Lagenisolation

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Die Lagenisolation ist eine zentrale Isolationsmaßnahme in elektrischen Maschinen. Sie trennt die einzelnen Wicklungslagen einer Spule oder eines Wickelpakets voneinander und verhindert so Kurzschlüsse, Teilentladungen und thermische Überlastungen.

Einfach gesagt: Lagenisolation ist die „Zwischenwand“ zwischen zwei Drahtlagen, damit der Strom nicht von einer Wicklungsebene zur nächsten überspringt.

In Elektromotoren, Generatoren und Transformatoren ist sie unverzichtbar, um die geforderte Spannungsfestigkeit und Lebensdauer der Maschine sicherzustellen.

Aufbau und Funktion der Lagenisolation

In Wicklungen mit mehreren Drahtlagen – ob Runddraht, Flachdraht oder Formspulen – wird zwischen die einzelnen Lagen eine Isolationsschicht eingebracht.

  • Grundprinzip: Jede Wicklungslage wird von der nächsten elektrisch getrennt.

  • Zweck: Vermeidung von elektrischen Durchschlägen, gleichmäßige Spannungsverteilung, mechanischer Schutz beim Wickelprozess.

  • Zusatzfunktion: Verbesserung der Imprägnierbarkeit und thermischen Stabilität.

Besonders in Hochspannungs- und Großmaschinen kann die Lagenisolation mehrlagig ausgeführt werden, teils mit Glimmerband oder Harzsystemen, um Teilentladungsfestigkeit sicherzustellen.

Materialien für Lagenisolation

Die Materialauswahl hängt von Spannung, Temperaturklasse und mechanischer Beanspruchung ab:

  • Aramidpapier (Nomex®): Hohe thermische und elektrische Festigkeit, Standard in modernen Maschinen.

  • Polyesterfolien (HOSTAPHAN®, Mylar®): Gute elektrische Eigenschaften, kostengünstig, mechanisch robust.

  • Polyimidfolien (Kapton®): Für Hochtemperaturanwendungen bis 220 °C.

  • DMD-Laminat (Polyestervlies–Polyesterfolie–Polyestervlies): Gute Durchschlagsfestigkeit, mechanische Stabilität und Imprägnierbarkeit.

  • NMN-Laminat (Nomex®–PET–Nomex®): Bessere Temperaturbeständigkeit als DMD, bewährt für Klasse F und H.

  • Mica-Produkte (Glimmerband, Mikanit): Unentbehrlich bei Hochspannung, extrem hohe Durchschlagsfestigkeit.

  • Glasgewebe: Mechanische Verstärkung, in Kombination mit Harzen.

Typische Isolierstoffklassen: B (130 °C), F (155 °C), H (180 °C), C (> 220 °C).

Fertigung und Verarbeitung

  • Einlegen von Folien oder Zuschnitten: vor oder während des Wickelns.

  • Bandagieren: mit Glimmer- oder Glasbändern um jede Lage.

  • Imprägnierung: durch Trickle-Verfahren, Tauchen oder VPI (Vacuum Pressure Impregnation).

  • Aushärten: thermisch oder chemisch, um Harz und Isolation zu verfestigen.

  • Qualitätssicherung: Maßprüfung, Sichtkontrolle, elektrische Tests.

Die Fertigung erfordert hohe Präzision: unsaubere Kanten oder Falten können zu Feldüberhöhungen führen und Teilentladungen begünstigen.

Anforderungen an die Lagenisolation

  • Elektrische Anforderungen: hohe Durchschlagsfestigkeit, Teilentladungsfestigkeit, ausreichende Kriechstrecken.

  • Thermische Anforderungen: Beständigkeit gemäß Isolierstoffklasse, Alterungsstabilität bei Dauerlast.

  • Mechanische Anforderungen: Widerstand gegen Druck beim Wickeln, Vibrationsfestigkeit im Betrieb.

  • Chemische Anforderungen: Harzverträglichkeit, Beständigkeit gegen Öle und Lösungsmittel.

  • Fertigungstechnische Anforderungen: gute Stanzbarkeit, Flexibilität und definierte Mindestbiegeradien.

Anwendungen

  • Elektromotoren: Lagenisolationen in Stator- und Rotorwicklungen.

  • Generatoren: Zwischenlagen in Feld- und Ankerspulen, oft mehrlagig.

  • Transformatoren: Trennung zwischen Wicklungslagen bei Mittel- und Hochspannung.

  • Bahnantriebe und Großmaschinen: hoch belastete Spulen mit mehrlagiger Lagenisolation (Mica- und Glasbandagen).

  • E-Mobility: Hairpin-Wicklungen benötigen spezielle Isolierfolien für hohe Spannungsbeanspruchungen.

Vorteile und Herausforderungen

Vorteile

  • Erhöhung der Spannungsfestigkeit.

  • Verlängerung der Lebensdauer von Spulen und Wicklungen.

  • Flexible Materialwahl für unterschiedliche Temperaturklassen.

  • Gute Imprägnierbarkeit in Harzsystemen.

Herausforderungen

  • Einhaltung von Mindestbiegeradien bei dünnen Folien.

  • Vermeidung von Falten, Kantenrissen und Luftblasen.

  • Sicherstellung der Harzdurchdringung.

  • Materialauswahl in Abhängigkeit von Spannungsniveau und Normen.

GOBA Fazit

Lagenisolation ist ein unscheinbares, aber unverzichtbares Detail in Elektromotoren, Generatoren und Transformatoren. Sie entscheidet über Spannungsfestigkeit, Alterungsbeständigkeit und Betriebssicherheit der Maschine. Mit Materialien wie Nomex®, DMD, Kapton® oder Glimmerband lassen sich unterschiedliche Anforderungen von Standard- bis Hochleistungsanwendungen abdecken. Wer Materialauswahl, Fertigung und Prüfprozesse im Griff hat, sichert langlebige und zuverlässige Maschinen.


Kontaktieren Sie uns gerne, um die optimale Lösung für Ihre Anforderungen zu finden.

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FAQ zur Lagenisolation

  • Eine Isolationsschicht, die einzelne Wicklungslagen elektrisch voneinander trennt.

  • Typisch sind Nomex®, Polyesterfolien, Kapton®, DMD- und NMN-Laminate sowie Mica-Produkte.

  • Ohne sie käme es zu Kurzschlüssen und Durchschlägen zwischen den Lagen einer Wicklung.

  • Folieinlage, Bandagieren mit Mica- oder Glasbändern, Imprägnieren mit Harzen.

  • In Elektromotoren, Generatoren, Transformatoren und Spulen der E-Mobility.

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