Aramidpapier ist ein hochleistungsfähiges Material, das in vielen Industrien für seine außergewöhnlichen Eigenschaften geschätzt wird. Es ist leicht, hitzebeständig und bietet herausragende elektrische Isolationsfähigkeiten.
Definition von Aramidpapier
Aramidpapier ist ein spezielles Isolationsmaterial, das aus Aramidfasern hergestellt wird. Diese synthetischen Fasern gehören zur Familie der Polyamide und zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche thermische und mechanische Stabilität aus.
Die Struktur von Aramidpapier ermöglicht den Einsatz in Anwendungen, bei denen hohe Temperaturen, mechanische Belastungen oder elektrische Isolation erforderlich sind. Ein bekanntes Beispiel für hochwertiges Aramidpapier ist Nomex, das weltweit als Standard in der Elektrotechnik gilt.
Aramidpapier bei GOBA: Lieferformen, Dicken und Anfrage
GOBA liefert Aramidpapier ab einem Stück, als Material oder als fertiges Teil nach Ihrer Zeichnung.
- Lieferformen
- Rolle und Schnittrolle, Bogen und Platte, Zuschnitt, Stanzteil nach Zeichnung, Formteil (gefalzt, geprägt oder gebogen)
- Dicken
- Nach Ihrer Vorgabe. GOBA verarbeitet Werkstoffe von 7 µm bis 3 mm.
- Ausführungen
- Nomex als Standard. Andere Aramidpapiere beschaffen wir auf Kundenwunsch.
- Schnittrollen
- Breiten von 5 bis 1.600 mm, Toleranz ±0,1 mm, Kerne mit 25, 55, 76 oder 152 mm
- Stanz- und Formteile
- Materialdicke 0,023 bis 3,0 mm, Abmessungen bis 1.000 × 2.000 mm
- Menge
- Ab 1 Stück, vom Muster bis zur Serie
- Lieferzeit
- Höchstens 2 Wochen, wenn das Material vorrätig ist
Das brauchen wir für Ihr Angebot
- Zeichnung oder Maße
- Menge
- Werkstoff und Dicke
Bei Rollen zusätzlich Breite, Lauflänge, Kerndurchmesser, Kernmaterial (zum Beispiel Kunststoff) und Toleranzen.
Wo wird Aramidpapier am häufigsten eingesetzt?
Aramidpapier sitzt meist dort, wo eine Kupferwicklung warm wird und gegen das Blechpaket oder gegen die Nachbarphase isoliert werden muss. Die Datenblätter von Arclin, das seit dem 1. April 2026 das Nomex-Geschäft von DuPont führt (Textile World), nennen Motoren, Generatoren und Transformatoren als Hauptanwendung.
1. Elektromotoren und Generatoren
Im Stator kleidet das Papier die Nut aus, als Nutisolation. Im Wickelkopf trennt es die Phasen gegeneinander (Phasenisolation) und verschließt als Deckschieber die Nut nach oben. Typische Nutisolationen sind 0,18 bis 0,35 mm stark. Kalandriertes Nomex 410 trägt dabei die Last beim Einziehen der Wicklung, unkalandriertes Nomex 411 nimmt mit einer Dichte von nur 0,3 g/cm³ viel Tränkharz auf und füllt Hohlräume (Synflex, Datenblatt Nomex 411).
2. Transformatoren
Im Trockentransformator isoliert Aramidpapier die Lagen der Wicklung gegeneinander und den Kern gegen die Spule (Lagenisolation). In ölgefüllten Transformatoren steckt Aramid als Pressboard Nomex 994 in Abstandshaltern und Leisten. Die Platte nimmt 8 bis 10 % ihres Gewichts an Öl auf, was für einen steifen Isolierstoff selten ist (DuPont, Datenblatt Nomex 994). Arclin bestätigt die Verträglichkeit mit Mineral- und Silikonöl sowie mit natürlichen und synthetischen Estern. Welche Isolierstoffe in welcher Bauart sitzen, zeigt der Beitrag zum elektrischen Transformator.
3. Automobilindustrie und Elektromobilität
Für Traktionsmotoren von Elektrofahrzeugen nennt Arclin Nomex-Papier inzwischen den Werkstoff der Wahl, vor allem weil es mit Automatikgetriebeöl (ATF) verträglich ist. In Batteriepacks dient Aramidpapier als leichte Flammbarriere (CMC Klebetechnik). Welche Isolierteile wir für Antrieb und Batterie fertigen, steht unter Elektromobilität und Automotive, die Besonderheiten der Statoren mit Formdraht im Beitrag zur Hairpin-Wicklung.
4. Weitere Anwendungen
Außerhalb der Elektrotechnik begegnet Aramid vor allem als Faser und als Wabenkern. Nomex-Papier bildet die Wabenkerne von Sandwichplatten im Flugzeugbau, feuerfeste Schutzkleidung entsteht aus Meta-Aramidfasern im Gewebe, und beschusshemmende Westen bestehen aus Para-Aramid wie Kevlar und Twaron (Wikipedia, Aramide; chemie-schule.de). Diese Produkte teilen mit dem Isolierpapier die Chemie. Form, Dichte und Prüfwerte sind andere, und dieser Beitrag bleibt beim Papier für die Elektroisolation.
Die Haupteigenschaften von Aramidpapier
Die Kennwerte unten stammen aus dem Datenblatt Nomex 410 (Arclin, Ausgabe 04/2026), dem am häufigsten verbauten Aramidpapier. Gemessen wurde bei 23 °C und 50 % relativer Feuchte. Arclin nennt sie typische Werte, keine Spezifikationsgrenzen.
| Kennwert | 0,05 mm | 0,13 mm | 0,25 mm | 0,51 mm | 0,76 mm | Prüfnorm |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Flächengewicht | 41 g/m² | 115 g/m² | 249 g/m² | 549 g/m² | 839 g/m² | ASTM D646 |
| Dichte | 0,72 g/cm³ | 0,88 g/cm³ | 0,96 g/cm³ | 1,06 g/cm³ | 1,08 g/cm³ | berechnet |
| Durchschlagsfestigkeit AC, kurzzeitig | 18 kV/mm | 28 kV/mm | 33 kV/mm | 32 kV/mm | 27 kV/mm | ASTM D1491 |
| Stoßspannungsfestigkeit | 39 kV/mm | 55 kV/mm | 63 kV/mm | 55 kV/mm | 49 kV/mm | ASTM D3426 |
| Dielektrizitätszahl bei 60 Hz | 1,6 | 2,4 | 2,7 | 3,4 | 3,7 | ASTM D150 |
| Zugfestigkeit längs (MD) | 43 N/cm | 141 N/cm | 296 N/cm | 610 N/cm | 816 N/cm | ASTM D828 |
| Zugfestigkeit quer (XD) | 19 N/cm | 71 N/cm | 161 N/cm | 374 N/cm | 592 N/cm | ASTM D828 |
Thermisch trägt Nomex 410 in allen Dicken von 0,05 bis 0,76 mm die UL-Einstufung RTI 220 °C, elektrisch wie mechanisch. Grundlage sind Alterungskurven nach Arrhenius, die seit über 50 Jahren im Einsatz bestätigt werden (Arclin). Kurzzeitig geht mehr: Bei 400 °C hält das Papier einige Stunden lang noch 12 kV/mm. Ab 0,13 mm Dicke erreicht es UL 94 V-0, und sein Sauerstoffindex sinkt erst zwischen 240 und 350 °C unter die Schwelle, ab der es in Luft weiterbrennt.
Drei Eigenschaften werden in Anfragen regelmäßig falsch eingeschätzt:
- Der Tabellenwert für die Durchschlagsfestigkeit ist ein Kurzzeitwert. Die Spannung steigt, bis das Papier nach 10 bis 20 Sekunden durchschlägt. Für den Dauerbetrieb im Trockentransformator empfiehlt Arclin höchstens 1,6 kV/mm, damit keine Teilentladungen einsetzen. Das ist rund ein Zwanzigstel des Tabellenwerts.
- Dicker heißt nicht proportional fester. Bis 0,18 mm steigt die Festigkeit je Millimeter von 18 auf 34 kV/mm, darüber bleibt sie stehen und fällt bei 0,76 mm auf 27 kV/mm. Wie der Kennwert gemessen wird und warum er von der Dicke abhängt, erklärt der Beitrag zur elektrischen Durchschlagsfestigkeit.
- Feuchte kostet wenig Spannung, aber Maß. Bei 96 % relativer Feuchte sinkt die Durchschlagsfestigkeit von 0,25-mm-Papier nur von 33,5 auf 30,7 kV/mm. Die Abmessungen ändern sich stärker, dazu mehr im Abschnitt zur Verarbeitung.
Chemisch verträgt Aramidpapier die gängigen Tränklacke und Harze auf Basis von Polyimid, Silikon, Epoxid, Polyester, Acryl und Phenol, dazu Transformatorenöle und Kältemittel. Alkohole, Ketone, Aceton, Toluol und Xylol lassen es leicht quellen, ähnlich wie Wasser, und das bildet sich nach dem Trocknen weitgehend zurück (Arclin). Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei 150 °C zwischen 0,10 und 0,18 W/(m·K) und damit auf dem Niveau von Zellulosepapier. In der Kälte wird das Papier fester: Bei -196 °C liegt die Zugfestigkeit 30 bis 60 % über dem Wert bei Raumtemperatur.
Verschiedene Typen von Aramidpapier
Die Norm IEC 60819-3-3, in Deutschland DIN EN 60819-3-3 (VDE 0309-3-3), beschreibt vier Typen ungefüllter Aramidpapiere:
- Typ 1, kalandriert, also zwischen Walzen verdichtet.
- Typ 2, kalandriert, mit höherer Weiterreißfestigkeit und besserer Anschmiegsamkeit.
- Typ 3, unkalandriert.
- Typ 4, kalandriert mit geringerer Dichte, gedacht zum Laminieren.
Im Handel tragen die Papiere Markennamen. Nomex ist der bekannteste, es gibt aber weitere Hersteller: metastar YT564 zum Beispiel ist ein kalandriertes Aramidpapier der Wärmeklasse H mit UL-RTI 210 °C in Dicken von 40 bis 130 µm (Synflex, Datenblatt). Die Nomex-Familie im Überblick, die Einzelheiten zu jedem Typ stehen im Beitrag zu Nomex:
| Typ | Aufbau | Dicken | Durchschlagsfestigkeit | Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Nomex 410 | kalandriert, 0,72 bis 1,13 g/cm³ | 0,05 bis 0,76 mm | 18 bis 34 kV/mm | Nut-, Phasen- und Lagenisolation, Deckschieber (Arclin) |
| Nomex 411 | unkalandriert, 0,30 bis 0,31 g/cm³ | 0,13 bis 0,58 mm | 9 kV/mm | Phasenisolation, saugfähiges Füllmaterial (Synflex, Schweizer) |
| Nomex 414 | kalandriert, flexibler und anschmiegsamer als 410 | 0,18 bis 0,38 mm | elektrisch wie 410 | Phasen-, Nut- und Lagenisolation (Coveme, Schweizer) |
| Nomex 818, früher 418 | kalandriert, 50 % Glimmer, 1,13 bis 1,18 g/cm³ | 0,08 bis 0,25 mm | 28 bis 39 kV/mm, dauernd bis 3,2 kV/mm | Statorspulen bis zur 13,6-kV-Klasse, Nut- und Lagenisolation (Arclin) |
| Nomex 356 (E56) | kalandriert, leichter als 410 | 0,08 bis 0,51 mm | unter 410 | wie 410 bei geringerer Belastung (Schweizer, CMC) |
| Nomex 992, 993, 994 | Pressboard, 994 mit 1,15 g/cm³ | 1,0 bis 9,6 mm | 994 in Öl 27 kV/mm (3,2 mm) | Abstandshalter, Leisten, Wickelkerne (DuPont, Schweizer) |
Für Isolierteile verarbeiten wir in der Regel Nomex 410. Die anderen Typen und Aramidpapiere anderer Hersteller kommen dazu, wenn das Isoliersystem sie vorschreibt.
Wie wird Aramidpapier hergestellt?
Aramidpapier entsteht auf einer Papiermaschine aus zwei Formen desselben Kunststoffs: kurz geschnittenen Aramidfasern, dem Floc, und Fibriden, feinen flächigen Aramidteilchen (Coveme). Das Polymer ist ein Meta-Aramid, ein aromatisches Polyamid mit einer Dichte von 1,38 g/cm³, das DuPont seit 1966 industriell herstellt und seit 1967 Nomex nennt (Wikipedia, Aramide). Ohne weitere Behandlung bleibt ein lockeres, saugfähiges Papier mit rund 0,3 g/cm³, so wie Nomex 411. Erst der Kalander verdichtet es zum glatten Papier vom Typ 410 mit 0,72 bis 1,13 g/cm³. Für Nomex 818 kommen 50 % Glimmerplättchen in die Mischung.
Weil Aramidpapier ein Produkt der Papiertechnik ist, hat es eine Laufrichtung. In Maschinenrichtung (MD) trägt ein 0,25-mm-Papier 296 N/cm, quer dazu (XD) 161 N/cm (Arclin). Diese Richtung gehört bei jedem Zuschnitt und jedem Stanzteil in die Planung.
Vorteile von Aramidpapier
Für die Konstruktion zählen vier Punkte, jeder mit einem Wert aus dem Datenblatt belegt:
- Temperaturreserve: 220 °C für das Papier, während PET-Folie für Klasse B mit 130 °C und Elektropressspan für Klasse A mit 105 °C ausgelegt sind (Synflex, Müller-Ahlhorn).
- Zähigkeit: Ein 0,25-mm-Papier dehnt sich längs um 22 %, bevor es reißt. Es übersteht das Einziehen der Wicklung und das Falzen an der Nutkante.
- Harzaufnahme: Die Faserstruktur saugt Tränklack, die Wicklung verklebt dadurch mit der Nutauskleidung. Synflex nennt diese Aufnahme bei Laminaten mit Aramid-Außenlage als Grund für den guten Verbund aller Wickelteile.
- Brandverhalten: UL 94 V-0 ab 0,13 mm und eine Zertifizierung nach EN 45545-2 für Schienenfahrzeuge in der Gefährdungsstufe HL2 (Arclin).
Der übliche Einwand ist der Preis. Er trifft zu, solange die Maschine in Klasse A oder B läuft: Dort erledigen Pressspan oder PET-Folie die Aufgabe, und wir raten auch dazu. Ab Klasse F rechnet sich Aramid, und zwar meist als dünne Außenlage. Im Laminat SynTherm APA/80 liegt beidseitig nur 80 µm Aramidpapier auf einer PET-Folie von 50 bis 300 µm (Synflex).
Welche Alternativen gibt es zu Aramidpapier?
Welche Alternative passt, entscheidet die Wärmeklasse. Die Tabelle stellt die Werkstoffe nebeneinander, die bei Nut-, Phasen- und Lagenisolation zur Wahl stehen:
| Werkstoff | Wärmeklasse | Durchschlag | Stärke | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Elektropressspan (Zellulose) | A, 105 °C | mindestens 9 bis 12 kV/mm | günstig, gut stanzbar, nimmt Öl auf | Müller-Ahlhorn, IEC 60641 |
| PET-Folie (Mylar A) | B, 130 °C | 19 kV bei 0,25 mm, rund 76 kV/mm | höchste Spannung je Dicke | Synflex, ASTM D149 |
| NMN-Laminat (Aramid, PET, Aramid) | F, 155 °C | mindestens 10 kV bei 0,17 mm, 23 kV bei 0,47 mm | Folie trägt die Spannung, Papier die Mechanik | Maier, Trivoltherm N |
| Aramidpapier Nomex 410 | RTI 220 °C, im System meist H, 180 °C | 33 kV/mm bei 0,25 mm, rund 8 kV | Temperatur, Zähigkeit, Harzaufnahme | Arclin |
| NKN-Laminat (Aramid, Polyimid, Aramid) | H, 180 °C | mindestens 8 kV bei 0,20 mm, 11 kV bei 0,40 mm | Klasse H mit Folienkern | Maier, Trivoltherm NKN |
Die Tabelle zeigt die Arbeitsteilung. Je Millimeter sperrt PET-Folie gut doppelt so viel wie Aramidpapier. Aramidpapier kauft man deshalb selten wegen der Spannung, und deshalb liegt es in Laminaten außen: Die Folie im Kern hält die Spannung, das Papier schützt sie beim Einziehen und nimmt das Harz auf. Wie sich das Papier mit seinen Nachbarn verbindet, zeigen die Beiträge zu Pressspan, Polyesterfolien, zum NMN-Laminat und zu Trivoltherm.
Die Temperaturklasse eines fertigen Isoliersystems bestimmt der schwächste Bestandteil. Deshalb steht Nomex 410 mit RTI 220 °C in Händlerlisten oft unter Klasse H mit 180 °C, und ein NMN mit PET-Kern endet bei Klasse F. Oberhalb von 220 °C übernimmt Polyimidfolie wie Kapton, ab 300 °C nur noch Glimmer als Mikanit. Die ganze Temperaturleiter ordnet der Beitrag zur Hochtemperatur-Isolierung ein.
Wie wählt man das richtige Aramidpapier?
Wir wählen in drei Schritten, und die Reihenfolge zählt:
- Wärmeklasse des Isoliersystems festlegen. Sie entscheidet, ob überhaupt Aramid nötig ist. Unsere Zuordnung: Klasse A Pressspan 3010 oder 3020, Klasse B PET-Folie oder DMD, Klasse F NMN oder getränktes DMD, Klasse H Nomex 410, 411, 414 oder NKN, ab 220 °C Polyimidfolie. Den Hintergrund liefert der Beitrag zu den Isolierstoffklassen.
- Spannung und Dicke bestimmen. Rechnen Sie mit der Dauerfeldstärke, nicht mit dem Tabellenwert: 1,6 kV/mm für Nomex 410 im Trockenbetrieb, 1,2 kV/mm für das lockere Nomex 411, 3,2 kV/mm für das glimmerhaltige Nomex 818. Reicht das nicht, kommt eine Folie dazu.
- Typ nach Verarbeitung wählen. Kalandriert (410) für Teile, die gestanzt, gefalzt und eingeschoben werden. Unkalandriert (411), wo Harz eindringen und Hohlräume füllen soll. Glimmerhaltig (818), wo Teilentladungen nicht auszuschließen sind.
Zur Marke: Nomex wird seit über 50 Jahren eingesetzt und steht in vielen UL-anerkannten Isoliersystemen (Arclin). Andere Aramidpapiere wie metastar haben eigene UL-Einträge. Ist Ihr Isoliersystem mit einem bestimmten Papier gelistet, prüfen Sie vor einem Wechsel, ob die Listung das andere Papier abdeckt.
Aramidpapier verarbeiten: schneiden, stanzen, falzen
Im Werkzeug verhält sich Aramidpapier wie ein zähes technisches Papier. Zwei Datenblattwerte bestimmen, wie wir es verarbeiten. Der erste ist die Laufrichtung: Längs trägt das Papier fast doppelt so viel Zug wie quer, deshalb legen wir die Maschinenrichtung dorthin, wo am Bauteil die Zugkraft wirkt. Der zweite ist die Feuchte: Ofentrockenes Papier wächst bei 95 % Luftfeuchte um bis zu 1 % in Maschinenrichtung und um bis zu 2 % quer dazu. Bei normalen Schwankungen im Raum bleibt die Änderung unter 1 %, aber ungleichmäßige Feuchte wirft die Bahn auf. Arclin rät, Rollen bis kurz vor der Verarbeitung in ihrer PE-Hülle zu lassen.
- Bänder aus der Mutterrolle schneiden wir im Lohnschneiden auf Breiten von 5 bis 1.600 mm mit ±0,1 mm.
- Stanzteile fertigen wir in Materialdicken von 0,023 bis 3,0 mm bis zu einer Größe von 1.000 x 2.000 mm, mit Bandstahlschnitt für Muster und kleine Serien und mit Vollstahlwerkzeugen auf dem Stanzautomaten für enge Toleranzen und hohe Stückzahlen.
- Das Stanzwerkzeug prägt die Falzkanten gleich mit, damit sich das Teil danach sauber in seine Endform biegen lässt. Welche Radien dabei zulässig sind, zeigt der Beitrag zum Mindestbiegeradius.
- Wasser macht Aramidpapier weich. Getränktes Nomex 818 verliert 50 bis 70 % seiner Zugfestigkeit, dehnt sich aber dreimal so weit und schmiegt sich besser an (Arclin). Für komplexe Formteile formen wir unter Wärme.
Nutisolationen passen wir auf das Blechpaket ein, damit sie sich in der Montage ohne Nacharbeit einschieben lassen. Die Verfahren beschreiben die Seiten Stanzen und Formen und Isolierteile und Formteile.
GOBA Fazit: Wann Aramidpapier die richtige Wahl ist
Aramidpapier ist die richtige Wahl, sobald die Wicklung dauerhaft über 130 °C läuft und das Teil gefalzt, eingeschoben oder mechanisch belastet wird. Darunter raten wir zu Pressspan oder PET-Folie, weil sie dieselbe Aufgabe günstiger erledigen. Zwischen 155 und 180 °C ist meist das Laminat wirtschaftlicher, weil die Folie die Spannung trägt und das Aramid nur als dünne Außenlage gebraucht wird. Reines Aramidpapier lohnt sich dort, wo Harz eindringen soll, wo Reserve bis 220 °C gefragt ist oder wo das Teil die Brandschutznorm für Schienenfahrzeuge erfüllen muss. Unser Sortiment an Aramidpapieren, Laminaten und Folien steht unter Isoliermaterialien.
Für eine Anfrage brauchen wir drei Angaben: die Wärmeklasse, die Betriebsspannung und die Zeichnung mit Dicke und Toleranz.



