertigen wir in Materialdicken von 0,023 bis 3,0 mm bis zu einer Größe von 1.000 x 2.000 mm, mit Bandstahlschnitt für Muster und kleine Serien und mit Vollstahlwerkzeugen auf dem Stanzautomaten für enge Toleranzen und hohe Stückzahlen.
  • Das Stanzwerkzeug prägt die Falzkanten gleich mit, damit sich das Teil danach sauber in seine Endform biegen lässt. Welche Radien dabei zulässig sind, zeigt der Beitrag zum Mindestbiegeradius.
  • Wasser macht Aramidpapier weich. Getränktes Nomex 818 verliert 50 bis 70 % seiner Zugfestigkeit, dehnt sich aber dreimal so weit und schmiegt sich besser an (Arclin). Für komplexe Formteile formen wir unter Wärme.

Nutisolationen passen wir auf das Blechpaket ein, damit sie sich in der Montage ohne Nacharbeit einschieben lassen. Die Verfahren beschreiben die Seiten Stanzen und Formen und Isolierteile und Formteile.

GOBA Fazit: Wann Aramidpapier die richtige Wahl ist

Aramidpapier ist die richtige Wahl, sobald die Wicklung dauerhaft über 130 °C läuft und das Teil gefalzt, eingeschoben oder mechanisch belastet wird. Darunter raten wir zu Pressspan oder PET-Folie, weil sie dieselbe Aufgabe günstiger erledigen. Zwischen 155 und 180 °C ist meist das Laminat wirtschaftlicher, weil die Folie die Spannung trägt und das Aramid nur als dünne Außenlage gebraucht wird. Reines Aramidpapier lohnt sich dort, wo Harz eindringen soll, wo Reserve bis 220 °C gefragt ist oder wo das Teil die Brandschutznorm für Schienenfahrzeuge erfüllen muss. Unser Sortiment an Aramidpapieren, Laminaten und Folien steht unter Isoliermaterialien.

Für eine Anfrage brauchen wir drei Angaben: die Wärmeklasse, die Betriebsspannung und die Zeichnung mit Dicke und Toleranz.

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Verwandte Glossar-Begriffe

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  • Nomex

    Nomex ist der Markenname für ein von DuPont entwickeltes Meta-Aramid, seit 2026 eine Marke von Arclin, als Elektroisolierpapier Typ 410 von 50 bis 760 µm lieferbar, Isolierstoffklasse H (180 °C), von UL als 220-°C-Werkstoff gelistet und kurzzeitig mit 18 bis 34 kV/mm belastbar.

  • Pressspan

    Pressspan ist ein technischer Werkstoff aus verdichteten Zellulosefasern mit guten elektrischen Isoliereigenschaften für Transformatoren und Elektromotoren.

  • NMN-Laminat

    NMN-Laminat ist ein dreilagiger Isolierverbund aus zwei Außenlagen Nomex-Aramidpapier und einer Kernlage Polyesterfolie, verklebt für die Nut- und Lagenisolation in Elektromotoren und Transformatoren.

  • Isolierstoffklassen

    Isolierstoffklassen klassifizieren Isoliermaterialien nach ihrer maximalen Betriebstemperatur gemäß DIN EN 60085.

  • Nutisolation

    Nutisolation bezeichnet die Isolation von Statornuten in elektrischen Maschinen zum Schutz der Wicklungen vor mechanischer Beschädigung.

  • Elektrische Durchschlagsfestigkeit

    Die elektrische Durchschlagsfestigkeit ist die maximale elektrische Feldstärke, die ein Isolierstoff aushält, bevor ein Durchschlag eintritt, gemessen in kV/mm nach IEC 60243: 303 kV/mm bei 25 µm Kapton HN, 40 kV/mm bei 0,6 mm PVC-U.

Häufig gestellte Fragen zu Aramidpapier

Was ist Aramidpapier?

Ein Elektroisolierpapier aus Meta-Aramid, genormt in IEC 60819-3-3 mit vier Typen. Es isoliert vor allem Elektromotoren, Generatoren und Transformatoren der Wärmeklassen F und H. Bekanntester Vertreter ist Nomex 410 in Dicken von 0,05 bis 0,76 mm.

Was bringt Aramid?

Als Papier bringt Aramid vier Dinge: eine Temperaturreserve bis 220 °C (UL RTI), Zähigkeit mit 22 % Bruchdehnung bei 0,25 mm, die Aufnahme von Tränkharz und ein Brandverhalten nach UL 94 V-0 ab 0,13 mm (Arclin, Datenblatt Nomex 410). Es verträgt Transformatorenöle, Ester, Kältemittel und Getriebeöl.

Ist Nomex ein Aramidpapier?

Ja. Aramidpapier ist die Gattung, Nomex die Marke. Nomex wurde von DuPont entwickelt und gehört seit dem 1. April 2026 zu Arclin. Die Typen 410, 411, 414 und 818 sind Aramidpapiere, 992 bis 994 Aramid-Pressboards. Mehr dazu im Beitrag zu Nomex.

Ist Aramidpapier hitzebeständig?

Ja. Nomex 410 ist von UL für 220 °C Dauertemperatur eingestuft, elektrisch und mechanisch. Im fertigen Isoliersystem wird es meist der Klasse H mit 180 °C zugeordnet, weil Harz oder Folie früher altern. Kurzzeitig hält das Papier bei 400 °C einige Stunden lang noch 12 kV/mm (Arclin).

Ist Aramidpapier umweltfreundlich?

Aramidpapier ist ein synthetischer Kunststoff, kein Naturprodukt. Belastbare Angaben der Hersteller zum Recycling liegen uns nicht vor. Sein Umweltvorteil liegt in der Lebensdauer: Nomex hält laut CMC Klebetechnik 220 °C im Dauereinsatz mindestens zehn Jahre ohne Verlust seiner Eigenschaften, und eine Maschine, die länger läuft, muss seltener ersetzt werden. RoHS-Angaben stellt Arclin auf Anfrage bereit.

Ist Aramid kugelsicher?

Para-Aramidfasern wie Kevlar und Twaron werden in beschusshemmenden Westen und Helmen verarbeitet, als Gewebe in vielen Lagen (Wikipedia, Aramide). Aramidpapier für die Elektroisolation besteht aus Meta-Aramid und schützt nicht gegen Beschuss.

Welche Dicke eignet sich für spezifische Anwendungen?

Dünne Papiere von 0,05 bis 0,13 mm nehmen wir für Lagenisolation und Bänder, 0,18 bis 0,35 mm für Nutisolationen und Phasentrenner, Pressboard ab 1,0 mm für Abstandshalter im Transformator. Entscheidend ist die Dauerfeldstärke: Nomex 410 sollte im Trockenbetrieb höchstens 1,6 kV/mm sehen (Arclin).

Welche Marken bieten die beste Qualität?

Nomex ist der Standard mit über 50 Jahren Einsatz und vielen UL-anerkannten Isoliersystemen. Andere Hersteller wie metastar liefern Aramidpapiere der Klasse H mit eigener UL-Listung (RTI 210 °C). Wir verarbeiten Nomex als Standard und beschaffen andere Aramidpapiere, wenn Ihr Isoliersystem sie vorschreibt.

Was ist besser, Aramid oder Kevlar?

Die Frage vergleicht Gattung und Marke: Kevlar ist selbst ein Aramid, ein Para-Aramid mit einer Faserzugfestigkeit von 2,1 bis 3,6 GPa (Wikipedia, Aramide). Für Isolierpapier nimmt man Meta-Aramid wie Nomex, weil es sich zu Papier verarbeiten lässt und hitze- und flammbeständig ist. Kevlar gehört in Gewebe, die Zug und Schlag aufnehmen.

Warum sind Aramidfasern so fest?

Die Polymerkette enthält aromatische Ringe, die sie steif machen, und die Ketten halten über Wasserstoffbrücken aneinander. Beim Spinnen richten sich die Ketten aus, Verstrecken erhöht den Modul weiter (Wikipedia, Aramide). Bei Para-Aramid liegen die Ketten gestreckt, deshalb ist es fester als das gewinkelte Meta-Aramid im Isolierpapier.

Welche Durchschlagsfestigkeit hat Aramidpapier?

Nomex 410 erreicht in der Kurzzeitprüfung 18 kV/mm bei 0,05 mm und 32 bis 34 kV/mm zwischen 0,18 und 0,51 mm, unter Stoßspannung bis 63 kV/mm (ASTM D1491 und D3426, Arclin). Das glimmerhaltige Nomex 818 kommt auf 28 bis 39 kV/mm, das unkalandrierte Nomex 411 auf 9 kV/mm. Für den Dauerbetrieb gelten deutlich kleinere Werte: 1,6 kV/mm für Nomex 410 und 3,2 kV/mm für Nomex 818.

Was ist der Unterschied zwischen Aramidpapier und Pressspan?

Pressspan besteht aus Zellulose und ist für Wärmeklasse A mit 105 °C ausgelegt, bei mindestens 9 bis 12 kV/mm nach IEC 60641. Aramidpapier ist ein Kunststoffpapier mit UL-Einstufung 220 °C und 18 bis 34 kV/mm. Pressspan ist günstiger und reicht für Klasse A, Aramidpapier wird ab Klasse F gebraucht. Mehr im Beitrag zu Pressspan.