Lohnschneiden ist das Zuschneiden bahnförmiger Materialien im Auftrag: Ein Dienstleister schneidet Folien, Papiere, Laminate, Vliese oder Schaumstoffe auf die Breite, die der Kunde für seine Fertigung braucht. Die entscheidenden Kennwerte sind Schnittbreite, Breitentoleranz und Kerndurchmesser. Bei GOBA liegen sie bei 5 bis 1.600 mm, ±0,1 mm und Kernen von 25, 55, 76 oder 152 mm. Diese Seite erklärt das Verfahren und liefert das Raster, mit dem sich Anbieter vergleichen lassen.
Was Lohnschneiden ist und wann es sich lohnt
Materialhersteller liefern in Standardbreiten, oft 1.000 mm und mehr. Die wenigsten Fertigungen können damit arbeiten. Wer eine Nutisolation von 38 mm Breite wickelt oder ein Klebeband von 12 mm verarbeitet, braucht das Material in genau dieser Breite, sauber gewickelt und auf einem Kern, der auf die eigene Abwickelachse passt.
Diese Umwandlung von der Mutterrolle zur Schnittrolle ist das Lohnschneiden. Der Kunde stellt das Material bei oder lässt es beim Dienstleister beschaffen, der Dienstleister schneidet und wickelt auf. Der wirtschaftliche Punkt liegt in der Auslastung: Eine Rollenschneidemaschine amortisiert sich erst bei kontinuierlichem Durchsatz. Wer gelegentlich schneidet, zahlt beim Eigenbetrieb vor allem Stillstand.
Diese fünf Kennwerte entscheiden über die Eignung eines Lohnschneiders
In Angeboten steht oft nur, dass präzise gearbeitet wird. Das ist keine Aussage. Fragen Sie stattdessen diese fünf Werte ab, dann lassen sich Anbieter tatsächlich vergleichen. Die rechte Spalte zeigt, was wir liefern.
| Kennwert | Warum er zählt | GOBA |
|---|---|---|
| Schnittbreite | Bestimmt die schmalste und breiteste Rolle, die Sie beziehen können | 5 bis 1.600 mm |
| Breitentoleranz | Entscheidet, ob die Rolle in der Folgemaschine ohne Nacharbeit läuft | ±0,1 mm |
| Kerndurchmesser | Muss zur Abwickelachse Ihrer Anlage passen, sonst braucht es Adapter | 25, 55, 76 oder 152 mm |
| Materialgruppen | Vlies, Folie und Schaumstoff verlangen unterschiedliche Schnittführung | Folien, Papiere, Laminate, Vliese, Schaumstoffe, Verbundmaterialien |
| Schnittverfahren | Bestimmt Kantenqualität und Staubanfall im Schnitt | Rollenschneiden mit gegenläufigen Kreismessern |
Wer diese fünf Angaben von drei Anbietern einholt, hat eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Fehlt einem Anbieter die Antwort auf die Toleranzfrage, sagt das mehr über die Fertigung aus als jede Selbstbeschreibung. Unsere Werte stehen vollständig auf der Seite zum Rollenschneiden und Lohnschneiden.
Rollenschneiden trennt mit zwei gegenläufigen Kreismessern
Die Bahn läuft von der Mutterrolle durch die Schneidstation und wird auf mehrere Wickelwellen aufgeteilt. Getrennt wird durch zwei Kreismesser, die sich aneinander vorbeibewegen, ähnlich einer Schere mit rotierenden Schneiden. Aus diesem Prinzip folgt die erreichbare Breitentoleranz von ±0,1 mm, weil der Schnittpunkt geometrisch festliegt und nicht wandert.
Die Bahnspannung ist dabei die kritische Größe. Zu wenig Zug und die Rolle wickelt sich teleskopisch, zu viel und dünne Folien dehnen sich bleibend. Deshalb wird die Spannung über die Wickelwellen geregelt und je Material eingestellt. Mehr zum Aufbau steht in den Artikeln zum Rollenschneiden und zur Wickelwelle.
Der Kerndurchmesser bestimmt Ihre Weiterverarbeitung
Der Kern wird beim Einkauf gern übersehen und sorgt später für die meisten Probleme. Passt er nicht zur Abwickelachse, braucht es Adapter, und Adapter bringen Rundlauffehler in einen Prozess, der auf ±0,1 mm ausgelegt ist.
Wir wickeln auf Innenkerndurchmesser von 25, 55, 76 oder 152 mm. Die Wahl folgt der Nachverarbeitung: Kleine Kerne halten die Rolle kompakt und eignen sich für manuelle Prozesse und kurze Laufzeiten. Große Kerne nehmen mehr Material auf und reduzieren die Zahl der Rollenwechsel in automatisierten Anlagen. Wer eine bestehende Anlage beliefert, gibt den Kern deshalb mit der Anfrage an, nicht erst mit der Bestellung.
Welche Materialien sich im Lohn schneiden lassen
Bahnförmig muss das Material sein, also von der Rolle abwickelbar. Innerhalb dieser Grenze verarbeiten wir die Gruppen, die in der Elektroisolation und in der industriellen Konfektionierung gebraucht werden.
- Polyesterfolien und Polyimidfolien, dünn und maßhaltig
- Aramidpapiere und Pressspan für Wärmeklassen im Motorenbau
- Technische Laminate, bei denen der Verbund im Schnitt nicht delaminieren darf
- Vliesstoffe und Filtermedien, die sich unter Messerdruck leicht verziehen
- Schaumstoffbänder und selbstklebende Aufbauten mit Trägerliner
- Kupferfolien und Verbundmaterialien für Abschirmung und Batterieanwendungen
Für einzelne Materialgruppen gibt es eigene Seiten mit Kennwerten je Anwendung, etwa zum Schneiden von Batteriefolie oder zum Filtervlies. Welches Material für welche thermische Anforderung passt, steht im Artikel zu den Isolierstoffklassen.
Vlies, Folie und Schaumstoff verhalten sich im Schnitt unterschiedlich
Die Materialgruppe bestimmt, wie die Maschine eingestellt wird. Wer nur Folie schneidet, merkt das nie. Wer Vlies und Folie beim selben Anbieter beauftragt, sollte danach fragen.
Vliesstoffe sind nachgiebig und haben keine feste Kante. Unter Messerdruck weicht das Material seitlich aus, die Schnittbreite streut stärker als bei Folie, und die Kante franst, wenn die Messer nicht scharf sind. Bei Filtermedien kommt hinzu, dass die Bahn beim Wickeln nicht komprimiert werden darf, sonst verändert sich die Durchlässigkeit. Deshalb wird Vlies mit geringerer Bahnspannung und geringerer Geschwindigkeit gefahren als eine gleich dicke Folie.
Dünne Folien reagieren umgekehrt: Sie brauchen Zug, damit sie plan durch die Schneidstation laufen, dehnen sich aber bleibend, wenn der Zug zu hoch wird. Polyimidfolien in Kapton-Qualität sind so dünn, dass schon geringe Spannungsunterschiede in der Rolle zu sichtbaren Falten führen. Schaumstoffbänder wiederum federn nach dem Schnitt zurück, ihre Breite wird deshalb im entspannten Zustand gemessen und nicht direkt am Messer.
Wann sich eigene Schneidkapazität rechnet
Der berechtigte Einwand aus dem Einkauf lautet, man könne selbst schneiden. Bei kontinuierlichem Bedarf stimmt das. Eine Rollenschneidemaschine mit Wickelwellen, Messern und Spannungsregelung rechnet sich, wenn sie mehrere Schichten läuft und die Materialvielfalt gering bleibt.
Gegen den Eigenbetrieb sprechen drei Situationen. Erstens ein Bedarf, der über viele Materialien und Breiten streut, denn jeder Wechsel kostet Rüstzeit und Messerverschleiß. Zweitens ein Toleranzband unter ±0,2 mm, das Erfahrung in der Spannungsführung verlangt. Drittens ein schwankender Abruf, bei dem die Maschine die meiste Zeit steht. In diesen Fällen ist Lohnschneiden die günstigere Rechnung, weil Sie Rüstzeit und Stillstand nicht mitfinanzieren. Wir liefern auf Wunsch auch mit Lagerhaltung, siehe kundenspezifische Produkte.
Was in eine Anfrage zum Lohnschneiden gehört
Mit diesen Angaben lässt sich ein Angebot ohne Rückfrage kalkulieren.
- Material mit Handelsname und Dicke, oder ein Muster der Mutterrolle
- Gewünschte Schnittbreite mit Toleranz, und ob Randstreifen anfallen dürfen
- Kerndurchmesser und maximaler Außendurchmesser der Schnittrolle
- Laufmeter je Rolle und Jahresmenge, weil beides den Preis je Meter bestimmt
- Beistellung oder Beschaffung des Materials durch uns
Der maximale Außendurchmesser wird am häufigsten vergessen. Er hängt an der Abwickelstation beim Kunden und bestimmt, wie viele Laufmeter auf eine Rolle passen. Wer ihn nachreicht, bekommt oft eine neue Kalkulation, weil sich die Zahl der Rollen und damit der Rüstaufwand ändert.
GOBA Fazit: Fragen Sie nach Zahlen, nicht nach Präzision
Anbieter für Lohnschneiden beschreiben sich fast alle gleich. Der Unterschied zeigt sich, sobald Sie nach Schnittbreite, Breitentoleranz und Kerndurchmesser fragen. Wer diese drei Werte nicht auf Anhieb nennt, hat sie in der Fertigung vermutlich auch nicht im Griff. Unsere Werte sind veröffentlicht: 5 bis 1.600 mm Schnittbreite, ±0,1 mm Breitentoleranz, Kerne mit 25, 55, 76 oder 152 mm. Geben Sie bei der Anfrage den Kerndurchmesser und den maximalen Außendurchmesser gleich mit an, dann sparen Sie sich eine Kalkulationsschleife. Die Leistung im Detail, inklusive Materialbeistellung und Beschaffung, steht auf der Seite Rollenschneiden und Lohnschneiden.

