Glossar

Hairpin-Wicklung

Verfasst: GOBA Redaktion·1. März 2026·6 Min. Lesezeit

Was ist die Hairpin-Technologie im Elektromotor?

Die Hairpin-Technologie ist ein innovatives Wickelverfahren zur Herstellung von Statoren für Elektromotoren. Sie nutzt rechteckige Kupferdrähte, sogenannte Hairpins, die U-förmig gebogen und in die Statornuten eingeführt werden. Die offenen Enden werden anschließend mittels Laserschweißen kontaktiert. Das Verfahren ermöglicht eine präzise, wiederholbare Fertigung für die Serienproduktion.

Wie funktioniert die Hairpin-Wicklung?

Der automatisierte Prozess umfasst mehrere Schritte: Vorformung der Hairpins, mechanisches Einsetzen in die Statornuten, Verbindung der Enden in einer zweiten Ebene und abschließende Imprägnierung zur elektrischen Isolation. Jeder Schritt ist auf Reproduzierbarkeit und enge Toleranzen ausgelegt.

Vorteile des Hairpin-Stators

  • Höherer Füllfaktor als bei Runddrahtwicklungen mit mehr Kupfer im Nutquerschnitt
  • Geringere elektrische Verluste und besserer Wirkungsgrad
  • Verbesserte thermische Eigenschaften durch dichtere Packung
  • Höhere Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit in der Serienfertigung
  • Optimal für Traktionsantriebe von Elektrofahrzeugen

Unterschied zu herkömmlichen Wicklungen

Im Gegensatz zu klassischen Runddrahtwicklungen bietet die Hairpin-Wicklung eine geometrisch definierte, strukturierte Wicklung mit hoher Dichte statt einer chaotischen Wicklung. Die standardisierten Drahtformen ermöglichen automatisierte Fertigung mit engen Toleranzen, was besonders für die Großserienproduktion in der Elektromobilität entscheidend ist.

Die Rolle des Stators in Hairpin-Motoren

Der Stator ist das Herzstück jedes Elektromotors, auch beim Hairpin-Motor. Er erzeugt das elektromagnetische Feld, das den Rotor, also die drehende Komponente, in Bewegung setzt. Bei Hairpin-Statoren ist der Stromfluss dank geringerer Verluste besonders effizient.

Einfluss des Stators auf die Leistungsdichte

Je kompakter der Stator und je höher der Kupferfüllfaktor, desto besser ist die Leistungsdichte. Die Hairpin-Technologie ermöglicht kompakte Bauformen mit hoher Effizienz, ein echter Vorteil bei limitiertem Bauraum in Elektrofahrzeugen.

Komponenten des Hairpin-Stators

  • Blechpaket: Geschichtete, isolierte Elektrobleche
  • Hairpin-Wicklungen: U-förmig gebogene Rechteck-Kupferdrähte
  • Isoliermaterialien: Nutenisolation, Phasenisolation
  • Anschlusssysteme: Kontaktierung und Verschaltung

Materialien für die Hairpin-Wicklung

  • Kupfer für die Hairpins (hohe Leitfähigkeit)
  • Elektroblech für das Stator-Blechpaket, zum Beispiel M270-50A oder vergleichbare Typen
  • Epoxidharz oder Vakuumimprägnierungsmittel zur Fixierung
  • Isolierfolien oder -papier für die Windungsisolation

Montageprozess

Die Fertigung eines Hairpin-Stators umfasst sechs Hauptschritte:

  1. Biegen der Hairpins in die gewünschte U-Form
  2. Einführung in die Statornuten
  3. Abisolieren der Drahtenden
  4. Positionierung und Ausrichtung
  5. Laserschweißen der Kontaktstellen
  6. Elektrische Prüfung und Imprägnierung

Prozesssicherheit während der Montage

  • Einsatz von Lasermesstechnik zur Positionsprüfung
  • Inline-Qualitätskontrollen
  • Automatisierte Montageanlagen mit kamerabasierter Überwachung

Eingesetzte Technologien im Montageprozess

  • Laserschweißen für die präzise Kontaktierung
  • Robotik für das Teilehandling
  • CNC-Biegemaschinen für die Hairpin-Vorbereitung
  • Thermografie zur Prüfung der thermischen Leistung

Herausforderungen der Hairpin-Technologie

  • Toleranzen beim Biegen und Positionieren
  • Kontaktierungsqualität beim Schweißen
  • Effiziente Kühlung bei hoher Leistungsdichte
  • Minimierung von Streuverlusten

Einfluss von Toleranzen auf die Fertigung

Bereits geringe Abweichungen beim Biegen oder Einführen der Hairpins können zu Kontaktproblemen führen. Eine prozesssichere Produktion setzt daher auf hochpräzise Fertigungsmaschinen und Echtzeit-Messsysteme.

Methoden zur Minimierung von Verlusten

  • Optimierter Schweißprozess zur Reduktion von Übergangswiderständen
  • Verwendung von hochreinem Kupfer
  • Thermische Simulation, zum Beispiel mit ANSYS, zur Auslegung der Kühlung

Effiziente Gestaltung der Wicklung

Einzelne Hairpins werden planar angeordnet, wodurch ein gleichmäßiges elektrisches Feld entsteht. Das sorgt für geringe Verluste, besonders bei hohen Frequenzen. Die Wellenwicklung verbessert zusätzlich die thermische Balance.

Bedeutung für die Elektromobilität

Die Hairpin-Technologie ermöglicht kompakte, leistungsstarke Motoren mit höherem Wirkungsgrad, niedrigerem Energieverbrauch und geringerer Abwärme. Diese Eigenschaften sind entscheidend für Reichweite und Effizienz von Elektrofahrzeugen. Die Automobilindustrie setzt zunehmend auf Hairpin-Statoren für ihre Traktionsantriebe.

Rolle in der Automobilindustrie

Hairpin-Wicklungen sind Stand der Technik bei modernen Traktionsmotoren. Große OEMs setzen sie ein, um höhere Drehmomente bei geringerem Platzbedarf zu realisieren, besonders bei Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden.

Einsatz in Nutzfahrzeugen

In Nutzfahrzeugen ist die hohe Dauerbelastbarkeit entscheidend. Hairpin-Motoren bieten genau das: hohe thermische Belastbarkeit, niedrige Verluste und eine lange Lebensdauer.

Wellenwicklung

Bei der Wellenwicklung wird der Stromverlauf kontinuierlich spiralförmig über mehrere Nutbereiche geführt. Dies ermöglicht eine optimale Raumnutzung, verbesserte Wärmeverteilung und gleichmäßige Stromverteilung im Stator. Diese Technik wird auch als Continuous Hairpin bezeichnet.

Technologien zur Herstellung der Wellenwicklung

  • 3D-Biegemaschinen
  • Simulationssoftware zur Auslegung
  • Automatisierte Einführsysteme

Einfluss der Wellenwicklung auf die thermische Leistung

Durch den gleichmäßigen Stromfluss und die große Kontaktfläche zwischen Kupfer und Kühlkörper verbessert sich die thermische Ableitung signifikant. Das ist entscheidend für hohe Dauerleistung und eine effiziente Temperaturführung.

GOBA Fazit

Die Hairpin-Wicklung ist eine Schlüsseltechnologie für die nächste Generation elektrischer Antriebe. Sie vereint hohen Füllfaktor, überlegene thermische Eigenschaften und automatisierte Fertigbarkeit. Für die Elektroisolation in Hairpin-Statoren sind hochwertige Isoliermaterialien und saubere Verarbeitungsprozesse unverzichtbar.

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    Der Hairpin Stator ist eine revolutionäre Technologie in der Elektromotorenfertigung mit rechteckigen Kupferdrähten für höhere Leistungsdichte.

  • Elektromotorwicklung

    Die Elektromotorwicklung ist das funktionale Herz eines Elektromotors und erzeugt durch Stromfluss das Magnetfeld für die Drehbewegung.

  • Nutisolation

    Nutisolation bezeichnet die Isolation von Statornuten in elektrischen Maschinen zum Schutz der Wicklungen vor mechanischer Beschädigung.

  • Teilentladung

    Teilentladung ist eine lokale elektrische Entladung in einem Isolationssystem ohne vollständigen Durchschlag, die schleichend zur Isolationsalterung führt.

  • Windungsisolation

    Die Windungsisolation ist die erste Isolationsschicht in elektrischen Maschinen, die einzelne Leiterwindungen elektrisch voneinander trennt.

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FAQ zur Hairpin-Wicklung

Woher kommt der Name Hairpin?

Der Name stammt von der Form der Kupferdrähte: Sie werden U-förmig gebogen und ähneln einer Haarnadel (englisch: hairpin).

Was ist Hairpin-Schweißen?

Hairpin-Schweißen bezeichnet das Laserschweißen oder Ultraschallschweißen der offenen Enden der Hairpins. Ziel ist ein niedriger Übergangswiderstand und eine zuverlässige elektrische Verbindung.

Was bedeutet Hairpin-Trigger?

Ein Hairpin-Trigger ist kein Bestandteil der Wickeltechnik, sondern stammt aus einem anderen technischen Bereich, zum Beispiel der Mikrocontroller-Programmierung oder Schaltungstechnik. Im Kontext der Elektromotoren hat der Begriff keine direkte Relevanz zur Hairpin-Wicklung.

Was ist ein Hairpin-Stator?

Ein Hairpin-Stator ist der Stator eines Elektromotors, bei dem die Wicklungen aus Hairpin-förmigen Rechteck-Kupferdrähten bestehen statt aus konventionellem Runddraht. Er bietet höheren Füllfaktor und besseren Wirkungsgrad.